Nummer 28
Die Ausfährungen des Regierungsrates wurden
mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Die
weiteren Redner sprachen sich meist im Sinne
des Vertreters der Staatsregierung aus. Ein
Ausschuß wird die Angelegenheit weiter verfolgen.
Dem Rechenschaftsbericht ist zu entnemen,
daß im atgelaufenen Jahre dem Verdande
124 Kranlenkassen angesch ossen waren, ungesoöhr
die Hälfte aller in Bayern bestehenden
Krankenkassen.
Ueber das Thema tzne dersozaung sprach
Apotheker Eisele-Passau, der u. a. für Bayern
eine einheitliche Handverkaufstaxe forderte
und Vorschläge machte, die Arzneirechnungen
und die ärztlichen Verordnungen durch Sachverständige
prüfen zu lassen, um den Kassen
jene Ausgaben zu sparen, die nicht im Interesse
der Kassenmitglieder liegen. Auch hieran
lnüpfte sich eine längere Erörterung, in der
u. a. verlangt wurde, daß die Aerzte die viel
zu teueren Spczial= und Rellameartikel nicht
verordnen sollen.
Berschiedene Nachrichten.
St. Denis, 2. Febr. Der Schnellzug von
Calais ist auf dem hiesigen Bahnhof entgleist.
Mehrere Wagen sind verbrannt. Die Zahl
der Verunglückten beträgt 10 Tote und 15 Verletzte.
Die Lokomotive stürzte nach links um,
der Tender und der Packwagen schoben sich ineinander.
Der ihnen folgende Wagen erster
Klasse wurde zerdrückt ein Wagen zweiter und
drei Wagen dritter Klasse stürzten gleichfalls
nach links um. die drei Schlußwagen nach rechts.
Sie bilden einen unentwirrbaren Haufen von
Eisenteilen. Fast augenklicklich fingen die Gasbehälter
Feuer und binnen lurzem brannten
alle gen.
bas elend der otennoanc#e in
I.—————
Unter den vielfachen Schäden, denen Italien
durch den Verrat an seinen ehemaligen Verbündeten
ausgesetzt ist, dart man getrost den fast
gänzlichen Wegfall der Fremdenindustrie als einen
der nicht unerbe blichsten ansprechen. Das
Gebiet unt Venedig wie auch weitausgedehnte
Strecken in der Lombardei sind militärisch gesperrt
und wären sie es nicht, so wäre wohl
auch dann der Wunsch der Reisenden, sich gerade
jetzt in jene Gegenden zu begeben, nicht
allzu groß.
Die Fremdenindustrie Italiens ist tot, und
was das besagen will, vermag man erft so recht
zu ermessen, wenn man sich vor Augen hält,
daß nach italienischen Berechnungen jährlich allein
etwa 900 000 Vergnügungsreisende nach
Italien kamen, die sich im Durchschnitl gerechnet
30 Tage aufhielten und während ihres Aufenthaltes
18 Lire pro Tag verbrauchten. Die
Einnahmen der Eisenbahn aus diesem Fremdenbesuch
beliefen sich jährlich auf 15 Millionen
Lire, und macht man einen allgemeinen lleberschlag,
so lommt man zu dem Ergebnis, daß
Italien durch die Vernichtung seiner Fremdenindustrie
eine Einbuße von jährlich 51/) Mil-=lionen
Lire erleidet.
Wenn auch natürlich nicht im gleichen Maße
wie die italienische, so hat doch auch die schweizerische
Hotelindurie unter den Kriegezeiten
sckuner zu leiden. Das Kapital, das in der
Schune#iz in Hoteli etrieben angelegt in, wird von
Sachkundigen aus rund eine Milliarde Franken
veranschlagt, die zur Verzinsung #nd Amortisation
einen jährlichen Betrieb#überschuß von
nicht unter 70 30 Millionen Franken erfordern.
Während die Situalion im ersien Kriegejahre
menigstens noch einigermahen erträglich
war, verschlimmerte sie sich im weiteren Verlauf
des Krieges derart, daß die Bundesregierung
sich am 2. November 1915 gezwungen gesehen
hat, Maßregeln zum Schutze der Holelbesitzer
und solcher verwandten Berufe zu ergreifen,
die ganz oder zum wesentlichen Teil auf die
Fremdenindustrie angewiesen sind. So bestimmt
die bundesratliche Verfügung unter anderem,
daß derjenige, der sich außer Stande sieht,
seinen Verpflichtungen nachzukommen, sich an
ein hierfür eigens einberufenes Schiedsgericht
zu wenden habe, das ihm die Zahlung einstweileu
erlassen kann, jedoch nicht über das Jahr
1920 hinaus. ie Summen, die auf diese
Weise gestundet werden, sind mit 5 Prozent
zu verzinsen; Bedingung jür die Erlangung
des Zahlungaufschubes L jedoch, daß die Zahlung
in der Zeit vom 1. Jannuar 1914 bis 31.
Dezember 1916 fällig wmar oder sein wird.
Eine weitere Maßnahme des Bundesrates
besteht darin, daß vom 10. Norember 1915
ab alle Neubauten und Erweiterungen von Hotels
und Pensionaten verboten werden; eine
Ausnahme von dieser Bestimmung ist nur zulässig,
wenn durchaus zwingende sinanzielle oder
sonstige Notwendigkeiten nachgewiesen werden
können.
Hschener Neusgrellen.
München, 2. Febr. Die Benediktiner von
St. Bonifaz haben mit Gene bmigung des Königs
die Kupferdachbedeckung der Basilika und
der Abtei dem Staate zur Verfügung gestellt.
sigen
mehr hat auch
münchen, 2. Febr. Die weitere Biereinschränlung
macht sich bemerlbar. Mit dem gestrigen
Tage halen in erster Linie die Wirte
der Löwenbrauerei die Mitteilung erhalten, daß
sie sich für den Monat Fedruar mit einer neuerlichen
Biereinschränlung abfinden müssen. Sie
müssen deshalb in den Nachmittagsstunden den
Absatz von Braunbier in ihren Lokalen einstellen.
rn— hr *
UNiederaschau, 2. gebr. *- Frauenzweigverein
des Roten Kreuzes konnte in seiner von
mehreren Hundert Personen besuchten Generalrersammlung
auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken
und zählt zurzeit 318 Mitglieder. Die
Einnahmen betrugen 5098.90 Mk. und waren
außer den Mitgliederbeiträgen durch freiwillige
Spenden und durch die Ergebnisse von Opfertagen,
Kirchenkonzerten, Liederabenden und
Theatervorstellungen aufgelracht worden. Frasdorf
hat sich überdies durch herrliche Leinenspenden
den Dank der Königin verdient. Die
Ausgaben für Zentrale, Liebesgaben, Gefangenenfürsorge,
Kriegerfamilienunterstützungen
ustrr. betrugen 4800. 32 Der bisherigen,
nach auswärts verzogenen 1. Vorsitzenden, Frau
Direltor Dreß, wurde der Dank für ihre reichen
Verdienste um den Verein ausgesprochen
und an ihre Stelle die bisherige verdienstrolle
Schriftführerin und Kassierin, Frau Mathilde
Einöder von Aschau, gewählt. Für das reiwillig
ausscheidende Aucsschußmitglied Frau
Psaffinger, die auf Vorschlag des Hru. Baron
v. Cramer-Klett einmütig zum Ehrenmitglied
ernannt wurde, wurde Frau Oberförster Läffner
in den Ausschuß berufen, dem noch Frau
Kommerzienrat Zillib##ller, Frau Obermaier und
Frau Dr. Hayler angehören. Die Schristfülrerstelle
übernahm Hr. Schloßoilar Hadl.
An9 Mitglieder (die Frauen: Zillibiller, Einöder.,
# Olermaier, Kistler, Osterhauser, Huber,
Grimm, Häffner, Hobelsberger) konnten Ehrendirlom
und Silberkranz für 25 jährige Zugehörigleit
zum Verein verteilt werden. Klavier-
und Gesangsvorträge verschönerten den
Verlauf der Versammlung.
Wasserburg, 3. Febr. Der Magistrat hat
leschlossen: Auf Kriegsdauer wird der Besuch
des hiesigen Kinos durch Kinder bie zur Voll—
endung der Fortlildungsschulpflicht, gleichvicl
ob mit oder ohne Begleitung Erwachsener, oder
oh die Kinder von hier oder vom Lande sind,
verbolten.
Mühlkorf, 3. Febr. Der Gastwirt und Realitätenbesitzer
Bilus Straßer in Haun ist im
Alter von 66 Jahren gestoren. Er war lange
Jahre Mitglied des Dikriltsausschusses Mühlorf.
Lotsinschrichten.
Rosenheim, 3. Februar.
Auf dem Felde der Ehre gefallen:
Franz Däschinger, Hausmeister auo Wasserburg,
Soldat im 16. Res.= Juf.-Reg.
Auszeichnungen im Felde. Der Gefreite
Alois Loichinger im 15. Juf. Reg. (Maschinengewebrlomp.),
Sohn des 4 Fermeisters
Loichinger in Rosenleim, wurde mir dem Eisernen
Kreuz ausgezeichnet; er steht bereits seit
Kriegolr ginn an der Front. Dem Reservisten
Franz Ganterer im 1. Landsiurm Inf.-Reg.,
Sohn ven Elise Ganterer in Rosendeim (bei
Frau Mittermaier), wurde das Eiserne Kreuz
verlielsien. Der Gesreite Alois Bleier im 3.
Cherauleger- Reg., Sol n des Schlossermeisters
Bleier in Garg a. J., erhielt das Militärverdienstkreuz
3. Kl. mit Schwertern.
Beförderung. Der Diplom= Ingenieur
Georg Schrettenseger, welcher bisher als Offiziersstellvertreter
im 26. Pionier-Bat. Modlin
stand, ist zum Leuinant befördert worden; er
ist ein Bruder des Architelten Schrettenseger in
Rosenheim.
Erfolgreiche Goldsammlung. Der
Feldwebel Zimmermann der 4. Kompagnie unseres
Bataillons ist mit großem Erfolge in
der Sammlung von Reichs-Goldmünzen tätig.
Allein in den letzten Wochen hat er für 10 000
Mark Goldmünzen gesammelt und sie der hie-Reichsbanknebenstelle
zugeführt. Diese
Sammeltätigkeit verdient uneingeschränkte Anerkemung.
Städtischer Kartoffel verlauf. Die
den hiesigen Händlern enteigneten Kartoffel werden
jent von der Stadt im städtischen Lagerhaus
verlauft. Die Verkaufstermine sind in einer
amtlichen Bekanntmachung in der heutigen Nummer
des „Rosenheimer Anzeiger“ zu ersehen.
Füns Pfund kosten 21, 10 Pfund 42 und 20
Pfund 84 Pfennige. Mehr wie 20) Pfund werden
an eine Familie nicht abgegeben. Die Gastwirte
erhalten Kartoffel auf Grund eines Bezuggscheines
Kriegsbier. Aus Hausham wird berichtet:
vFeP befindet sich hier eine Niederlage
der Brauerei Münch in Wald bei Mühldorf,
die schon in Friedenszeiten Bier zu billigerem
Preis in Flaschen und Gebinden abgab.
Seit Einführung des 34.Pfg. Preises kostet
das sog. Mühldorser Bier 25 Pfg. der
Liter und sand selbstredend großen Absatz. Nundie
Wattzinger-Brauerei vor
14 Tagen ein „Mühldorfer Bier“ eingeführt,
das in den Wirtschaften, nur über die Gasse,
der Liter zu 25 Pfg. abgegeben wird. Seit
gestern gibt es nun auch in den beiden Wirtschaften
„Biber“ und „Haushamer-Hof“ das
sog. „Kriegebier" der Auer-Brauerei Nosenheim,
ebenfalls zu 25 Pfg. Diese Biere haben
einen verminderten Stammwürzegehalt, ca.
7 Prozent. Die Urteile darüber gehen auseinanver,
sind aber dahin musammenzufassen, daß es
heißt, um diesen Preis läßt sich's trinken.“
Herrgott! Schicke uns doch einen Konkurrenten,
der die anderen Lebensmittel auch verbilliat!
Die neuen Brotkarten gelangen Ende
dieser Woche zur Ausgabe. Sie umfassen die
Zeit vom 7. Nebr. bis einschließlich 5. März.
Snssprechend dem neuen Verteilungspian sind
die Karten kleiner geworden wie die früheren.
Während bisher die Karte 1 insgesamt 17
lleine und eine große, fünf kleine Marken umsassende
Marken zählte, besteht die neue Brotlarte
nur mehr aus 18 lleinen Marlen zu je
70) Gramm; die große Marle kam gänzlich in
Wegsall. Mit anderen Worten: die bigsherige
Karte umfaßte für die Woche 22 kleine Marklen,
während die neue Karte nur 18 Marlen
zählt. Die neue Brotkarte II (für Schwerarbeiter)
umfaßt 20 kleine Marken zu je 70 Gr.
und eine große Marle zu 350 Gr. Brot oder
2500 Gr. Mebl. Die neue Mehllarte beginnt
ebenfalls mit dem 7. Februar und endigt mit
dem 5. März. Sie umfaßt fünf Ausweismarlen
zum Bezuge von je einem halben Pfund
Mehl, also insgesamt 212 Pfund Mehl. Weiter
ist iuer eine Reiskarte angefugt. welche zum Anlauf
eines halben Pfundes Reis berechtigt. Die
Algabe des Reises erfolgt im Laden Innstr. 2
(Lederer Stechl). .
Die neuen eisernen Zehnerl sind
heute in Rosenleim eingetrofsen und zur Ausgale
gelangt. Sie ähneln in ihrem Aeußeren
den eisernen Fünserln. Einige Stücke haben wir
in unserem Schaufenster ausgestellt.
Der Schleugelmarkt trug auch heuer
Kriegegerräge. Er krachte zahlreichen ländlichen
Besuch in die Stadt, in der Hauptsache
Maren es aber jüngere Leute und das weibliche
Element. Auf der Gesindebörse ging es
recht lelhaft her. Der Mangel an männlichen
Dienstboten machte sich alienthalben geltend.
As des Gerichtstagfe.
Straßenraub.
Uünchen, 1. Febr. Eine liederliche Gesellschaft,
der Schreiner Josef Wachter, der Taglöhner
Otto Eckart, der Schreiner Thomas Limmer
von Mündelfeld, junge, arleitsscheue Bursd
en, waren am 17. September 1915 mit zwei
liederlichen Frauenspersonen, dem 19 jährigen
Biermädchen Anna Schermbach und der 18.
jäbrigen Hilssarbeiterin Marie Niedermeier von
hier, in einer Gastwirtschaft in der Sendlingerstraße
beisammen. Später lamen noch der
Maler Moritz Wagner und der Ausgeher Martin
Aianer dam, und eines der Mädchen erzählte,
daß sie sich für abends mit einem jungen
Skreinergeble en zusa mieentestellt habe, der viel
Geld bei sich habe. Sofort machten alle milteinander
aus, daß eines der Frauenzimmer den
Lierhaber zur Therelienwicse zu locken habe, die
Burscken soilten im das Geld dann gewaltsam
nelemen. Nach diesem Plan uurde auch gehandelt;
die zrei Frauenspersonen gingen mit
dem Schreinergehil' en voran, die fünf Burschen
schlicken binterdrein. Verabredungs „gemäß bliehen
dann die Mädchen zurück. Auf ein Deichen
sielen die fünf Burschen über den Schreinergebilsen
her und warsen ilen zu Boden; weil er
schrie, sch lugen sie ihn, einer hielt itm den Mund
zu. Eckart nabm ihm den 4 Mi. enthaltenden
Geldreutel aus der Tasche, dann liesen aile
sort. Bon der Beute lieferte Edart nur 21
Pfennige ab. Wagner und Aigner sind bereite
von der Ingendstraflammer abgeurteilt, die
übrigen Angeklagten suchten in der Schwurgerichtsverhandlung
die Hauptschuld sich gegenseitig
zuzusch ieben. Das Urteil lautete für Ottlo-Eckart
auf 2 Jahre Gefängnis, für Limmer
auf 1 Jahr 3 Monate Gefängnis, für Marie
Niedermeier auf 1 Jahr 6 Monate Gefängnis,
für Anna Schermbech auf 1 Jahr 9 Monate
Gesängnio. Allen wurden 3 Monate Untersuchungshaft
angerechnet, Josef Wachter wurde
wegen Körperverletzung zu 3 Monaten Gefängnis
verurteilt.
Hütet die Kinder!
München, 2. Febr. Eine Fabrikarbeitersfrau
war an einem Tage im Dezember v. J
aus ihrer Wohnung an der Unteren Weidenstraße
fortgegangen, um Milch zu holen und
ließ unterdessen ihre beiden Kinder im Alter
von 2 Jahren und 11 Monaten allein in der
Wohnung zurück. Der zweijährige Knabe warf
inzwischen die Petroleumlampe vom Tisch, das
Petroleum überschüttete den Knaben, der dem
im Ofen Crennenden Feuer zu nahe kam und
im Nuh lichterloh brannte. Nach einigen Stunden
slarb er im Krankenhaus. Wegen fahr.
lässiger Tötung verurteilte nun das Landgericht
München I die Mutter zu drei Monaten Gefängnis.
Bestrafter Viehschmuggel.
Hafsau, 2. Febr. Der Bauer Heinrich Degenhart
von Zwölfhäuser, der Bauerssohn
Freitag, 4. Februar 1 1
Ludwig Stodinger von Manth und der r*—
ler Leopold Kilger von Zwölhäuser, wollte
mit einer weiteren, nicht ermttlellen Manns
person rier Stück Ochsen im Gesanitwerte vo
4000 Mk. nach Böhmen schmuggeln. Der au
einem Dienstgang begriffene Forstassistem
Schwarzländer sah die Spuren der Schungg
ler und der Ochsen im Schnee, verfolgte ji
und konnte die Schwärzer samt den Ochsen vo
dem Uebertritt nach Pobmen noch ergreifen
Die drei Genannten hatten sich vor dem hie
sigen Landgericht wegen Bandenschmuggel z
verantworten. Das Urleil lautete für dege
hart auf 3 Monate Gefängnis, 16000 M
Geldstrafe ev. ein weiteres Jahr Gefängnis
für Stockinger auf 1 Monat Gefängnis, 800
Mark Geldkuße, eco. weitere 6 Monate Ge
sängnis und für Kilger auf 1 Monat Gefäng
nis, 2000 Mk. Geldkuße, ev. ents rechende Tag
Cefängnis. Die Bauerswitwe Marie Nanzin
ger, welche zwei der enikommenen Ochsen i#
ihrem Si#e einstellen ließ und der Gendat
merie gegenüber behauptete, dieselben hab
Kilger für sie gekauft, wurde wegen eines Ver
gehene der Vergünstigung zu 50 Mk. Geld
strase verurteilt.
Bunte Chronlk.
Geschütz= und Geschohnamen de
Soldaten sgrach e. Bei keiner anderen Er
scheinung des Kriegölebens hat unsere Soldaten
sprache so gute und reichliche Gelegenheit, ihre
Witz und ihre Einbildungskraft spielen zu la
sen, wie bei den artilleristischen Geschossen: da
rasche Dahinsausen der leichten wie das lang
samere Dahingleiten der nichweren Geschosse, da
Geräusch, mit dem sie die Luft durchschneide
und dann zerschellen, drängt geradezu zu Vei
gleichen mit lebenden Wesen. So heißen, wi
wir einem Pöchst "esselnden Aussatz von Pro
Dr. Karl Bergmann in „Westermanns Mr
natslesten“ entnehmen, die Granaten der fra#
zösischen Flachlahn- Schnellfeuergeschütze „Kei
tenhunde“, weil sie plötzlich angesaust komme
und dadurch an das Ansoringen eines böse
Hundes erinnern. Erensallo mit Bezug auf ihr
Schn elligleit füten die französischen 7.5-Zem
meter-Sprenggranaten „Stinkwiesel“, währen
die langsamer dahinzichenden schweren Geschof
„Blindschleichen“ sind. Die Geschosse der deuschen
Fiachbahngeschütze, welche die feindliche
Gräben beschichen und dicht über die Köpfe de
deutschen Soldaten binmegluschen, sind „Ka
zen“. Russische Granaten heißen „Weichse
vbögel oder „Stahlgäuse“. Auch die Geschüt.
seltst erhalten manchmal Tiernamen: wege
ihres gedrungenen Baues führen die schwere
Feldhaubitzen die Bezeichnung „Kröten“. N
ben den Tierrergleichen spielen huch die Vegleiche
der Geschosse und Geschure mit Me
schen eine ledeutsame Rolle. Die französisch
lleinere Schmester der „Dicken Berta“ ist er
21-Zentimeter-Geschoß, bei dem man keinen A:
schub, sondern nur das immer näher kommend
Pfeifen und das plötliche Einschlagen hör:
„Marie auf Socken“ ist die bübsch erdachte Br
zeichnung für dae Geschob; ein anderes schwere
Geschoß beist die „schwarze Marie“; sie ver
danlt ihren Namen der schmarzen Ranchwolb
die beim Oerschellen des Geschosses sich emn
wicell. Von mämKlichen Benennungen sei ewähnt
der „Gurgelaugust“, das französise.
15, Zentimeter Feschoß, das seinen merkwürdigr
Namen den eigentümlichen gurgelnden Tönererdanlt,
mit denen es durch die Luft ziell
Auch dem bösen Bubenpaar „Max und Mori'
legegnen wir auf den Kriegeschauplätzen
Geslalt zweier kleiner deutscher Geschütze, tI
den Franzosen viel zu schaffen machten. Ne#-diesen
mit Hilse von Vornamen gekildeten 2 V.
zeid nungen slehen noch Benennungen wie z. *
der „Rollsckuhläufer“ für ein schweres deuisch
Geschoß, dessen Flug sich anhört, wie wenn ei
Nollschuhläufer über eine Betonfläche fähn
Bei dem eigenartig rollenden Geräusch der schuren
Granaten ist es leicht erklärlich, wenn di
Phantasie unserer Feldgrauen auch sonst #
Vergleichen mit allen möglichen Arten vei
Verlehremitteln angeregt wird. Während d
einen aus diesem Geräusch das dumpfe Rolle
eines „D-Zuges“ oder eines „Omnibusses
heraushören, begnügen sich wieder andere mi
der Bezeichnung als „Leiterwagen“; für El
berfelder Regimenter lag es nahe, solche Gro
naten als „Schwebebahn“ zu bezeichnen.
ordentlich verbreitet, besonders bei den ba
rischen Truppen, ist die Bezeichnung der enren
Geschosse als „Nollwahen (Nollwagl).
Wirtschaftlichkeit und außerordenths:t
llares, glänzend weißes Licht sind die besondere
Kennzeichen der stromsparenden neuen Wotan
Lampen Type „G", welche von der Siemen
u. Halske A.-G. hergestellt werden. Bei Ver
wendung der nach Art der Wotan-Halbwat
Lampen gebauten neuen elektrischen Glühlampe
erhält man etwa 40% mehr Licht 8 wenũuber gi
woͤhnlichen Metalldrahtlampen gleich I
Energtevetbrauch Die neue Wotan-La
ype „G“ kommt also den uschtheafa
en Zeit ganz besonders entegen und dücst
diese neue Lampe bald überakl dort Eingan
sinden, wo man Wert auf gute Beleuchtun
legt.