Volltext : Feldzüge der Bayern 1643, 1644 und 1645

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Bremden  mären,  die  um  fie  zu  verderben  erfcbienen  wären;  daß  die
feindliche  Armee,  weldye  mit  fo  großer  Eile  nach  Bayern  marfdirt
wäre,  dort  neue  und  ganz  frifche  Truppen  finden  würde,  daß  viefe,
da  ihnen  der  Rüdzug  frei  jtünde,  fte  überrafchen  könnten,  daß  es  mit
einem  Worte  weit  ficherer  fei,  beifanımen  zu  bleiben,  und  daß  man  fich
damit  begnügen  folle,  ftarfe  Derachement8  zum  Kouragiren  in  die  Umgegend
  zu  fdhiden.  Die  Offiziere  antworteten,  daß  died  nur  noch  ein
neue8  Mittel  fei,  um  Menfchen  und  Pferde  vollends  umzubringen,  daß
ein  großer  Theil  ihrer  Meiter  unberitten  fei,  daß  fie  an  den  verfchiedenen
  Orten,  mo  fie  Bingeben  wollten,  Pferde  zu  kaufen,  finden  wir:
den,  daß  ver  Veind  mindeftend  16  Stunden  meit  entfernt  fei  und  fich
nicht,  ohne  daß  man  davon  unterrichtet  würde,  nahen  fünne.  Der
®eneralmafor  Rofen  vereinigte  fi  mit  den  Offizieren,  um  in  ihn  zu
dringen,  ihrer  Anficht  nachzugeben.  Xürenne  widerftand  von  Neuem;
endlich  aber  beftimmten  ihn  die  Zurcht,  die  Cavallerie  zu  fehr  leiden  zu
laffen,  da  er  münfchte,  viefelbe  bald  wieder  bergeftellt  zu  fehen,  und  die
Entfernung  des  Beinvded,  fo  Iebhaften  Bitten  nachzugeben.  Doc  um
fich  feinem  lieberfalle  von  Seiten  der  Bayern  audzufegen  und  nichts
aufs  Spiel  zu  feßen,  ohne  alle  denkbaren  Vorfichtäimaßregeln  ergriffen
zu  haben,  gab  er  mehrern  Offizieren  Reiterabtheilungen,  un  an  verhiedenen
  Orten  zu  recognodeiren,  waß  der  Beind  machte.  Alle  viefe
Abtheilungen  meldeten  ihm,  daß  die  Bayern  vereinzelt  wären  und  fi
an  den  verfchiedenen  Orten,  wo  fie  im  Lager  wären,  befeftigten.  Trog
aller  diefer  Vorfichtämaßregeln  fürchtete  er  immer  irgend  einen  Unfall,
behielt  dad  Gefhüß  und  die  Infanterie  bei  fih,  Tieß  NRofen  mit  feiner
Reiterei  von  Rothenburg  fommen  und  wollte  nicht,  daß  fich  die  Reis
terei  mehr  wie  3  Stunden  meit  von  Marienthal  entfernte,  welche  er
zum  Sauptquartier  gemacht  hatte.  Er  verlegte  feine  zwei  Cavallerie-Regimenter
  fehr  weit,  das  eine  nach  Bayern  zu,  um  die  Bewegungen
der  Armee  Merch’8  zu  beobachten,  das  andere  nad  Branfen,  um  bie
zu  beobachten,  weldye  die  Befagungen  diefes  Kreifed  etwa  machen
fönnten.

Kaum  Hatte  er  feine  Armee  jo  vertbeilt,  ald  er  fih  auch  fchon
Vorwürfe  darüber  machte.  Er  Hagte  fih  felbft  an,  zu  nachgiebig
gegen  feine  Offiziere  gewefen  zu  fein,  und  glaubte  den  ihm  gemachten
Napportd  Feinen  Glauben  fehenfen  zu  dürfen.  Um  fich  perfönlich  zu

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