Full text : Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Stettin. 1916. (106)

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krankten  Kinde  des  Handelsmannes  erfolgt,  ebenso  bei  einer  45  Jahre  alten  Frau,  von  der
später  ihr  Ehemann,  ein  45  Jahre  alter  Briefträger,  und  eine  in  demselben  Hause
wohnende  40  Jahre  alte  Fran  angesteckt  wurden.  Alle  3  Personen  waren  als  Kinder
mit  Erfolg  geimpft,  aber  nicht  wiedergeimpft;  ihre  Erkrankungen  verliefen  leicht.  In
2  weiteren  Fällen  hatte  die  56  Jahre  alte  Wittwe  eines  Bäckers  und  die  59  Jahre
alte  Frau  eines  Handelsmannes  die  Wohnung  des  Erstbetroffenen  betreten.  Von  dort
war  vermuthlich  auch  der  51  Jahre  alten  Frau  eines  anderen  Handelsmannes  der
Ansteckungsstoff  zugeführt  worden,  da  die  Tochter  derselben,  die  gesund  geblieben  ist,
in  jenem  Hause  gewesen  war.  Von  den  letzteren  3  Personen  starb  die  zweite,  deren
Impfverhältniß  unbekannt  ist.  Die  erste,  die  leicht,  und  die  dritte,  die  schwer  erkrankte,
waren  nur  einmal  als  Kind  mit  Erfolg  geimpft.

In  dem  Blatternausbruche  zu  Oberweißbach  war  also  außer  einem  ohne  Erfolg
geimpften  Kinde  keiner  der  Erkrankten  jünger  als  40  Jahre  oder  wiedergeimpft.  Es
starb  das  ohne  Erfolg  geimpfte  Kind,  eine  59  Jahre  alte  Frau  unbekannten  Impfzustandes
und  ein  62  Jahre  alter  Mann,  der  nur  einmal  als  Kind  geimpft  war,  dessen  Impfung
somit  ungefähr  6  Jahrzehnte  zurücklag.

Aus  Hamburg  sind  6  Pockenerkrankungen  angezeigt  worden,  von  denen  3  bei
ortsansässigen  und  3  bei  zugereisten  Personen  sich  ereigneten.  Von  den  letzteren  kam
ein  leicht  erkrankter,  im  2.  Lebensjahre  geimpfter,  21  Jahre  alter  Steward  aus  Schweden.
Die  beiden  anderen  waren  von  Dänemark  eingetroffen  und  hatten  in  dem  Seemannsheim,
  in  welchem  der  Ersterwähnte  erkrankte,  Unterkunft  gefunden.  Der  eine,  ein
28  Jahre  alter,  als  Kind  und  im  18.  Lebensjahre  mit  Erfolg  geimpfter  Steward  theilte
sogar  mit  demselben  das  Zimmer,  der  andere,  ein  21  Jahre  alter  Seemann  war  noch
nicht  geimpft.  Nach  der  ersten  Erkrankung  waren  die  beiden  letzteren  Personen  geimpft
  worden,  doch  verlief  die  Impfung  bei  dem  28  Jahre  alten  Manne  erfolglos;
bei  dem  anderen  kam  sie  zu  spät,  da  dessen  Erkrankung  schon  9  Tage  nach  derselben
begann,  die  Ansteckung  also  vermuthlich  bereits  vor  der  Impfung  erfolgt  war.  Er  erkrankte
mittelschwer,  während  die  Erkrankungen  der  beiden  anderen,  früher  geimpften  Personen
sehr  leicht  verliefen.  Ungefähr  gleichzeitig  mit  den  letzteren  beiden  zugereisten  Personen
wurde  ein  einheimischer,  23  Jahre  alter,  nur  einmal  im  4.  Lebensjahre  erfolgreich
geimpfter  Arbeiter  von  einer  leichten  Pockenerkrankung  betroffen.  Die  Art  der  Uebertragung
  der  Krankheit  ist  nicht  ermittelt  worden.  Ferner  erkrankten  in  der  Nachbarschaft
  des  Eppendorfer  Krankenhauses,  in  dem  die  von  den  Pocken  betroffenen  Personen
behandelt  wurden,  schwer  bezw.  mittelschwer  an  Pocken  2  Frauen  im  Alter  von  51
bezw.  53  Jahren.  Beide  waren  als  Kinder  geimpft,  die  erstere  auch  wiedergeimpft,
doch  waren  bei  dieser  39,  bei  der  anderen  51  Jahre  seit  der  letzten  Impfung  verstrichen;
auch  wurden  bei  der  zuletzt  erwähnten  Frau  Impfnarben  nicht  gefunden.

Ein  aus  Elsaß-Lothringen  gemeldeter  Pockenfall  betraf  in  der  Gemeinde  Kl.-Landau
des  Kreises  Mülhausen  einen  im  1.  Lebensjahre  mit  Erfolg  geimpften,  im  12.  Jahre
ohne  Erfolg  wiedergeimpften  30  Jahre  alten  Kutscher,  der  von  Basel  zugereist  war
und  in  letzterer  Stadt  mit  einer  wenige  Tage  später  erkrankten  Person  Berührung
gehabt  hatte.  Der  Verlauf  seiner  Erkrankung  war  leicht.  ·

Gesammtübersicht  über  das  Lebensalter  und  den  Impfzustand  der  Erkrankten.

Nach  der  folgen  den  Tabelle  erkrankte  und  starb  an  den  Pocken  ein  ungeimpftes
Kind  des  ersten  Lebensjahres.  Von  3  Kindern  des  2.  Lebensjahres  war  1  nicht
geimpft,  1  ohne  Erfolg  und  1  zu  spät  nach  bereits  erfolgter  Ansteckung  geimpft.  Es
starben  das  erste  und  zweite  Kind;  bei  dem  dritten  verlief  die  Krankheit  leicht.