Metadata : Das große königlich preußische Wappen.

6.  Wegen  des  Großherzogthums  Posen.
Im  silbernen  Felde  der  Preußische  Reichsadler,  auf  dessen  Brust  ein  rothes,  mit

einem  silbernen,  goldbewehrten,  rothgezungten,  goldgekrönten  Adler  belegtes,  mit  einer  Krone
bedecktes  Herzschildlein  ruht.

Erläuterung.  Das  Grossherzogthum  Posen  war  ebenfalls  eine  preussische  Schöpfung
Eiehe  5)  und  wurde  nach  den  Artikeln  2  und  23  der  Wiener  Congressacte  aus  Theilen
des  bisherigen  Herzogthums  Warschau,  etwa  500  OM.,  sowie  aus  einigen  Landstrichen  des
fräheren  Neu-Ost-  und  Südpreussen  gebildet.

Diese  dem  preussischen  Staate  „einwerleibten“  Landestheile  werden  sSymbolisch  durch
den  preussischen  Adler,  welcher  im  Herzschild  den  polnischen  Adler  führt,  dargestellt.  Nach
der  Sage  soll  Lechus,  der  erste  Fürst,  in  Polen  bei  der  Erbauung  von  Cnesen  ein  Nest
mit  Adlern  gefunden,  dasselbe  als  Omen  betrachtet,  nach  ihm  (gniazdo  —  Nest)  der  Stadt
den  Namen  gegeben  und  den  Adler  in  seiner  Fahne  geführt  haben.  Drei  Siegismumde
und  Stephanus,  Könige  von  Polen,  führten  den  ersten  Buchstaben  des  Namens  auf  des
Adlers  Brust.  Die  Wappenbücher  haben  daher  oft  den  Adler  irrthümlich  mit  einer  Binde
auf  der  Brust  dargestellt.

Zu  Ende  der  1553  zu  Krakau  herausgegebenen  polnischen  Statuten  findet  sich  unter
dem  Adler  der  Vers:

UNCUIBUS  AC  RosTRO  PUCNES,  JOVIS  ALES,  ACUTO:
EXPANSIS  CUNM  ALIS  Nos  DIADEMA  TEGAT.

7.  Wegen  des  Perzogthums  Sachsen.

In  einem  von  Gold  und  Schwarz  zehnfach  quergestreiften  Felde  ein  schräg  rechts
liegender  grüner  Rautenkranz.

Erläuterung.  Das  aus  dem  Kurkreise  und  aus  Theilen  des  Meissnischen  und
Leipziger  Kreises  des  Königreichs  Sachsen  in  Gemässheit  des  Wiener  Friedens  vom
«  18.  Mai  1815  gebildete  Herzogtbum  Sachsen  behicit  das  sächsische  Landeswappen  bei.
Im  Jahre  1864  erst  ist,  um  eine  Unterscheidung  zwischen  dem  königlich  sächsischen
Wappenschilde  herbei  zu  führen,  das  Wappen  auf  allerhöchsten  Befechl  dahin  umgeändert
worden,  dass  die  Quertheilung  mit  Gold  und  nicht  wie  im  königlich  sächsischen  Wappen
mit  Schwarz  beginnt.  Ueber  die  Bedeutung  des  Rautenkranzes  —  dieselbe  findet  sich
beleuchtet  in  der  Schrift  des  Archivraths  G.  A.  v.  Mälverstedt  (auch  des  Fürsten  zu  Hohenlohe
  Waldenburg  1863)  als  eines  heraldischen  Problems  —  existirt  eine  reichhaltige
Literatur.  Nach  alter  Sage  soll  Friedrich  Barbarossa,  nachdem  er  Heimich  den  Löwen
in  die  Acht  erklärt  hatte,  bei  der  Belehnung  des  Bemhard,  Grafen  von  Ascanien,  mit  dem
Herzogthum  Sachsen,  auf  dessen  Bitte,  sein  Wappen  durch  ein  Beizeichen  von  dem  Wappen
seiner  Agnaten  zu  unterscheiden,  einen  Rautenkranz,  den  er  der  Hitze  wegen  trug,  Schräg
über  den  Ballenstädtischen  schwarz  und  goldenen  Balken-Schild  des  neuen  Herzogs,  gehängt
haben.  Indess  die  Münzen  des  Bernhard  zeigen  die  Balken  ohne  den  Kranz.  Die  Zahl

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