64 Nahrungsmittel.
Entfernt man diese Fettschichte vor Eintritt der Säuerung der Milch, so erhält
man süßen Rahm, nach Eintritt der Säuerung sanren Rahm. Ze nach
der mehr oder minder sorgfältigen Abrahmung erhält man fettreichen oder
fettarmen Rahm, der entsprechend weniger oder mehr Milchbestandteile enthält.
Durch Schlagen des Rahmes sprengt man die Hüllen der Fettkügelchen,
diese vereinigen sich zu Fettklumpen und lönnen in bestimmte Formen, besonders
unter Einfluß niedriger Temperatur- gebracht werden. Gute Butter
besteht aus etwa 84% Fett, schlechte aus 70%⅝% und weniger.
Auch die Butter nimmt bekanntlich Farbe und Geschmack des Futters
der Milchtiere an; ihre Güte kann also sehr verschieden sein. Trotzdem gilt
sie als das wohlschmeckendste und leichtverdaulichste Fett und wird in großen
Mengen verzehrt, oft zum Nachteil der Verdanung. Wir gedenken ihrer
noch bei der Abhandlung der „Fette“".
lber das Ranzigwerden der Butter ift noch zu sagen, daß sich dieser
unangenehme Zustand um
so eher entwickelt, je unreiner
die Butter ist, d. h.
je mehr Pilze sich in ihr
befinden, und je länger
sie einer warmen und
vernnreinigten Luft ausgessetzt
ist. Aus den Fetten
der Butter entwickeln sich
dann Fettsänren, die
ihres unangenehmen Beige-Fig.
37. Alter Käse mit seinen Bewohnern (Käsemilben). schmackes wegen auch die
Vergrößert. schönste Butter schließlich
ungenießbar machen.
Wie das Abbkochen die Milch vor rascher Sänerung schützt, so kann
auch das Schmelzen der Butter durch Siedehitze alle in ihr enthaltenen Keime
abtöten und sie für lange Zeit haltbar machen, allein — „Butter“ ist dieses
feste und gelbe Fett dann nicht mehr, es ist bloß ein vorzügliches Kochfett
geworden; der feine Wohlgeschmack der Butter ist durch die Siedehitze verloren
gegangen.
Der Käse. Man versteht darunter den Käsestoff der Milch, mit oder
ohne Fettgehalt, nach Ansscheiden der Molken und nach Einwirkung von
Gewürzen oder der durch Pilze erzengten Fäulnisvorgänge. Daher der vielfältige
Geschmack der verschiedenen Käsesorten und der oft höchst widerliche
Geruch. Je nach ihrem Fettgehalt unterscheidet man Magerkäse, Fettkäse,
Mahmkäse; je nach ihrer Festigkeit Hart= oder Weichkäse. Je fester
sie sind, desto weniger Wasser enthalten sie und desto konzentrierter sind sie
als Nahrungsmittel. Sie enthalten 20—40 % Eiweiß und 20—60 % Fett.