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setzen mögen. Inzwischen gehe man im Reiche wider diejenigen
vor, welche Gott lästern und das Sakrament schänden, und rotte
die Irrlehren aus, welche bereits zu einer so schrecklichen Empörung
geführt haben und, ohne dafs der Türke (auf den die
Lutherischen ihre Hoffnung setzen) zu kommen braucht, Deutschland
in kurzem vollkommen heidnisch machen werden.
Die Summe ist also, dafs bis auf ein Konzil, unangesehen dafs
für ein solches noch auf keiner Seite ernsthafte Anstrengungen
gemacht wurden, von jeder organischen Reform des Kirchenwesens,
nach der doch die Zustände immer mehr hindrängten,
schlechterdings abgesehen werden müsse. Und käme ein Engel
vom Himmel, sagt Georg geradezu, und befehle es anders: man
dürfte ihm nicht gehorchen. Dafs andere Zeiten andere Mittel
verlangen, ist ein Gedanke, der dem Herzog gänzlich fern liegt.
Es ıst das „Fiat justitia, pereat mundus‘“‘ in der schroffsten Form,
oder besser gesagt, es ist der Standpunkt, welcher den König,
dessen Kleider Feuer gefangen haben, lieber verbrennen läfst, als
zugiebt, dafs irgend einer, dem nach dem Herkommen nicht erlaubt
ist, den geheiligten Körper des Monarchen zu berühren, ihm die
Kleider herunterreilse. —
Man begreift hiernach unschwer, wie überlegen die Stellung
derjenigen Fürsten und Stände sein mufste, welche das Evangelium,
auf dem sie als gemeinsamer Grundlage fulsten, nun auch offen
bekannten und dasselbe, den Antrieben der Zeit und den Forderungen
der Sachlage entgegenkommend, in den Bündnissen von Gotha und
Magdeburg als ihr politisches wie kirchliches Programm heraus- und
voranstellten.