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7. Zu beschränken ist die Hausaufgabenzeit in Klasse IV
bis V (Unter- und Obertertia).
8. Von besonderer Wichtigkeit ist die Kontrolle der
Zeit, welche der Schüler tatsächlich auf seine Hausaufgaben
verwendet.')
Die Diskussion sowohl über das Elbensche als auch
das Mayersche Referat fand auf der ı5. Jahresversammlung
des württembergischen Gymnasiallehrervereins 1905 zu Stuttgart
statt und gestaltete sich zu einer äußerst interessanten.?)
Auf rein experimenteller Basis stehen die vortrefflichen
bis ins Einzelne gehenden Untersuchungen Dr. Friedrich
Schmidt’s-Würzburg über die Hausaufgaben.?) Innerhalb
des Umfanges und der Ergebnisse seines reichhaltigen
Untersuchungsmaterials kommt Schmidt im speziellen für den
praktischen Schulbetrieb zu folgenden Ergebnissen: Die Untersuchung
über die Qualität der Hausarbeiten ergab, daß diese
im allgemeinen minderwertiger als die Schularbeiten sind.
Hieraus kann für den Pädagogen nicht ein Schluß auf die
Negation von Hausarbeiten gezogen werden, weil dieselben
in besonderen Fällen die Schularbeiten qualitativ übertroffen
haben. Die Hausaufgaben haben an sich einen unbestreitbaren
Wert. Eine tägliche Anfertigung von Hausaufgaben
muß um deswillen vermieden werden, weil sich gezeigt
hat, daß tägliche Arbeiten den Schüler zu einem gewohnheitsmäßigen
oberflächlichen Arbeiten veranlassen, während
solche Schüler, die keine Arbeiten zu Hause anfertigten,
materiell und formell bessere Leistungen aufzeigten, die in
einem typischen Falle sogar die Schulleistungen übertrafen.
In Stadtschulen mit vor- und nachmittägigem Unterricht dürften
Hausaufgaben an solchen Tagen unbedenklich ausfallen.
Dasselbe gilt für die Winterschulen auf dem Lande. Schriftl)
Der Vortrag von Rektor Mayer ist abgedruckt im Korrespondenzblatt
1905, Heft ı0.
2) Vergl. Prof. Wunder-Heilbronn: „Die ı5. Jahresversammlung
des württembergischen Gymnasiallehrervereins 1905“. Südwestdeutsche
Schulblätter 1905, No. 6. Karlsruhe, Friedrich Gutsch.
°%) Friedrich Schmidt: „Experimentelle Untersuchungen über die
" Hausaufgaben des Schulkindes“. Leipzig, Engelmann 1904.