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Fünfte Periode
Vierzehntes und fünfzehntes Jahrhundert
Die Einheit des Staates und der Kirche löste sich in
diesen Jahrhunderten auf.
Das Papsttum konnte nicht herrschen, ohne alle Momente
des Lebens zu umfassen. Doch gelang ihm das
nicht so vollkommen, daß nicht Dante ungeachtet seiner
streng religiösen Gesinnung die Idee des ausschließlich
regierenden Papsttums bekämpft und die des weltlichen
Staates aufgefaßt hätte. Eine andere Erscheinung der
Literatur in dieser Richtung ist das Sagenwerk, aus welchem
nachher Ariost, Bojardo und viele andere ihre Erzählungen
genommen haben, die sogenannten Royaux
de France, eine Verherrlichung des französischen Königs
tums, welche, ohne im mindesten von der Einheit des
Christentums abzugehen, aus einer rein weltlichen Tendenz
entsprungen war. Auf diese Weise konnte nun
freilich nichts Entscheidendes erreicht werden; allein es
traten andere Ereignisse ein, welche der Macht des Papst»
tums die größten Niederlagen beibrachten.
Gleich am Anfang des 14. Jahrhunderts treffen wir
den Papst Bonifazius VIII., welcher die päpstlichen
Hoheitsansprüche zwar nichtam besten geltend gemacht,
aber am stärksten formuliert hat, als eine Umfassung
aller geistlichen und weltlichen Rechte, wie er in Streit
geriet mit einem König, dem seine Klugheit die Mittel
an die Hand gab, sich seiner zu entledigen, nämlich mit
Philipp dem Schönen von Frankreich.
Dies Königreich war im Bunde mit dem Papsttum
stark geworden. Die römische Kurie hatte die Franzosen
in ihrem Kampf gegen die Engländer unterstützt; sie
hatte ihnen die Rechte gewährt, durch welche sie Meister
des südlichen Frankreichs geworden waren; diesüdlichen
Franzosen von Marseille waren durch den Papst unter
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