Full text : Geschichte der Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Erster Band Erste Hälfte.

ISS  «Geschichte  der  Akademie  unter  Frienricn  dem  Gvossen  (1  40-1746).

ökonomischen  Geheim-Verwaltung  vorzubeugen.  Auch  zum  Proteetor
  ernannte  sich  der  König  noch  nicht  —  der  deutlichste
Beweis,  dass  er  den  neuen  Zustand  nicht  als  einen  definitiven
ansalı.  Dass  es  noch  nicht  »Seine«  Akademie  war,  ergiebt  sich
auch  daraus,  dass  er  sich  die  drei  Sprachen  gefallen  lies.  Da
er  deutsch  nicht  lesen  wollte  und  lateinisch  nicht  lesen  konnte,
so  bedeutete  das  Zugeständniss  dieser  Sprachen,  dass  er  von  den
Publicationen  der  Akademie  keine  Notiz  nehmen  werde  Aber  er
schaute  nach  einer  Akademie  aus,  deren  Schriften  ihn  belehren
und  erfreuen  sollten,  und  er  wusste,  dass  er  sie  noch  schafien
werde.  Dieses  aus  zwei  Societäten  —  die  eine  gab  den  Glanz  und
das  Ansehen,  die  andere  die  finanziellen  Mittel  —  entstandene
zwei-  und  dreisprachige  Gebilde  ohne  strengen,  einheitlichen  Stil
war  nicht  im  Sinne  FRIEDRICHS.

War  der  König  mit  dem  Erreichten  nicht  zufrieden,  so  hatte  auch
SCuMETTAU  keineswegs  durchgesetzt,  was  er  wollte.  Noch  kurz  vor
der  Bestätigung  der  Statuten  hat  er  eine  Eingabe  an  den  König  gerichtet,
  in  der  er  Janıses,  dem  die  Akademie  die  Erhaltung
ihrer  philologischen  Klasse  verdankt,  in  böser  Weise  denuncirte
  und  sich  über  die  Annahme  seines  Entwurfs  in  der  Commission
also  Äusserte:  »Cependant  la  ruse  de  JarıcEs  a  reussi,  dont  le  nouveau
plan  dernierement  presente  a  V.M.  est  une  preuve  convaincante.  On
y  voit  les  mömes  Directeurs  perpetuels  qui  l’etaient  auparavant,
excepte  le  seul  Euer;  il  y  a  le  möme  Secrttaire  JARIGES,  qui  veut
encore  etre  tresorier,  et  on  est  resolu  d’employer  de  nouveau  le
rendant  KoruLer.  Mes  instances  opposces  n’ont  pas  pu  prevaloir,
et  il  n’y  a  plus  autre  remede  A  y  porter,  qui  [que  que?]  V.M.
ordonne,  1.  Que  le  Directoire  change  tous  les  ans;  car  e’est  le  moyen
A’empecher  les  arcanistes,  2.  Que  JARIGES  soit  tout-A-fait  exelu  du
maniement  des  affaires  de  l’&conomie,  en  cas  que  V.M.  trouve  pourtant
ä  propos  de  le  laisser  comme  Secretaire.«

Auch  nach  der  Neugründung  war  SchmeTTau  noch  unermüdlich
thätig.  seine  neuen  Gedanken  durchzusetzen,  und  bestürmte  den  König
mit  Eingaben  und  Projecten.  Er  mochte  noch  immer  hoffen,  zum
Präsidenten  ernannt  zu  werden,  um  so  mehr,  als  der  König  in  den
ersten  Monaten  des  Jalıres  1744  in  der  Regel  durch  ihn  mit  der  Akademie
  verhandelte.

Die  Frage  der  Gehälter  war  durch  die  neuen  Ordnungen  noch
nicht  völlig  geklärt.  Man  musste  sie  jetzt  behandeln,  und  dabei
musste  die  ganze  finanzielle  Lage  der  Akademie  auf's  Neue  erwogen