[Berlin, Mittwoch 7. Februar 1344).
Mademoiselle
Soeben erhalte ich von Glaser Deine Stiefel, und während
sie eingenäht werden, schreibe ich Dir, daß ich mich hier leidlich
amüsire und Dir in der Quadrille ein Gleiches wünsche. Es
hat mich angenehm überrascht zu bören, daß Du mit HNatzmer
tanzest; kratze kratze Trullel Wenn die Stiefel so nicht recht
sind, so thut es mir leid; Du hast gar nichts darüber geschrieben,
wie sie sein sollten, ich habe sie daher ganz wie die alten machen
lassen. Morgen geh ich mit Arnim nach Schönhausen, wo
wir übermorgen eine kleine Jagd machen. Der Vater hat zwar
erlaubt, einen Hirsch zu tödten, aber es ist fast schade in jetziger
Jahreszeit. Seit gestern friert es hier wieder. Bei Euch Samojeden
soll ja haushoch Schnee liegen; ich komme in meinem ganzen
Leben nicht wieder hin. Neues gibt es hier nicht; alles
Trauer; der Rönig von Schweden ist nun auch todt 1), ich fühle
immer mehr, wie ich allein stehe in der Welt. Zu Eurer Quadrille
wird von hier wohl nur Putttamer kommen, dessen Eifersucht es
mir neulich gelungen ist rege zu machen. Sorge doch dafür,
daß in Kniephof Eis gefahren wird, und möglichst voll, sonst
muß Ou den Thampain im Sommer lauwarm trinken. Grüße
alle herzlich, namentlich den Uater.
Berlin. Mittwoch. 44. B.
An Srdulein von Bismarck Aufgabestempel: Berlin
hierbei 1 Paket in Sochwohlgeboren — 2 3
grau Lein Taugard Ankunftstempel: Naugard
sign. F. v. B. Vaugard. Dommern 12
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1) Rönig Rarl von Schweden starb am 8s. März 1344; da der Brief nach
Ausweis dee Doststempels in Berlin am 7. Februar 1444 aufgegeben wurde,
so muß um diese Feit bereits irrtümlich die Nachricht vom Tode des Rönigs
nach Berlin gelangt sein.