Full text : Handbuch für Preußische Verwaltungsbeamte. Zweiter Band. (2)

794  Abschnitt  XXXVI.  Städte-Ordnung  für  die  sieben  östlichen

die  Vergütung  baarer  Auslagen  zulässig,  welche  für  fie  aus  der  Ausrichtung
von  Aufträgen  entstehen!).

8.  65.  (W.  8.  65.  R.  8.  59.  H.  N.  88.  70  —72.)  Den  Bürgermeistern  und  den
besoldeten  Mitgliedern  des  Magistrats  #(W.  den  nicht  auf  Lebenszeit  angestellten
Bürgermeistern  und  den  besoldeten  Mitgliedern  des  Magistrats)  (R.  den  nicht
auf  Lebenszeit  angestellten  Bürgermeistern  und  den  besoldeten  Beigeordneten)
(K  N.  den  besoldeten  Bürgermeistern,  Beigeordneten  und  übrigen  Rünglicdern
des  Magistrats))  sind,  sofern  nicht  mit  Genehmigung  des  Bezirksausschusses:
eine  Vereinbarung  wegen  der  Pensions)  getroffen  ist,  bei  eintretender  Dienstunfähigkeit,
  oder  wenn  sie  nach  abgelaufener  Wahlperiode  nicht  wiedergewählt
werden,  folgende  Pensionen  zu  gewähren:
¼  des  Gehalts!)  nach  I5  ähriger  Dienstzeit  ),

11  .  -  ,  -  ,
2J:  -  -  =  24  =  -

Die  auf  Lebenszeit  angestellten  besoldeten  Gemeindebeamten  erhalten,  inso—
fern  nicht  mit  dem  Beamten  ein  Anderes  (CH.  N.  nicht  ein  Anderes  mit  Genehmigung
  des  Bezirksausschusses))  verabredet  worden  ist,  bei  eintretender  Dienstunfähigkeit
  Pension  nach  denselben  Grundsätzen,  welche  bei  den  unmittelbaren
Staatsbeamten  zur  Anwendung  kommen)).

((H.  N.)  Unberührt  bleibt  der  Art.  III  des  Gesetzes  vom  31.  März  1882,
insoweit  er  nicht  durch  das  Gesetz,  betreffend  die  Ausdehnung  einiger  Bestimmungen
  des  Gesetzes  vom  31.  März  1882  wegen  Abänderung  des  Pensionsgesetzes
  vom  27.  März  1872  auf  mittelbare  Staatsbeamte,  vom  1.  März  1891
(G.  S.  S.  19)  abgeändert  ist.)

Die  Pension  fällt  fort  oder  ruht  insoweit,  als  der  Pensionirte  durch  ander- 



1)  Den  städtischen  Beamten  steht  wegen  ihres  Diensteinkommens  der  Rechtsweg
zu,  E.  Civ.  XXVIII.  357.

2)  Vergl.  Anm.  2  auf  S.  793.

3)  Für  die  Pensionsansprüche  der  Bürgermeister  und  die  besoldeten  Magistratsmitglieder
  sind  die  obenstehenden  Vorschriften  maßgebend,  nicht  das  Staatsbeamten-27.

  März  1872  (G.  S.  S.  268)  ..  .
TUTTI-Geh  LMMWIUQSSJZH  falls  dies  nicht  bei  der  Anstellung  vereinart
  ist.

)  Nicht  das  gesammte  Diensteinkommen  eines  Gemeindebeamten  ist  als  penfionsfähiges
  Gehalt  anzuerkennen.  Ueber  die  Frage,  welcher  Theil  des  Diensteinkommens
als  pensionsfähiges  Gehalt  anzusehen  ist,  entscheiden  die  Beschlüsse  der  städtischen  Kollegien
und  die  Bestimmungen  der  Aufsichtsbehörde,  auf  Grund  deren  die  Anstellung  s.  Z.
erfolgt  ist.  Zu  ihm  gehören  anch  persönliche  Zulagen,  die  dem  Beamten  mit  ausdrücklicher
  oder  stillschweigender  Genehmigung  der  Auffichtsbehörde  bewilligt  bezw.
gezahlt  worden  sind.  Zur  Bewilligung  von  Gehaltszulagen  an  Bürgermeister  und
besoldete  Magistratsmitglieder  bedarf  es  nicht  der  auesdrücklichen  Genehmigung  der
Regierung,  Erk.  17.  April  1886  (E.  O.  V.  XIII.  175  u.  180).

Persönliche  Gehaltszulagen,  die  unwiderruflich  für  die  Amtszeit  des  derzeitigen
Amtsinhabers  und  als  fortlaufende  Vergütung  für  die  gesammte  Verwaltung  —  nicht
lediglich  als  temporäre  Remuneration  für  einzelne  Amtsverrichtungen  —  bewilligt
sind,  kommen  bei  Berechnung  der  Pension  in  Ansatz,  Res.  30.  Sept.  1866  (M.  Bl.
S.  112).  Ueber  die  Nichtanrechnung  der  Nebeneinnahmen  bei  der  Pensionirung
vergl.  Res.  21.  Okt.  1867  (M.  Bl.  1868  S.  63)  und  oben  B.  I  S.  186  Ss.  11,  12.

5)  Es  kommt  nur  diejenige  Dienstzeit  in  Anrechnung,  die  der  Beamte  im
Dienste  der  betreffenden  Gemeinde  zugebracht  hat,  also  namentlich  nicht  die  Militär-Dienstzeit,
  die  im  Dienste  des  Staates  oder  einer  anderen  Gemeinde  zugebrachte
Dienstzeit,  wenn  dies  nicht  ausdrücklich  verabredet  ist,  Res.  17.  Dez.  1867  (M.  Bl.
1868  S.  126);  19.  März  1872  (M.  Bl.  S.  102).

6)  Die  Lehrer  an  städtischen  Elementarschulen  und  höheren  Unterrichtsanstalten
gehören  nicht  hierher.  Wegen  der  Pensionsberechtigung  der  civilversorgungsberechtigten
Militärpersonen  vergl.  Ges.  27.  Juni  1871  (R.  G.  Bl.  S.  975)  ös.  107,  108;
Ges.  4.  April  1874  (R.  G.  Bl.  S.  25)  §.  16  und  Ges.  22.  Mai  1893  (R.  G.  Bl.
S.  171)  Art.  12.  Wegen  des  Verfahrens  bei  streitigen  Pensionsansprüchen  vergl.
Zust.  Ges.  §.  20,  L.  V.  G.  §.  43  und  C.  O.  B.  XlII.  74,  XVIII.  429,  XXIII.  60.