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Troyes ist eine Stadt von 50,000 Einwohnern, teilweise
prächtig gebaut mit schönen geraden Straßen und Promenaden
und einer herrlichen Kathedrale, die alten Stadtteile dagegen
sind über die Maßen eng und winklig. Dort haust ein schlimmes
Proletariat, das auch bei unserem Einmarsch die Stadt bei—
nahe in eine sehr üble Lage gebracht hätte. Das Arbeiterkorps
hatte nämlich mit echt französischer Bramarbasserie vor
unserem Einmarsch geprahlt, uns schon abhalten zu wollen,
hatte die Straßen durchbrochen, Schanzen aufgeworfen u. s. w.,
und hatte der vernünftige Teil der Bürgerschaft, der wohl ein—
sah, daß mit derartigen Mitteln der Invasion nicht zu begegnen
sei, zum Widerstande den Arbeitermassen gegenüber aber zu
schwach war, die Sache geschehen lassen müssen. Als sich aber
die preußischen Truppen zeigten, hatten die Blusenmänner sich
tapfer nach rückwärts konzentriert und ihre Schanzen im Stiche
gelassen. Bis jetzt waren überhaupt die Bestrebungen, unsern
Vormarsch zu hindern, sehr ohnmächtiger Natur gewesen. Meistenteils
beschränkten sich die Hindernisse darauf, daß man die
Chausseebäume gefällt und über die Straße geworfen und die
Chaussee durchstochen hatte. Oft noch dazu an so ungeeigneten
Stellen, daß die Kolonnen ohne Mühe ausbiegen konnten.
War so ein Hindernis einmal in einem Desilé, so trieb die
Avantgarde ohne weiteres die Bevölkerung des nächsten Dorfes
herbei, und alles mußte auf Tod und Leben arbeiten, um möglichst
schnell die Löcher wieder auszufüllen, die sie vorher mit
so großer Anstrengung gegraben hatten. Zu solchen vergeblichen
Arbeiten waren die Leute durch Agenten der Regierung
de la défence nationale veranlaßt worden, die überall im Lande
herumreisten und die levée en masse predigten. Ferner waren
an den Chausseen die Nummern von den Kilometersteinen und die
Wegweiser entfernt worden, ebenso bei den Dörfern die eisernen
Tafeln, die sich bei jedem Eingange befinden und den Namen
des Ortes und Departements und die Entfernung desselben bis
zum nächsten Orte angeben. Daß wir Karten hatten und uns
daher auch ohne ihre Wegweiser und Ortstafeln zurechtfinden
konnten, daran war natürlich nicht gedacht worden. Jedes
Dorf hatte ferner, um es zum Widerstande zu ermutigen, eine
Anzahl Gewehre, alte glatte Perkussionsflinten und Faschinen-