Full text : Gesetz- und Verordnungs-Blatt für das Königreich Bayern. 1915. (42)

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Wiewol')  nun  der  gemein  man  des  gefasten  zwispalts,  auch
milsbreuch  und  anderer  beschwerde  halben  bis  uf  denselben  ausgeschrieben
  reichstag  des  mehrertheils  ruig  gesessen  und  sonder
ufmerken  trost  und  hoffnung  uf  die  handelung  desselbigen  gefast
und  gehapt,  also  das  churfursten  fursten  und  stende  fur  «ut
angesehen,  das  zu  stillung  des  gemeinen  mans  und  farkomung
weiterer  aufrur  etwas  zimlicher  mafs  defshalb  insehen  bescheen
und?)  gehandelt  worden  were,  doch  auf  irer  Mat.  bewilligung:
dıeweil  aber  churfursten  fursten  und  stende  irer  Mat.  gemüt  und
bevelhe  in  dem  laut  irer  Mat.  instruction  austrucklich  vermerkt
und  ie  ungern  etwas  furnemen  oder  handeln  wolten,  das  irer  Mat.
zuwidder  sein  mocht,  so  haben  sie  sich  in  solichem  irer  Mat.  zu
undertheniger  gehorsam  zu  handeln  enthalten.?)  nachdem  aber
etwa  viel  von  hohen  und  nidern  geistlichs  und  weltlichs  stands
und  underthanen  des  reichs  dem  bis  anher  irer  achtung  geubten
christlichen  glauben  und  der  kirchen  lere  und  cerimonien  anhangen,
  und  ein  ander  theil  auch  geistlichs  und  weltlichs  hohen  und
nidern  stands  und  underthanen  des  reichs®)  irer  achtung  auch
christlicher  lere  und  derselbigen  cerimonien®)  anhengig  sein,  also
das  ein  ieder  theil  vermeint,  auch  darauf  besteet,  bei  seiner  sele
seligkeit  darfur  acht  und  hat,°)  das  sein  weg  und  meinung  in  dem
evangelio  und  heiligen  schriften  gegrundt  und  die  recht  christlich
warheit  auf  ir  trag,  so  achten  churfursten  fursten  und  stende  fur
notturftig,  sollen  sie  des  verglichen  und  vereinigt  werden,  wie  die
hohe  notturft  erfordert  und  billich  ıst,  sol  anderst  der  sele  heile
gesucht,  fried  und  eimigkeit  im  heiligen  reich  gepflanzt  und

!)  Sp.  i)  weil  aber  fast  alle  aufrur  zwispald  und  beschwerung  von  wegen
der  cerimonien  hergewachsen  und  sich  nimmermer  zu  verhoffen  einig  bestendig
  frid  und  einickait  aufzurichten,  wo  man  nicht  vom  ersten  artickel  als
von  dem  brunnen  und  quell  aller  beschwerung  und  aufrur  nach  aller  notturft
handelt  und  versehung  thut,  davon  der  gemeine  man  mit  schlechten  blofsen
geboten  sonst  zu  nichts  zu  vermugen.

2)  K.  am  Rande  add.  dem  gotlichen  wort  gemels.

3)  K  doch  uf  irer  mat.  —  enthalten  unterstrichen;  statt  haben  sie  sich
enthalten  am  Rande  ist  solchs  verbliben.

#)  AB  add.  der  andern.

6)  Sp.  unter  m  schlägt  vor  auch  warhaftigem  rechten  christlichen
glaube  christlicher  lere  und  cerimonien.  K  unterstreicht  und  derselben  cerimonien;
  dafür  am  Rande  und  gotlichem  wort.

6)  K  bei  seiner  —  hat  unterstrichen.  D  durchstreicht  bei  —  seligkeit

setzt  dafür  und;  so  C.
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