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den überfallen und was der Bischof in langen Jahren mit Mühe
gepflanzt hatte, schonungslos zertreten worden 36). Im Kulmer Lande,
von wo Herzog Heinrich mit Aufgebung seiner Pläne längst heimgezogen
war. 2) fand Christian mit den bei ihm verweilenden Kreuzfahrern
wohl auf der Hauptburg Kulm Schutz vor dem Feinde. Aber
welch ein trauriger Umschwung der Verhältnisse!
Indeß wie anhaltend auch diesmal der Kriegssturm aus dem
Norden sein mochte, bleibend nahmen die Preußen auf solchen Zügen
nie von einem Lande Besitz; hatten sie ihre Raub= und Mordlust
befriedigt, dann verschwanden sie immer wieder in ihre Wälder und
es traten oft mehrere Jahre vollkommner Ruhe ein. Geschah dies
auch jetzt. so durfte Christian sich der Hoffnung hingeben, daß es ihm
dann vielleicht gelingen würde, die Kreuzfahrt nach Preußen mit großartigerem
Erfolge bei dem Papste und in Deutschland in Anregung
zu bringen, und mit einer starken Heeresmacht nicht nur sein christliches
Land zu behaupten, sondern auch die heidnischen Landschaften
zu züchtigen und zu unterwerfen. Deun daß die bloße Vertheidigung,
auf die er sich bis dahin beschränkt hatte, das Werk des Glaubens
nicht fördere, davon hatte ihn die jüngst gemachte traurige Erfahrung
hinlänglich belehrt. Der heidnische Trotz, das sah er, ließ sich nur mit
Waffengewalt brechen, und wie lange er auch gezögert, er mußte jetzt
zu dem Entschlusse kommen, in diesen Boden sei das Kreuz nur mit dem
Schwerte zu pflanzen"). In wiefern und mit welchem Glück er wäh-
66) Nichts desto weniger ist diese Landschaft selbst in den später folgenden
Kämpfen mit dem Orden noch als eine nicht sehr für das Heidenthum eifernde wiederzuerkennen.
Die Pomesanier haben die Schlacht an der Sirgune (Sorge), die Ermländer
die bei Braunsberg, — in Lansanien suchen wir vergebens die Wahlstatt, wo
seine Männer vereint den Kampf der Verzweiflung für das Heidenthum gekämpft hätten.
66 a) Vgl. seine Urkunde d. d. 1. Juli 1224 in Novo Foro. Sommersb.
III. pg. 97.
67) Von nun an kommen die Ausdrücke „Vertheidigung, Schutz der
Getauften in Preußen“ in den Urkunden nicht mehr vor.
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