Full text : Bavaria. Landes und Volkskunde des Königreiches Bayern.

Abriß  der  Ortsgeschichte.  1159

zu  gewinnen.  Feuerstein  baute  mit  Hilfe  der  Pfarrangehörigen  das  Schulhaus,
  beschenkte  die  Pfarrei  mit  einem  Widdumgut  und  verschaffte  ihr  außerdem
  noch  einen  Fond  von  8644  fl.;  für  die  Kirche  brachte  er  ein  Stiftungskapital
  von  1000  fl.  und  für  die  Schule  von  1400  fl.  zusammen.  Die  neue
Kirche  wurde  zwischen  1835  und  1839  erbaut  und  im  Jahre  1847  den
21.  Juni  durch  den  Bischof  Peter  von  Augsburg  eingeweiht  und  da  die  Witterung
  an  diesem  Tage  gerade  sehr  ungestüm  war,  sprach  der  Hochwürdigste
öfters:  terribilis  est  locus  iste.  Bleichach,  Pfarrdorf  im  Landkapitel  Stiefenhofen,
  gehörte  den  Grafen  von  Montfort  und  nach  diesen  den  Grafen  von
Königseck-Rothenfels,  die  auch  das  Besetzungsrecht  auf  die  Pfarrei  hatten,
welches  jetzt  dem  Könige  zusteht.  Burgberg,  Pfarrdorf  im  Landkapitel
Kempten  mit  Ruinen  einer  ehemaligen  Burg,  welche  gleichnamige  Herren  beherbergte;
  so  kennen  wir  aus  den  Jahren  1102  bis  1327  Burkhard,
Wernher,  Hartmann,  Eberhard  unp  Konrad  von  Burgberg,  von
welchen  die  beiden  letztern  Aebte  in  Kempten  wurden,  Eberhard  1268  und
Konrad  1327.  Nach  Aussterben  dieses  Geschlechtes  kamen  die  Ritter  von
Rettenberg  in  Besitz  dieser  Burg,  dann  die  Erbtöchter  des  Heinrich  von
Rettenberg,  Elsbeth  und  Adelheid,  deren  Gemahle  Otto,  Truchseß  von
Waldburg,  und  Georg  von  Starkenberg  1350  dieses  Erbe  theilten,  indem
Elsbeth  mit  ihrem  Gemahl  Otto  die  Herrschaft  und  Burg  Rettenberg,  Adelheid
  mit  Georg  von  Starkenberg  Burgberg  erhielt.  Letzteres  veräußerte  1551
Adelheid  von  Starkenberg  an  die  Gebrüder  von  Heimenhofen,)  von  welcher
Familie  1440  ein  Viertel  durch  Kauf  an  den  Kardinalbischof  Peter  von  Augsburg
  gelangte;  im  16.  Jahrhundert  kamen  durch  das  Stift  Kempten  die  von
Freiberg  afterlehnweise  in  diesen  Besitz.  Im  Jahre  1563  verkauften  die
Heimenhofen  ihre  Antheile  an  die  Grafen  von  Montfort  und  1566  fielen  dieselben
  durch  Tausch  wieder  an  das  Hochstift  Augsburg  zurück  und  das  Collationsrecht
  ist  auch  heute  noch  bischöflich.  Fischen,)  Pfarrdorf  im  Landkapitel
  Stiefenhofen,  wird  schon  fehr  frühe  genannt  und  es  soll  die  hiesige
Pfarrkirche  im  Jahre  1126  geweiht  worden  sein.  Der  Kirchensatz  soll  nach
Urkunden  vom  Jahre  1179  und  1182  dem  Kloster  St.  Mang  in  Füßen  und
das  Vogtrecht  den  Welfen  gehört  haben,  welches  dieselben  den  Herren  von
Rettenberg  verliehen,  nach  deren  Aussterben  es  1361  den  Herren  von  Heimenhofen
  zufiel.  Diese  überließen  beides  kaufweise  1450  der  Gräfin  Beatrix  von
Montfort  und  1466  kam  es  in  gleicher  Weise  an  den  Grafen  Hugo  von
Montfort,  der  aber  erst  1485  nach  vorausgegangenem  Vergleiche  mit  den
Heimhofen  in  ruhigen  Besitz  dieser  Rechte  gelangte.  Von  der  Montfort'schen
Familie  kam  der  Ort  und  das  Patronatsrecht  an  die  Grafen  von  Königseck-Rothenfels
  und  nach  dem  Preßburger  Frieden  an  die  Krone  Bayern.  Hin-1)

  Jahresbericht  des  hist.  Vereins  für  Schwaben  1850  S.  85,  Regest  4  u.  74.
7!)  P.  Braun,  Geschichte  der  Diöcese  Augsburg  Bd.  II.  S.  315  u.  316.