Bilde andere Tinkturen — goldene Blätter im roten Felde.
Diese goldenen Blätter verwandelten sich später in goldene
Herzen,
Da das Wappen von Brena, drei rote Seeblätter in
Silber, von Coburg-Gotha im 14. Felde ohnehin geführt wurde,
benutzte man für Engern dessen spätere Wappenform, die goldenen
Herzen in Rot.
Das Fürstentum Lichtenberg, nach der alten pfälzischen
Burg Lichtenberg so genannt, wurde 1816 neu gebildet, 1819
zu einem Fürstentum erhoben, 1834 an Preussen verkauft. Nach
älteren Angaben sollen in der unteren Hälfte des Feldes nur
sieben Kreuzchen erscheinen, nach der neuen offiziellen Blason-55
nierung ist die Anzahl nicht mehr fixiert. Dem Wappen liegt
das alte Wappen der Grafen von Veldenz (Tafel VIl) und jener
von Saarbrücken (ein silberner Löwe im blauen, mit silbernen
[auch goldenen] Kreuzchen bestreuten Felde) zu Grunde.
Das sonst rot tingierte Feld des Wappens der Herrschaft
Ravenstein (Tafel XII) erscheint im Wappen von Coburg-Gotha
in goldener Tinktur.
Das Wappen der Grafschaft Tonna, der silberne Löwe im
blauen Felde, ist eigentlich das Wappen der alten Grafen von
Gleichen, welche Tonna besassen. Die Herrschaft fiel 1640 an
das Fürstentum Waldeck, von welchem es Gotha durch Kauf
erwarb (siehe bei Tafel XV).
HERZOGTUM ANHALT.
Das Herzogtum besteht aus zwei räumlich getrennten Gebieten, einem grösseren, östlichen und
einem kleineren, westlichen (Ballenstedt) nebst fünf Exklaven, darunter auch Mühlingen, das im Wappen
vertreten ist.
as Grosse Staatswappen zeigt einen, von einem Herzschilde
belegten Hauptschild, der zweimal gespalten und dreimal
geteilt, zwölf Quartiere aufweist.
Der Herzschild, das Wappen von Arkalt, ist gespalten und
enthält vorn in Silber den an die Spaltlinie gestellten, halben
roten, goldbewehrten Adler der Mark Brandenburg, aber ohne
Kleestengel und Krone, hinten das sächsische Wappen, das im
ersten Felde für das Zersogtum Sachsen wiederkehrt.
Im zweiten Felde erscheint in Blau ein gekrönter, goldener
Adler für die Pfalz zu Sachsen.
Im dritten Felde in Silber drei rote Seeblätter für das
Herzogtum Engern.
Im vierten Felde in Silber ein nach einwärts gekehrter,
gekrönter, schwarzer Bär mit goldenem Halsband, der auf den
Zinnen einer schrägen, roten, mit einer geschlossenen, goldenen
Thür versehenen Mauer emporsteigt; nach der offiziellen Angabe,
wegen dem Beringerschen Geschlechte.
Dem fünften Felde liegt der Herzschild auf.
Im sechsten Felde erscheint das Wappen der Herrschaft
Ballenstedt, von Schwarz und Gold zehnfach quergestreift.
Das siebente Feld, von Schwarz und Silber zu zwölf Plätzen
geschacht, bildet das Wappen der Grafschaft Askanien (Aschersleben).
Das achte Feld, von Gold und Rot quadriert, zeigt das
Wappen der Grafschaft Waldersee.
Das neunte Feld, in Blau zwei schräglinke, goldene Balken,
wird wegen der »Hoken Grafschaft« (Gaugrafschaft) Warmsdorf
geführt.
Das zehnte Feld, in Blau ein nach einwärts gekehrter, goldbewehrter,
silberner Adler, bildet das Wappen der Grafschaft
Mühlingen.
Das elfte, ledig rote Feld wird wegen den Kegalier geführt.
Das zwölfte Feld zeigt das Wappen der Herrschaft Bernburg,
in Silber einen schwarzen Bären mit szldernem Halsband,
der auf den Zinnen einer schrägrechten, roten, mit einem offenen
Thore versehenen Mauer emporsteigt.
Der Schild trägt sieben Spangenhelme und zwar von rechts
nach links erscheinen folgende Kleinode:
Grafschaft Mühlingen: ein auf der Helmkrone stehender,
goldbewehrter, silberner Adier; Decke: blau-silber.
Hereogtum Engern: zwei Pfauenwedel in silbernen Schäften,
von einer roten, silbern gestülpten Mütze getragen. Decke:
rot-silber. :
An Stelle dieser Mütze findet sich in neuerer Zeit irrtümlicherweise
ein veritabler Fürstenhut als Träger der Pfauenwedel
auf den Helm gesetzt.
Beringersches Geschlecht: ein aus der Helmkrone wachsender,
schwarzer Bär mit goldener Krone und: Halsband; Decke:
schwarz-silber.
Anhalt: zwei aus der Helmkrone wachsende und sich
kreuzende Arme mit von Schwarz und Gold gevierten Aermeln,
in den Händen Pfauenwedel haltend; Decke: schwarz-gold.
Herzogtum Sachsen: der gekrönte und mit einem Pfauenwedel
besteckte Spitzhut des sächsischen Kleinods ; Decke: schwarz-gold
Pfale eu Sachsen: ein auf der Helmkrone stehender, gekrönter
goldener Adler: Decke: blau-gold.
Grafschaft Askanien: Zwölf aus der Helmkrone sich erhebende,
schwarz-silbern geschachtete Fähnchen an goldenen
Lanzen; Decke: schwarz-silber.
Als Schildhalter dienen zwei auf einem Postamente stehende
rücksehende, schwarze Bären mit goldenen Kronen und ebensolchen
Halsbändern. :
Um den Schild schlingt sich die Kette des Fausordens
Albrechts des Bären. (18. November 1336 von den Herzögen
Heinrich, Leopold Friedrich und Alexander Karl gestiftet.) Das
Ordenskleinod besteht in einem durchbrochenen, goldenen Medaillon
mit dem Wappen des Beringerschen Geschlechtes, das
von einem Devisenband (»FÜERCHTE GOTT UND BEFOLGE
SEINE BEFEHLE«) umschlossen ist.
Die Ansatzstelle des Kettenringes ist mit dem anhaltischen
Schilde belegt. Die Kette zeigt in ihren Gliedern die Wappen
von Anhalt und der Beringer, sowie die Monogramme der Stifter,