Full text : Ursachen und Ausbruch des Weltkrieges.

teich-  Ungarns  gegen  Serbien  Rußland  auf  den  Plan
bringen  und  uns  hiermit,  unserer  Buͤndnispflicht  entsprechend,
  in  einen  Krieg  verwickeln  koͤnnte.  Wir  konnten
aber  in  der  Erkenntnis  der  vitalen  Interessen  Osterreich-Ungarns,
  die  auf  dem  Spiel  standen,  unserem  Bundesgenossen
  weder  zu  einer  mit  seiner  Würde  nicht  zu  vereinbarenden
  Nachgiebigkeit  raten,  noch  auch  ihm  unseren
Beistand  in  diesem  schweren  Moment  versagen".  Ein
allmählicher  Jerfall  Österreichs,  eine  Unterwerfung  des
gesamten  Slawentums  unter  russischer  Hegemonie  mußte
die  Stellung  der  germanischen  Rasse  in  Mitteleuropa
stark  gefährden  und  auch  unsere  Interessen  schwer  bedrohen.
  „Ein  moralisch  geschwächtes,  durch  das  Vordringen
  des  russischen  Panslawismus  zusammenbrechendes
  Österreich  wäre  für  uns  kein  Bundesgenosse
mehr,  mie  dem  wir  noch  rechnen  könnten.  Wir  ließen
daher  Osterreich  freie  Hand  in  seiner  Aktion  gegen  Serbien,
  wir  haben  an  den  Vorbereitungen  niche  keilgenommen.“
  Dies  ist  unser  Standpunkt  bei  Beginn  der  Krise
gewesen.  Auch  heute  noch  bin  ich  der  Ansicht,  daß  wir
nicht  anders  handeln  konnten,  als  Österreich  unseren
Beistand  zuzusagen,  um  ihm  eine  Genugtuung  zu  schaffen.
  Wenn  Herr  Sasonow  wiederholt  gesagt  hat,  Rußland
  könne  nicht  dulden,  daß  Serbien  der  Vasall  Österreichs
  würde  (was  gar  nicht  beabsichtigt  war,  es  sollte
nur  Ruhe  halten),  sollten  wir  etwa  dulden,  daß  unser
Bundesgenosse  fortgesetze  in  seiner  Existenz  bedroht

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