Full text : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

Aumtm̃er  280

Der  Weltkrieg.

Die  engl.  Friedensbedingungen.

Berlin,  26.  Okt.  Der  englische  Ministerpräsident
  würde  sehr  gut  tun,  schreibt  die  „Westminster
  Gazette“,  in  klarer  und  fest  umriffener
Form  die  wirklichen  Friedensbedingungen  der
Alliierten  bekannt  zu  geben.  Da  seine  Nede  zum
Lordmayor-Bankett  bevorsteht  (d.  Nov.),  würde
es  gut  sein,  diese  Gelegenheit  zu  ergreifen.
Eine  neue  engl.  Anleihe  in  Amerikc.

Basel,  26.  10.  Wie  die  „Agence  Havas“
meldet,  soll  demnächst  eine  neue  englische  Anleihe
  von  250  bis  300  Millionen  Dollars  in
Amerika  aufgelegt  werden.

Versenkt.

London,  26.  Okt.  Der  englische  Dampfer
„Tramsield“  wurde  versenkt.  Acht  Mann  der
Besatzung  werden  vermißt.  Lloyds  meidet:  Der
schwedische  Dedipfer  „Emilie“  ist  aesunken.

Vedsore.,  26.  Okt.  „Oestfinmarkens  Folkblad“
  meldet:  Der  Dampfer  „Dog  vom
Trondhjem“  von  Archangelsk  nach  England  mir
einer  großen  Holzladung  unterwegs  ist  vor
Verlevaag  von  einem  deutschen  U--Boote  versenkt
  worden.  Die  Mannschaft  wurde  erettet.

Christiania,  26.  Okt.  Der  norwenische
Konful  in  Algier  telegraphierte,  daß  der  Dampser
  „Ravn“  am  22.  Okltober  bei  Tunis  ersenlt
  worden  ist.  Die  Besatzung  wurde  gerettet
Die  norwegische  Gesandtschaft  in  Paris  berichtel,
  daß  der  Dampfer  „Venus  2“  aus  Bergen
ror  Brest  rersenkt  worden  ist.  Von  der  Bemannung
  wurden  14  Mann  gerettet.  Der  Kapiten
  des  Dampfers  „Edan“  telegraphierte  seiner
  Neederei,  daß  der  Dampfer  nicht  nach
Emden  aufgebracht  wurde,  sondern  in  der  Nordsee
  versenkt  wurde.

Die  Eroberung  von  Cernavoda.
Sofia,  26.  Okt.  Der  Generalftabsbericht
meldet  von  gestern:  Morgens  nahm  die  1.
Inf.-Division  (Sofia)  Cernavoda.
Die  Beute  von  Constanba.

Sofia,  26.  Okt.  Der  Generalstabsbericht
meldet:  Die  in  Constantgza  gemachte  Beute  ist
——  lie  betragt  500  Waggon=  und  meh-—



Betreff:  Musterung  und  Aushebung.
Am  Montag,  den  30.  Oktober  1916

 

rere  Lolomotiven,  dzahlreiche,  fast  sͤmtsich  ge
süllie  Petroleumbehälter,  gleichfalls  gefüllt  sind
die  Hafenmagazine,  ferner  im  Hasen  selbst  eine
Flotte  von  70  türkischen  Fahrzeugen,  die  von
den  Rumänen  zurückgehalten  worden  waren.  Die
Eisenbahnstation  blich  unbeschädigt.  Auch  am
23.  Oktober  wurden  5  Lokomotiven  und  200
Eisenbahnwagen  erbeutet.

Daz  geschlagene  russisch-rumänische
Heer.

Zürich,  26.  Okt.  Nach  Odessaer  Nachrichten
  besindet  sich  die  geschlagene  rusfsisch-rumänische
  Armee  in  rölliger  Auflöjung.  Jhre  Lage
ist  geradezu  unerträglich.  J.#folge  des  empfindlichen

  Mangels  an  Zufuhren  gibt  es  viele
Krankheltsfälle.  Odessa  selbst  ist  ein  einziges
Lazarett.

Das  besetzte  rumänische  Gebiet.

Bern,  26.  Okt.  Das  von  den  rerbundeten
Truppen  bioher  besetzte  Gebiet  in  Rumänien
hal  eine  Größe  von  annähernd  20  000  Quadratlilometer.
  7

Eine  Ohrfeige  für  den  Vierverband.

Bern,  26.  Okt.  Herve  schreibt  in  der  „Victoire“:
  Die  Einnahme  von  Constantza  ist  eine
Ohrseige  für  die  ganze  Entente.  Die  Vogelstraußtechnil
  verfängt  nicht  mehr.  Die  Russen
müssen  mindestens  500  000  Mann  Verflärkungen
  schicken,  selbst  auf  Kosten  ihrer  Offensive
gegen  Lemberg  und  Kowel.  Die  Tatsache,  daß
die  Deutschen  ungeheure  Mengen  Korn  in  Rumänien
  beschlganahmen  werden,  wird  das
Kriegsende  um  ein  weileres  Jahr  hinausschieben,
  wen  es  den  Deutschen  gefällt.  Darum
miuss  Rumänien  um  jeden  Preis  geholfen  werden;
  sonu  sind  die  Folgen  des  Sieges  Masensens
  nicht  abzusehen.

In  einem  militärischen  Leitartikel  schreibt  das
„Journal  de  Geneve“  über  die  Einnahme  von
gnssau  u.  a.:  Der  Sieg  Mackensens  ist  für

Verbündeten  sehr  unangenehm.  Politisch  ist
Vn  er  insofern  bedeutungsvoll,  als  er  unter  den

Aosenheimer  Astzelger

Freitag,  27.  Oktober  1  11

 

tracht  durch  die  Gemeinsamkeit  der  Nlederlage
leiden  wird.

Die  Kapitulation  Griechenlands.

Bern,  26.  Okl.  Die  griechische  Reglerung  beschloß,
  ungefähr  600  000  Mann  zu  entlassen,  sodaß
  rund  50  000  Mann  unter  den  Waffen  bleiben.
  Ein  diesbezüglich's  Dekret  soll  umgehend
reröffentlicht  werden;  weitere  Maßnahmen  zur
Erledigung  der  Forderungen  Sarra-ls  unce
Founets  werden  folgen.  Auch  oie  in  Epirus
siehenden  Truppen  sollen  aus  Friedensstärle
verringert  werden.

In  Griechenland.

Rotterdam,  26.  Olt.  Daily  Telegraph  berichtet
  aus  Athen  unterm  25.  ds.  Mts.:  Heute
morgens  unternahmen  deutsche  Flieger  einen
Angrisf  auf  die  Znsel  Chios.  Die  türkischen
Batterien  eröffneten  von  der  gegenübetliegenden
  Küste  das  Feuer  gegen  die  Iniel.
Man  darf  dies  als  die  Eröffnung  der  Feinoseligkeiten
  gegen  den  Venizelos  freundlichen  Teil
Griechenlands  betrachten.

 

Nag  de#  Rezicisemt##ts#e
Betreff:  Verkehr  mil  Speisesellen.

Infolge  des  Mangels  an  Speisefetten  ist  es
notwendig,  alle  in  den  landwirtschaftlichen  Betrieben
  noch  verfügbaren  Ueberschüsse  an  Butter
heranziehen.  Die  Landwirtschaftliche  Zentralgenossenschaft
  in  Regensburg  hat  es  ürernommen,
den  Aufkanf  der  Landbutter  im  Amtsbezirke  planmäßig
  durchzuführen.  Zu  diesem  Zwecke  findet
mit  den  zugelassenen  Aufkänfern  am

Samotag,  den  28.  Oktober  I'd  As.
vormittags  9  Uhr

im  Gosthaus  zum  „Bräu  am  Anger“  in  Rosenheim
  eine  Besorechung  statt,  zu  welcher  ein  Vertreter
  der  londwirtschaftlichen  Zentralgenossenschaft
  erscheinen  wird.

2  Tiejenigen  Herren  Bürgermeister.
Sache  Interesse  entgegenbringen,
Veteiligung  eingeladen.

Betrekl:  Regelung  des  Lerkehrs  mit  Speileketien.

Der  Mangel  an  Sveisefetten  macht  cs  notwendig,
  daß  eine  straffe  Verbrauchsregelung  durchwelche


werden

der
zur

Verbündeten  selbst  Unstimmigkeiten  peiniichergeführt  wird  und  die  in  den  lan  wintschofllichen
Naiur  hervorrufen  kann.  Man  lann  sich  nicht  Betrieben’  erzeugten  Speisefette  (Butter  un

.  iMNumõ  .  echmalzhnqtokzeremUmfangeolgbtsherzur
tmch«vomcumHtmlkd1’.«tm"a"c"mchtap  Versorgung  des  nichtrroduzierenden  Teiles  der
lein  verantwortlich  für  die  Fehler  gelten  wol#  Bevölkerung  herangezogen  werden.  Da  der  Komten

  und  daß  zwmischen  ihnen  und  den  Russen
die  *  militãrische  Altionen  notwendiee  Ein- 



munalrerband  darauf  angewiesen  ist,  den  Bedarf

 

———“.
Kanfe  compielte  wels-,  Wollwaren-,  Kurz
waren-,  klelder-  und  baumwollwoffe-  nnd

Betreff:

 

an  Speifeieit  für  die  versorgungsberechtigte  Bevölkerung

  selbst  aufzubringen,  ist  es  awicht
umgehen,  daß  der  Verbrauch  auch  für  di  Sreel
versorger  eingeschränkt  und  denselben  de  Verpflichtung
  zur  Ablieserung  des  leberschusses  auferlegt
  wird.

Durch  die  bezirlsamtliche  Anordnung  vom  29.
Seplemter  1910  —  Amtsblatt  Nr.  S6  —  wurde
die  zulässige  Verbrauchsmenge  der  Selbstversorger
auf  den  Kop'  und  die  Woche  auf  200  Gramm
festgesetzt  und  den  Milcherzeugern  die  Verflichtung
  aulerlegt,  die  von  ihnen  hergestellten  Fette
(Butter  und  Schmalz",  welche  den  eigenen  zu.
lässigen  Verbrauch  übersteigen,  an  die  zugelassenen
Aufkäufer  oder  die  Sammelstellen  abzulietern
oder  an  Verbraucher  abzugeben.  Da  der  Amtsbeuirk
  eine  Angahl  von  Gemeinden  aufszuweisen
hat,  welche  auf  Lieferung  von  Butter  und  Schmalz
angewiesen  sind  (Kieterskelden,  Kirchdorf,  P'raundorf.
  Prien,  Stelanskirchen),  dlürfen  sich  die
übrigen  Gemeinden  nicht  darauf  beschränken,  den
Bedar,  für  ihre  eigenen  Versorgungsberechtigten
zu  decken,  sondern  müssen  zu  Gunsten  der  bedürftigen
  Gemeinden  regelmäßig  größere  Mengen
Butter  lie  ern.  In  denjetigen  Gemeinden,  welche
eine  Z#bastrielhröllerlun  auftuweisen  haben.
ist  deehalb  am  weckmäßiasten  in  einer  zu  diesem
Zweck  zu  beruienden  Gemeindeversammlung  unter
Berücksichtigung  der  Größe  des  Viehstandes  und
der  Zahl  der  zur  Haushaltung  gehbrenden  Personen
  festisetzen,  welche  Mengen  Butter  von  den
einzelnen  landwirtschaftlichen  Betrieben  an  die
Sammelstellen  wöchentlich  abmliefern  sind.  Mit
der  an  die  Sammelstellen  gelieferten  Butter  ist
zunächft  der  Bedarf  der  Versorgungsberechtigten
zu  beiriedigen,  der  sonstige  Ueberschuß  ist  dem
Kommunalverband  zur  Versorgung  der  bedürf.
tigen  Gemeinden  zur  Ver  ügung  #u  stellen.

Die  Gemeindebehörden  werden  beauftragt,  die
Butteiverforgung  in  vorsiehender  Weise  zu  regeln
und  bei  der  Berichterstatiung  zu  Ziff.  18  des
Ausfreibens  em  2¼.  Sertember  1916  anzuzeigen,
  welche  Menge  Gülter  wochentlich  an  den
Kommnunalverband  abgeliefert  werden  kann.
Belreft:  Lerkehr  mit  Süßot.

Mit  der  Einmführung  eigener  Fetl.  und  Eierkarten
  ill  die  bisher  mit  den  Mehl-  und  Brotlarten
  ausgegebene  Bezugskarte  in  Weq'all  ge- 



kommen.  Unter  Abänderung  des  Abij.  II  der
Bekanntmachung  vom  I  Sertember  1015  —
Amtebl.  Nr.  30  —  wird  desbalb  Folgendes
bestimmt:

Gegen  den  mit  den  Büuchftaben  B  bezeichneten
Abschnitt  der  gelben  Lebensmittelkarte  wird  in
den  3  Apotbeken  in  NMosenl  bheim  und  in  den
Avotheken  in  Prien.  Tegerndors.  Oberaudorf
und  Kie  ersselden  je  cin:  Packung  Süßstoff  ab.
gegeben.

 

Wellerbericht  für  Freitag,  den  27.
Unbelländig,  zeiltweise  Niederschlägce.

Oktober.

—  .
Bekanntmachung.

Die  Milchversorgung.

Im  Interesse  der  gleichmaßigen  Versorguna  der  Bevôlkerung

vormittatgs  #  Uhr  findet  dahier  im  Brdu  am  Angersaale

eine  Musternon  und  Aushebung  von  Militär-  und
Laubflurn  pflichtigen  statt.
Gu  derselben  haben  sich  einzufinden:
1)  die  wegen  zeitiger  Untauglichkeit  Jurlükgestellten  Militr-Pflichtigen,
  Geburtsjahre  1896.  1895  und  alter
2)  die  wegen  zeiliger  Untauglichkeit  warüchsgceelten  Cand  ·
sturmpflichtigen  des  Geburtsjahres  1897.

3)  alle  vom  8  Geptember  1870  bis  31.  Dezember  1875  am

geborenen  unausgebildeten  Wehrpflichtigen,  die  im  Srieden  fuͤr
dauernd  untauglich  erhlärt  worden  find,

4)  alle  auf  diesen  Termin  besonders  Vorgeladenen.

Die  unterlassene  Anmeldung  entbindet  nicht  von  der  Gestellungspflicht.


cbestellungspflichlige,  welche  zum  Musterungslermine  nicht
oder  nicht  pünktlich  erscheinen,  werden  bestraft.

Rosenheim,  den  26.  Ghtober  1916.
Stadtmaglstrot.

7189

    
  
    
       
 

   

Kleines  Landanwesen

besseres  Bauern=  oder  kleines  Landhaus,  mit  #.  Oekonomle,  am
liebten  Rosenheim  —  Solzburg  oder  Nosenheim  —  Kusfstein,  sofort
mit  lebendem  umd  totem  Inventar,  von  Selbflläufer

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Reis,  Hotel  Erzelsior,  München.

    

 

7483.

Befaunzmachung

Die  Ausgabe  der  neuen  Zucker-  und  Fleischka###findet

Samstan,  den  28.  Onlober  1916
vormitt.  7—128  Uhr  und  nachmitt.  2—7  Uhr

im  großen  Nathaussaale  (Eingang  Rathausstraße)  statt.
Die  Abgobe  der  Karten  ersolgt  nuur  an  erwachsene
Familien-Angehörige.

 

 

Resenheim,  den  26.  Ohtober  1916.  7491
Stadtmagistrat
Ein  gesondes.  neugeborenes  &#555

«  #een.

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  uern  -  nen  zum  ate  %6

 

 

fäheres  ee

mit  Mlilch  ist  es  veranlaßt,  machdrücklichst  auf  nachfolgende
  vorschriften  mit  dem  Bemerken  hinzuweif  n,  doß  Suwmider.
handlungen  mit  Gefaͤngnis  bis  zu  6  Monatin  oder  mit  Geldstrase
  bis  zu  1500  Ulark  bestraft  werden.

J.

Kann  bei  der  Milchabgabe  die  nach  den  Milchkarten  treffende
  Tagesmenge  nicht  geliefert  werden,  so  sind  in  erster  Linie
Kranke.  Kinder  und  fillende  Srauen  zu  berücksichtigen;  sodann
sind  die  Kochstmengen  bei  der  übrigen  Kundschaft  gleichn  ãkig
zu  kürzen.

II.
Die  Milcherzeuger  und  Händler  sind  verpflichtet.  nach  Weisung
  des  Nommnalverbanss  Illuch  an  beftimmte  Abnehmer

  gegen  Barzahlung  abzugeben.

Da  diese  Weisung  vielfsch  nicht  beachtet  und  dadurch
  die  Torge  der  Behbsde  für  wotleldende  —
lien  unwirksam  gemacht  wird,  so  wuß  bei  Weigern
der  Milchebgabe  unumehr  rücksichtslos  EStrasskeen
erstattet  werden.  in

vollmilch  darf  in  gewerblichen  Betrichen  überhaupt  nicht
verwendet  werden.
IV.
Die  täglich  wachsenden  ulchversorgungsschwierigkeiten  ma.
chen  es  notwendig,  solgende  Anordnung  zu  erlassen:

Den  Milcherzeugern  und  Mlilchh#ndlern  ist  verboten.
Wirtschaften.  Kaffeehäusern  und  Konditoreien  mehr  Mil
liefern,  als  nach  den  Mlilchkarten  auf  den  Haushaltungsvor  dahs
und  seine  Haushaltungsangehorigen  trifft.

In  diesen  Gewerbebetrieben  darf  als  Susatz  zu  Kaffee,
Tee,  AThoholade,  Kakac  oder  anderen  Getränben  nur  kondenfierte
Magermilch  verwendet  werden.
Rosenheim,  den  25.  Ohtober  1916.
Stadtmagik#r#ot.

u

7400

 

ASnhänger

:  arnd  entraribun  Stack  mi  mit  kräfhser  Loser#  :
uen  M.  Niedermayr.  Rosenheim.