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schweig und Otto von Nordheim. Während die Kaiserin bei Tische saß und sich mit den fröhlichen
Gästen unterhielt, lockte Hanno den jungen König auf sein herrliches Schiff und —
fuhr mit ihm davon. Als der elfjährige Heinrich merkte, daß man ihn entführen wollte, weinte
er und flehte, man möchte ihn bei seiner Mutter lassen. Aber vergebens. Da sprang er in
der Angst seines Herzens über Bord. Graf Ekbert von Braunschweig aber sprang ihm nach
und rettete ihn.
Hanno ließ den jungen Heinrich sehr streng erziehen. Nicht allzulange jedoch
sollte er den Knaben bei sich behalten. Er erhielt nämlich einen schlauen und gewandten
Mitregenten in dem Erzbischof Adalbert von Bremen. Diesem gelang
es durch seine große Milde und Nachsicht sehr bald, den jungen König ganz und
gar an sich zu fesseln. Da er aber mit den Sachsen beständig in Fehde lag, so erfüllte
er Heinrichs Herz mit Mißtrauen gegen dieses Volk und seine Fürsten.
2. Kampf mit den Sachsen. Im 16. Lebensjahre trat Heinrich die Regierung
an. Er nahm im Gegensatz zu früheren Königen, die von Pfalz zu Pfalz ziehend
das Land verwaltet hatten, seinen festen Wohnsitz in Goslar, mitten im
Lande der Sachsen. Diese mußten nun allein die Kosten des kaiserlichen Hofhaltes
bestreiten. Heinrich erbaute sich mehrere Burgen, deren fränkische Besatzung oft
arg im Lande hauste. Das alles erfüllte die Sachsen mit Mißtrauen und Erbitterung
gegen den König. Sie empörten sich, wurden aber in blutigem Kampfe niedergeworfen.
In törichter Verblendung mißbrauchte Heinrich seinen Sieg. Denn
er ließ sofort die im Sachsenlande zerstörten Burgen wieder herrichten, nahm viele
vornehme Sachsen gefangen und zog ihre Güter ein. Auch gab er die gefangenen
Bischöfe nicht frei, obgleich Papst Gregor VII. solches von ihm forderte; dadurch
schuf er sich in diesem einen neuen, sehr mächtigen Feind.
3. Gregor VII. bestieg 1073 den päpstlichen Stuhl. Er, der ehemalige schlichte
Mönch Hildebrand, war einst aus einem französischen Kloster an den päpstlichen
Hof gekommen und hatte den fünf vor ihm regierenden Päpsten als vertrauter Ratgeber
gedient. Jetzt, da er selbst den päpstlichen Stuhl bestiegen hatte, verfolgte
er mit unbeugsamer Kraft das Ziel, die Kirche vollständig unabhängig von aller
weltlichen Macht zu machen und alle Mißbräuche, die sich in sie eingeschlichen hatten,
zu entfernen. Deshalb gebot er: 1. Kein geistliches Amt sollte mehr um
Geld verkauft werden (Simonie, Apost.-Gesch. 8); 2. der Papst allein und
kein Fürst hätte das Recht, Bischöfe zu ernennen und ihnen die
Zeichen ihrer Würde, Ring und Stab, zu geben (Investitur); 3. kein
Geistlicher sollte verheiratet sein (Zölibag.
4. Heinrich im Bann. Unbekümmert um das päpstliche Gebot, besetzte Heinrich,
wie das bisher üblich gewesen war, deutsche und italienische Bistümer. Da erschien
ein Gesandter des Papstes bei Heinrich und verlangte von ihm, daß er die durch
Simonie in ihre Stellen gelangten Bischöfe absetze und sich sortan der Belehnung
der Bischöfe vollständig enthalte. Heinrich beachtete diese Forderung nicht. Dazu
kam noch, daß er von den Sachsen eines lasterhaften Lebenswandels angeklagt
war. Der Papst drohte deshalb, daß er ihn mit dem Bann belegen werde, wenn
er nicht bald Beweise seiner Sinnesänderung geben werde. Darüber empört, ließ
Heinrich den Papst auf einer Versammlung von 26 deutschen Bischöfen in Worms
absetzen. Aber der Papst schreckte vor den Drohungen Heinrichs nicht zurück. Im
Gegenteil, er tat, was noch kein Papst vor ihm gewagt hatte: er sprach über den
König den Bann aus und entband alle seine Untertanen von dem Eide der