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über die Befugnisse verwickelt, die er wie selbstverständlich auszuüben
sich berechtigt glaubte. Auf Schritt und Tritt fand er sich der kühlen,
schneidenden, sarkastischen Logik gegenüber, mit der ihn sein preußischer
Kollege bald bloß reizte, bald entscheidend traf. Mit Staunen sahen
die anderen Bundestagsgesandten diesem Duell zu und wenn ein Streich
besonders gut getroffen hatte, konnte mancher nicht umhin, ihm heimlich
die Hand zu drücken. Ein Gedanke war bei Herrn von Bismarck
zum herrschenden geworden, er war der Ausgangspunkt aller seiner
Betrachtungen, Pläne und Handlungen: „Los von Oesterreich.“ In
seinen Berichten an die Regierung (Herrn von Manteuffel) streifte er
alle denkbaren politischen Möglichkeiten, aber immer und überall ging
er vom Gegensatz zu Oesterreich aus und kehrte zu ihm zurück. Mühsam
versuchte er es in Frankfurt, den Widerstand gegen die österreichische
Politik zu organisieren; glaubte er in dieser Beziehung irgend
etwas erreicht zu haben, so war sicher schon von Berlin aus die Nachricht
von einer neuen „Verständigung mit Oesterreich“ unterwegs.
Endlich im Jahre 1862 durch König Wilhelm I. zum leitenden Minister
Preußens berufen, konnte Herr von Bismarck der Verwirklichung seiner
eigenen Gedanken näher treten. Die Geschichtsschreibung aller Zeiten
wird mit Bewunderung die stetig aufsteigende Entwickelung der Bismarckschen
Politik in ihrem innern Zusammenhange überschauen und
würdigen; von dem unscheinbaren Anfange der raschen und gebieterischen
Lösung der langjährigen kurhessischen Wirren, von der festen Haltung
Europa gegenüber in der Frage des polnischen Aufstandes, von der
Abweisung des Frankfurter Fürstentages bis zu dem glorreichen Frieden
von Nickolsburg, welcher die Grundlage des heutigen deutschen Reiches
schuf. Diese Thaten und ihre großen Ergebnisse verdienen um so
höhere Bewunderung, als sie lange Zeit hindurch der widerstrebenden
öffentlichen Meinung des eignen Landes abgerungen werden mußten
und eine freudige Mitwirkung zum Teil erst eintrat, als die wesentlichsten
Erfolge bereits errungen, als der Grund zum nationalen Neubau
bereits sichtlich gelegt war. Herr von Bismarck hatte die hohe
Genugthuung, daß die deutsche Entwickelung in den Bahnen, in welche
er sie geleitet hatte, rascher, als irgend jemand es ahnen konnte, zum
glorreichen Abschlusse gelangte.
Nachdem mit dem Fürstenkongreß von 1863 der letzte Versuch einer
auf friedlichem Wege herbeizuführenden Reform des deutschen Bundes
gescheitert war, knüpfte sich die weitere Entwickelung der deutschen Verfassungsangelegenheit
an den Schleswig-Holsteinschen Konflikt. Die
zwischen Preußen und Oesterreich in vezug auf die Elbherzogtümer