Volltext : Blätter für Rechtsanwendung. LII. Band. (52)

Aus  der  Lehre  von  der  Entmündigung.  39

Civilrecht  Bd.  III  §S.  155  Note  14  S.  287.  Nur
von  dlesem  Standpunkte  aus  ist  es  auch  erklärlich,
daß  einzelne  Partikularrechte,  wie  bereits  oben  unter
I1  erwähnt,  die  Besserung  des  Verschwenders  durch
Einsperrung  desselben  zu  erzielen  suchten.

Die  Betheiligung  des  öffentlichen  Interesse  an
der  Bevormundung  der  Verschwender  ergab  sich
librigens  schon  nach  römischem  Rechte  doraus,  daß
solche  nicht  blos  auf  Antrag  der  nächsten  Verwandten,
sondern  auch  von  Amtswegen  durch  die  Obrigkeit
erfolgen  konnte.  Kraut  II  §.  61  S.  213  bei  Note  5.
Vgl.  auch  Struckmann  u.  Koch  CPO.  F§.  595
Note  7  a.  E.  —  Glück,  Pand.  Thl.  33  F.  1390
S.  182,  183  und  Rudorff  I  §S.  17  S.  136  bei
N.  30  u.  31  sind  zwar  der  Meinung,  daß  die  Prodigalitätserklärung
  nie  von  Amtswegen,  sondern  immer
nur  auf  vorhergehende  postulalio  oder  Provokation
der  nächsten  Verwandten  erfolgen  dürfe,  und  nimmt
Rudorff  an,  daß  diese  auch  in  I.  1  pr.  Dig.  27,  10
hinzuzudenken  sei.  Allein  beide  unterlassen,  dafär
eine  Gesetzesstelle  oder  eine  sonstige  Rechtsquelle  anzuführen,
  und  der  für  sich  klare  Wortlaut  der  cit.
.gI.  1  princ.  (si  talem  hominem  invenerint)
vgl.  mit  Cconst.  1  Cod.  5,  70  spricht  für  die  Ansicht
  von  Kraut;  ebenso  S.  3  Inst.  de  curatoribus
I.,  23,  wo  in  gleicher  Weise  bezüglich  der  Geisteskranken
  und  der  Verschwender  von  der  Bestellung
der  Kuratoren  ex  inquisitione  die  Rede  ist.  Auch
das  in  const.  3  Cod  de  cur.  fur.  5,  70  (Arnold
§.  40  N.  2)  wiedergegebene  an  einen  Bittsteller
in  einem  einzelnen  Fall  erlassene  kaiserliche  Reskript
(„pete  ei  curatores“),  welches  überdies  auf  einen
Geisteskranken  Bezug  hat,  läßt  nicht  die  Schlußfolgerung
  zu,  daß  ohne  petitio  die  Bestellung  eines
Vormundes  nicht  erfolgen  konnte.  Vielmehr  enthält
diese  Stelle  ebenso  wie  die  von  Rudorff  a.  a.  O.
in  Bezug  genommene  Stelle  des  Valerius  Maximus