Full text : Lesebuch für die katholischen Volksschulen des Regierungsbezirks Düsseldorf. Zweiter Teil: Mittelstufe. (2)

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„Guten  Tag.  Herr  Kronprinz!  Guten  Tagl“  So  scholl  es
von  allen  Seiten.  Der  Kronprinz  lachte  herzlich  und  dankte
für  den  vielstimmigen  Gruß.  Aber  der  Schwarm  war  so  groß
geworden,  daß  ein  Durchkommen  unmöglich  schien.  Der  Adjutant
  des  Kronprinzen  gab  sich  zwar  Mühe,  die  Jungen  zurückzuhalten;
  aber  immer  wieder  umdrängten  sie  den  Prinzen,
grüßten  ihn  und  lieben  ihn  hochleben,  während  von  ihren  Gesichtern
  die  Freude  zu  lesen  war,  einmal  den  Kronprinzen  so
nahe  vor  sich  zu  sehen.  Da  schüttelte  er  einigen  nahe  stehenden
  Jungen  kräftig  die  Hand,  und  als  sich  nun  gleich  hundert
  Hände  erhoben,  um  auch  einen  Händedruck  zu  erhalten,
sagte  er:  „Jungen,  nun  laßt  mich  durch,  ich  muß  nach  Hausel!“

Da  wichen  sie,  so  daß  er  zu  seinem  Automobil  gelangen
konnte.  Dort  aber  hatte  sich  eine  andere  Schar  ringsum  aufgestellt,
  und  als  der  Prinz  näher  kam,  drängten  sich  auch  sie
um  ihn  herum,  so  daß  er  nur  mit  Mühe  einsteigen  konnte.
Nun  redete  er  den  Kindern  noch  freundlich  zu,  ihn  auch  abfahren
  zu  lassen,  und  fuhr  dann,  während  die  Jungen  jubelnd
ihre  Mützen  schwenkten,  langsam  und  vorsichtig  durch  die
Schar.  Oft  wandte  er  sich  aber  noch  um  und  dankte  den
Schuljungen  für  ihre  Grüße.

282.  Unsere  Kronprinzessin  und  die  heimarbeiterinnen
in  Berlin.  von  Arno  Fuchs.

#  an  einem  Wochentage  die  Eroßstadt  durchwandert,  der  sieht
nur  wenig  hände  und  Füße  feiern.  Überall  Arbeit;  überall  ein
Schaffen  und  Anstrengen  bis  zu  äußerster  Kraft.  Die  unzähligen  Jabriken
  sind  voller  Leben;  auf  den  Güterbahnhöfen,  den  Hafenplätzen,
den  Derhaufsstellen  herrscht  regste  Tätigkeit,  und  durch  die  Straßen
wogt  der  Derkehr.  AKber  auch  in  den  stillen  und  abgelegenen  Hinterhäusern,
  in  den  NKellern  und  hohen  Stochwerken  ruhen  die  hände
nicht.  Dort  wohnen  die  Krauen  und  jungen  Mädchen,  die  zu  Hause
ihre  Arbeit  verrichten  und  unbeobachtet  heften,  nähen,  stricken,  sticken,
häkeln,  flichen,  klöppeln  und  plätten.  Es  sind  die  heimarbeiterinnen.
Sie  holen  sich  die  Arbeit  von  großen  Geschäften  in  ihr  Heim.  Ihr
Erwerb  ist  gering;  ihre  emsige  Krbeit  wird  nicht  gut  bezahlt.  Oft
reicht  der  Derdienst  nur  aus  für  das  tägliche  Brot.  Richt  immer
ist  so  viel  übrig,  daß  die  fleißigen  Krbeiterinnen  am  Sonntage  in