Zrrz L.
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Rosenheim, 19. Febr.
uno dem Felde der Ehre Shollen:
Peter Staller, Kaufmann aus Mühldorf, Ers.
Res. im 16. — enf.l Rgt.: Andreas Weichselgratner,
Bauerssohn von Perlesham, Pfarrei
Oberbergkirchen, Soldat im 16. Res.-Juf.-Agt.
Unsere Toten. Nach einer vom Ersatz-Bataillon
des 10. Res.-Inf. Reg. in Ingolstadt
hieber gelangten Meldung ist, wie bereits berichtet,
der Bürstenmacher Johann Wagner am
4. Februar in Nordframrreich den Tod fürs
Vaterland gestorben. Wagner stammte aus Nosenheim,
stand als Kriegsfreiwilliger im Feld
und war noch nicht ganz 18 Jahre alt. Er
erlag einem Kopfsschuß. Dem Tapferen wird
ein ehrendes Andenken k#wahrt bleiben.
Das Eiserne Kreuz. Mit dem Eisernen
Kreuz wurden lerner ausgezeichnet: Unteroffizier
Jakob Strasser, Sohn der Bahnbedienstetenwitwe
Kathi Strasser in Rosenheim,
Geschütführer im 1. Res.-Fuß-Art.-Rgt.; Georg
Ehegartner aus Mühldorf, Neffe des Bür-Lermeisters
ron Mühldorf, Res. im 16. Res.=Onf.-Rgt.
Militärdienstt. Dem Assistenzarzt Dr. K.
Feulner der Landwehr 1. Aufgebots (Rosenbeim)
wurde der Abschied bewilligt. Der
Stabsarzt der Reserve Dr. Karl Schöppner
(Rosenheim) wurde zum Oberstabsarzt befördert,
die Oberärzte der Reserve Dr. Franz
Harn (Rosenheim) und Dr. Otto Erras (Rosenkeim)
wurden zu Stabsärzten befördert.
Paßzwang. Das öfterreichisch-ungarische
Generaljonsulat in München teilt amtlich mit:
Laut Verfügung der K. bayer. Militärbehörden
haben 3 alle Ausländer mit gültigen Ausweisdokumenten
zu versehen. Als solche gelten
bei Oesterreichern und Ungarn einstweilen nicht
nur die Reisepässe, sondern auch Militärpapiere
und amtliche Arbeiterlegilimationen und speziell
in Niederbayern auch Heimatscheine. Die
Distriltsverwaltungsbehörden des Wohnortes
sind ermächtigt, gültige Reisepässe mit einer
amtlichen Bescheinigung über die Identilät
(Photogrorbie und Unterschrift) zu versehen.
Jur Ausstellung von Reisepässen an Oesterreicher
und Ungarn in Bayern sind ausschließlich
die K. u. K. Konsularbehörden in München
und Nürnberg berechtigt. Reichsdeutsche, die
nach Oesterreich oder Ungarn reisen wollen,
ussen ihre Reisepässe mit dem Visum einer
K. u. K. Vertretungsbehörde versehen lassen.
Es ist in den letzten Tagen eine solche Unmasse
von Paßansuchen eingelangt, daß eine Verzögerung
unvermeidlich ist.
Der Geldverkehr auf der Feldpost.
Im Monat Januar 1915 wurden bei
den bayerischen Feldpostanstalten nach der Heimat
158 342 Postanweisungen über einen Gesamtbetrag
von 6 630 416 Mark eingezahlt und
3463 Stück Geld= und Wertsendungen im Gesamtwertbetrag
von 5 768 165 Mark aufgeliefert;
ferner wurden 16246 Säcke mit Briefsendungen
abgefertigt. Während des gleichen Zeitraumes
sind von den drei bayerischen Postsammels
tellen nach dem Felde 17900 Postanweisungen
über den Gesamtbetrag von rund
996 000 Mark und 71 265 Säcke mit Briefen,
Poltlarten und Päckchensendungen abgefertigt
worden. Die Ziffer der Geldsendungen in
die Heimat siellt der Sparsamleit unserer Truppen
ein glänzendes Zeugnis aus.
Verbot des Kraftfahrverkehrs. IJnu
einer neuen Anordnung des stellvertretenden
Generalkommandos des 1. Armeekorps ist der
Verkehr mit Personenkraftsahrzeugen jeder Art
und jeden Betriebsmittelo von heute ab verboten
worden. Ausgenommen sind die Kraftfahrzeuge
der Truppen und Militärbehörden,
der Behörden für Dienstfahrten, der Sanitätskolonnen
und Feuerwehren, der Aerzie und
Tierärzte zur Ausübung des Berufes und die
#eastuesähen zu Fahrten innerhalb des Ortes.
Die Zahl der Kraftoroschten darf aber
in den einzelnen Orten zwei Drittel des bisherigen
Bestandes nicht übersteigen. Personenkraftwagen
dürfen als Lastkraftwagen nicht mehr
umgeschrieben werden. Sämtliche Betriebsstoffe
und sämtliches Ersatzreisenmaterial aller Personenkraftfahrzeuge
werden beschlagnahmt. Zuwiderhandlungen
werden mit Gefängnis bis zu
einem Jahr bestraft.
Der kath. Frauenbund veranstaltet am
kommenden Sonntag eine Versammlung, in welcher
H. H. Pfarrer Fischer von Prutting über
„Verdienste und Aufgaben der Frauen im gegenwärtigen
Krieg“ sprechen wird. Die Versammlung
findet im kath. Gesellenhaus statt
und beginnt nachmittags 4 Uhr.
Touringklub. Bei der am Donnerstag
im Hotel „Deutsches Haus“ stattgefundenen ordentlichen
Generalversammlung des Deutschen
Touringklub Sektion Rosenheim, wurden nach
Erstattung des Jahresberichtes durch den 1.
Vorsitzenden und Entlastung des Kassiers E
gende Herren einstimmig wieder gewählt:
Vorsitzender Kgl. Solloberkontrolleur Karl e n.
Er*“ 2. — Fabrikbesitzer Beppo Hu-Beisitzer
Apothekenbesitzer Marx Rieder,
Szeir#s rer Drogetiebesihet Franz m-Kassier
Prokurist Jolef Degen. Dem Jahres
berichte war zu entnehmen, daß das Geschaftejahr
außerst lebhaft war; es meldeten im
Laufe des Jahres 1914 acchtk — als 81
neue Mitglieder zur Aufnahme. Die Haupttätigkeit
der Sektionsleitung vbildele die Erledigung
der Vorarbeiten zur Erbauung eines
Radfahrerweges in das Inntal. Für 1915
wurde zu diesem Zweck ein Betrag von 1000
Mark genehmigt.
Das Valerunser im Welkkrieg.
Hirtenbrief des Bischofs Faulhaber-Speyer.
III.
VBater unser, Dein Wille geschehe!
Die „Weitneschich te steht auf der ganzen Linie
ihres Verlaufs unter einem sesten einheitlichen
Oberkommando, unter dem Willen des Allmächtigen.
„Gott wirkt alles nach dem Natschluß
seines Willens“ (Ephes. 1, 11). Auch
wenn die Weltgeschichte die Bahn der friedlichen
Entwickelung verläßt, und auf der Windspur
des Krieges einherschreitet, auch in den
Tagen eines Weltkrieges hat Golt die Zügel
der Weltregierung nicht aus der Hand gegeben.
Sein Wille gechsieht, und schließlich müssen die
Taten wie die Untaten des Krieges den heiligen
Absichten seiner Vorsehung Vorspanndienste leisten.
Er ist der Herr, sagt der Prophet
(Is. 45, 6 f.), der nicht bloß das Licht und
#mn Frieden, der auch die Finslternis und das
Kriegsübel schickt. Nur diese gottesgläubige Auffassung
der Weltgeschichte lann sich in dem Irrgarten
eines Weltkrieges mit seinen vielver
schlungenen Wegen zurechtfinden, ohne irre zu
laufen. Mit der Erklärung des Unglaubens,
das sei alles Gespinst am eisernen Webstuh!
der Geschichte, kann man verzweifeln, aber nicht
leben. dritte Vaterunserbitte löst zum großen
Wr die Rätsel des Krieges, nimmt ihm
viel ron seinen Schrecken, indem sie die Zukunft
mit kindlichem Glauben in Goties Vaterhände
legt: „Der Vater im Himmel wird es schon
recht machen. Der Wächter Joraels wird nicht
schlasen und nicht schlummern (Pr. 120, 4).
Er spricht sein Fiat, es werde, und sein Mille
geschieht. Er kann auck mit Blitzen Weltgeschichte
schreiben“. Mit dem Gebetswunsch „Fiat.
Dein Wille geschehe in der Weltgeschichte“ schrei.
ben wir so zusagen ein vertrauensvoll anbetendes
Ja und Amen unter den Weltplan Gottes
und sein Walten in der Weltgeschichte.
Dein Wille geschehe auch in der Heilsgeschichte!
Der Vater im Himmel denkt auch im
Kriege Gedanken des Friedens (Jer. 29, 11).
auch im Unheil Gedanken des Heils. Unsere
Aufgabe ist es, zu erlennen, was uns zum Heile
dient, und dem Heilsruf Gottes zu folgen. Der
Heilswille Gottes geschieht nämlich nicht ohne
Zustimmung und Mitwirkung unseres freien
Willens. Im Dienste des göttlichen Willens
sind wir kein totes Handwerkszeug wie das Gewehr
in der Hand des Soldaten, wir sind
freie selbsttätige Wesen wie der Soldat im
Dienste seines Königs. Wir sind nicht willenlose
Sklaven, wir sind willige Kinder des himmlischen
Vaters und sprechen mit dem sungen
Tobi#as: „Vater, alles was Du mir aufgetragen
haft.“ ill ich tun '(Tob. 5, 1). Noch
mehr: Tein Wille gesthehe wie im Himmel
also auch auf Erden! Die Heerscharen des Himmels,
die Engellegionen, vollziehen den Willen
Gottes ohne Widerrede mit seligem Gehorsam.
ohne Rüdzug, ohne Gehorsamspausen, als „lohende
Feuerboten“ (Ps. 103, 4) mit der Blitzesschnelle
des Funlentelegraphen. So freudig und
so treu wie im Himmel, im Reiche des Friedens,
sollte Gottes Wille auch auf Erden, auf dem
Kampsplatze des Krieges, geschehen!
Die dritte Vaterunserbitle ist im besonderen
eine Trostbitte für die eiotragenden des Krieges.
Geliebte Diözesanen! Euer Bischof weim,
der Krieg hat bereits vielen von euch schwere
Wunden geschlagen und bitteres Leid gebracht.
Gottgesegnete Bande wurden zerrissen, glückliche
Familien haben ihre Söhne verloren, die
mit ungezählten Opfern großgezogen waren.
Wer zählt die Vielen, die als Irwaliden in
die Heimat kommen, und „wer gibt meinen
Augen eine Tränenquelle, um Tag und Nacht
die Erschlagenen meines Volkes zu beweinen“
(Jer. 9, 1). Ein morscher Glaube bricht unter
solchen Scklägen zusammen und sieht alle Sterne
vom Himmel jallen. Ein Elaube aber,
das Vaterunser betet, richtet sich in solchen
Stunden an der dritten Vaterunserbitte empor:
„Vater im Himmel, Dein Wille geschehe! Vater,
ich weiß, es ist Deine Fügung. Du willft
Dein Kind prüfen und näher an Dich ziehen.“
Nicht der Vater muß sich nach den Münschen
des Kindes richten, das Kind muß seine Wünsche
dem Willen des Vaters unterordnen. Der Vater
hat trotz unserer Gebete den Kelch an uns
nicht vorübergehen lassen. Müßte Gott in gar
allen unseren Bitten uns zu Diensten sein und
unser Beten immer so erhören, wie wir meinen,
und uns den Willen tun, dann wäre er
ja unser Knecht und nicht mehr unser Vater.
Fiat, Dein Wille geschehe auch in unserer Lebensgeschichte!
Christus hat, als er zum erstenmal
das Vaterunser vorbetete, diese Bitte
mit dem Fernblick nach dem Kreuze gesprochen.
Mit jedem Vaterunser treten wir an seine Seite,
von ihm die Kunst des Betens und des Leidens
zu lernen.
In den ersten drei Vaturunserbitten haben
wir drei himmelhohe Znteressen Gottes, die
Ehrung seines Namens, die Ausbreitung seines
*
—
Reiches, die Erfüllung seines Willens, zu persönlichen
Anliegen unseres Herzens gemacht.
isan Gott unser Vater ist, kann es uns,
seinen Kindern, nicht gleichgultig sein, ob der
Name des Vaters in Ehren oder in Schanden
steht, ob das Reich des Vaters zu uns kommt
oder ins Gesicht hinein verabschiedet wird, ob
der Wille des Vaters einem willigen Ja oder
einem tr igen Nein begegnet. In den letzten
dier Vaterunserbitten steigen wir aus dem Himmel
der göttlichen Inleressen herab in die Welt
der Menschheitsinteressen, in die tieferen Sonen,
wo der Hunger wohnt und die Schuld und die
Versuchung und das Uebel. Wenn Gott unser
Vater ist, kann cs ihm nicht gleichgültig sein,
ob seine Kinder hungern oder Brot zu essen haben,
ob sie in Schuld oder Unschuld leben, in
Versuchung fallen oder stehen, vom Uebel erdrückt
oder erlöst sind. Damit bekannt sich das
Vaterunser als Geist vom Geiste des Gotlessohnes,
weil es die Anliegen Gottes an die erste
Stelle setzt und nicht, wie vielfach die alttestamentlichen
Gebete, die Bitte um das tagliche
Brot und andere irdische Güter voranstellt. Auf
der anderen Seite bekennt sich das Vaterunser
aber auch als Geist vom Geiste des Menschensohnes,
weil es die Anliegen des Menschenlebens,
die Bitte um zeitliche Güter, um Erlösung von
irdischen Uebeln nicht ganz außer acht läßt.
Ein tieser Cinblick in die Welt der sozialen
Fragen, eine ergreisende Teilnahme an der
Hauptsorge des täglichen Lebens offenbart sich
in der vierten Bitte:
Vater unser,
gib uns heute!
So betet die Menschheit Tag für Tag vom
Kaiserschlosse bis zu den Hütten der Aermut
und Tag für Tag öffnet der Brotvater im
Himmel seine Hannda und erfüllt alle Lebewesen
mit seinem Segen (Pf. 164, 16). Heute, in den
Tagen des Völlerkriegs, hat die Brotbitte im
Gebet des Herrn eine besondere Note. Von seilen
der staatlichen! Behörden sind in bezug auf
den sparsamen Verbrauch von Brotgetreide
während der Kriegszeit tief einschneidende Rat
schläge und Verordnungen ergangen. Ich ermahne
euch, meine lieben Diözesanen, diese notwendigen,
wohlgemeinten Maßnalmen und
Vrotgesetze im Geiste der vierten Vaterunserbitte
mit Vertrauen entgegenzunehmen und in
jedem Haushalt ohne Umruhe, aber auch ohne
Leichtsinn auszuführen.
Die landwirtschaftlichen Kreise werden nicht
so unvernünftig sein, Brotgetreide und andere
Nahrungsmittel aus Angst vor einer Hungersnot
oder gar aus geschäftlichen Absichten in
verkotener Menge zurückzuhalten. Nicht erst der
deutsche Bundesrat, schon der biblische Sinnspruchdichter
hat den Wucher, der aus der Not
der Zeit Metall schlagen will, ein luchwürdiges
Verbrechen am deutschen Volie „genamt: „Wer
Korn zurückhält, wird vom Volke verflucht;
Segen aber kommt auf das Hau# t derer, die
es zu Marlt bringen“ (Spr. 11, 26).
Die einzelnen Haushaltungen werden den
Mehlverbrauch, im besonderen von Weizenmehl.
haushälterisch nach den staatlichen Vorschriften
regeln und die Jugend strenge anhalten. auch
die Ueberreste von Tisch und Kücke in irgend
einer Weise auszunützen und nicht zu verschleudern.
Das ist nicht erst ein Zeitgebot von
heute, das ist ein Gottesgebot aus dem beiligen
Evangelium. Bei der Brotvermehrung
in der Wüste hat Christus dem Volke „Gerstenbrote“
(Joh. 6, 9), also Kriegsbrot von der
mindesten Mehlforte gereicht, und als sie satt
geworden waren, „sprach er zu seinen Jüngern:
Sammelt die Brockenüberreste, damit sie nicht
zugrunde gehen“ (6, 12). Und sie hoben die
Brotreste sorgsam auf hund die Ueberreste von
den Fischen“ (6, 13; 6,. 43).
Zeder einzelne soll den Iuear zu lieb
seine persönliche Kostordnung einfacher gestalten
im Essen und Trinken allem überflussigen
Lurus entsagen und so mit einem kleinen tagtäglichen
Opfer dem Opferleben seines Volkes
sich anschließen. Man hat dieses Fastengebot
des Krieges eine Schule deutscher Einfachheit,
heilsamer Abhärtung und gesunder Selbstbeherrschung
genannt. Gerade jetzt in der Fastenzeit
dürfen wir aber daran erinnern, daß das
Fastengebot der Kirche, besonders der Verzickt
auf Fleischgenuß an den Freitagen, eine gute
Vorschule für das Fastengebot des Krieges war.
Ihr „habt im Frieden ohne wirtschaftliche Not
die Tugend der tsagung geübt und werdet
jetzt leicht aus der Not eine Tugend machen.
Am kürzesten sind die neuen Brotgesetze des
Krieges in der alten Vaterunserbitte niedergelegt:
Unser tägliches Brot gib uns heute!
Wir beten da um einfaches Brot, nicht um
Kuchen aus Feinmehl, nicht um Leckerbissen der
Gaumenlust. Wir beten um das tägliche Brot,
weil wir alle das Brot miteinander teilen und
namentlich für die vielen Waisenkinder Fürforge
tragen sollen, die den Vater im Krieg verloren
haben; Kinder sind die besonderen Schütz-Iin
e des Vaterunfer. Wir beten, daß Gott
eses Brot uns gebe, und lernen“' dadurch in
die Schule der vierten Bitte das Brot als Got-#sesgabr
wieder schätzen und selbst die Brosamen
mit Ehrfurcht behandeln. Die neuen Vorschriften
über das Kriegsbrot sind also uschts anderes
als neue Ausführungsbestimmungen über die
alte Vaterunserbitte: Unser tägliches Brot gib
uns heute! iomsehung wolgt.1
unser tägliches Brot
Samstag, 20. Februar 1915
Aus dem Gerichtasanmr.
Bestrafung entwichener Kriegs-=gefangener.
Augsburg, 138. Febr. Die französischen
Ariegegefangenen Ernest Bertran und Nicolas
Jaquet hatten sich vor dem Militärgericht in
Augsburg wegen Selbstbefreiung zu verantworten.
Es gelang ihnen, sich von der Arbeilsstelle
zu entsernen und zu entkommen. Sie
solgten dem Lechufer und suchten nach Jostündigem
Marsch vor einem Schneesturm Schutz in
einer Heuhütte. Dort wurden sie von deren
Eigentümer entdeckt. Sie folgten ihm willig.
nach Nesselwang und wurden dann in das Gesangenenlager
zurückgebracht. Das Kriegsgericht
nahm an,. daß die Flucht nicht von langer
Hand vorbereitet war und erkannte auf zwei
V#onate Gefängnis.
Amfangreiche Zollhinte rziebungen.
Köln, 17. Febr. Der Kaufmann Adolf
Soutschka aus Köln kaufte in Holland 18 5/ 707
Kilo 300°0 hochprozentigen Spiritus, führte ihn
durch Fälsckung der Jolldeklarationen als vergällten
Spiritus nach Deutschland ein und übergab
ihn im Düsseldorfer Jollhafen dem freien
Verkehr. Vergällter Spiritus ist zollfrei, echter
Spiritus trägt einen Eingangszoll von 275
Mark für 100 Kilo. Das Schwurgericht in
Düsseldorf verurteilte nun Soutschla nack viertägiger
Verhandlung wegen Urlundenfälschung
zu 15 Monaten Gefängnis (wegen Jollbenter-Reehung
konnte er nicht abgeurteilt werden, da
er deshalb seinerzeit nicht aus Belgien ausgelie
sert morden war) und den mitbeteiligten Jolldeklaranten
Karl Seifer zu 15 Monaten Gefängnis,
60000 Mark Geldstrase und 34.000
Mark Wertersan.
Markkberschie.
Rosenheim, 12. Febrnar. Viltualien
marktt. Butler 1 Pfund 1,20 1,.,25 Mart;
Schmalz 1 Pfund 1,25 1,30 Mark; Eier
(frisch) 12 13 Stück 1 Mar#: Tauben 1 Stück
50 60 Ais.: Huhn (alt! 1 Stück 1,20 1.37)
Mark; Orangen 4 5 Stück 20 Pfg.; Jitsonen
4 5 Stück 20 Pfg.
Der Welltkrieg.
Die Kriegslage.
WIR. Großes Hauptquartier, den
19. Februar, vormittags. A##tlich.
L##ch#eller egsichrauglazz.
An der Straße Arras Lille sind die Fran
zosen aus dem von ihnen am 16. Februar
besetzten Teile unseres Grabens hinausgeworfen.
In der Champagne gingen die Franzosen
erneut zum Teil mit starken Massen vor. Ihr
Angriff Prach in unserem Feuer vböllig zusam
men. 100 Gefangene blieben in unseren Händen.
Das von den Franzosen am 16. Februar
erolerte lurze Grabenstück wurde von uns wie
der gewonnen.
Bei dem gemeldeten französischen Angriff bei
Bourenilles-Vauquois machten wir fünf Of
siziere und 479 Mann unverwundet zu (Ge#
jangenen.
Oestlich Verdun bei Combres wurden die
Franzosen nach anfänglichen Erfolgen unter sehr
schweren Verlusten zurückgeschlagen.
In den
610 / südlich
gewehre.
Vogesen erstürmten wir die Höhe
Lusse und eroberten zwei Maschinen
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Tauroggen ist gestern von uns genommen.
Die Verfolgungskämpse nordwestlich Grodno
und nördlich Suchawola stehen vor ihrem Ab
schluß. Die Kämpfe nordwestlich Kolno dauern
noch an.
Südlich Myszyniec warfen wir die Nussen
aus mehreren Ortschaften. In Polen nördlict.
der Weichsel fanden links der Wkra östlich Racionz
Ueinere Zusammenstöße statt. Aus Polen
südlich der Weicksel nichts Neues.
1 Oberste Heeresleitung.
Noch ein Luftschiff verloren.
Berlin, 19. Febr. In dem schweren Südsturm,
dem am 17. Februar das Luftschiff
L. III zum Opfer fiel, ist auch, wie das W.
erfährt, I. IV verloren gegangen. Es ist wegen
Maschinendesekt bei Blaavands-Huk in Däne,
mark gestrandet und später nach der Oee abgetrieben.
Von der Besatzung wurd -n 11 Mann
gerettet, darunter der Kommandant. Vier
Mann werden vermißt. Die Geretteten sind in
Baarde untergebracht.