Full text: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen vom Jahre 1905. (71)

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kleineren dichtschließenden Originalverpackungen der Fabrikations— 
stätte von ½, ½, 1 und 2½ Kilogramm abgegeben werden. Diese Behälter 
und Originalverpackungen müssen mit der Jahreszahl der Abgabe aus der 
Fabrikationsstätte und mit einer durch das Jahr der Abgabe fortlaufenden Nummer 
versehen sein. Dieselbe Zahl und Nummer müssen auch an jeder in den Behältern ver- 
packten Sprengpatrone angebracht sein. Die Angabe der Jahreszahl und 
Nummer auf den Behältern und Sprengpatronen darf auch inchiffrierter 
Form erfolgen, welche vor der Anwendung der Zentralbehörde zur 
Genehmigung vorzulegen ist. Außerdem muß an jeder Sprengpatrone der Name 
des Sprengstoffs sowie die Firma oder Marke der Fabrik oder eine von der Zentralbehörde 
gebilligte und öffentlich bekannt gemachte Bezeichnung der Fabrik angebracht sein. Die 
von der Zentralbehörde des Bundesstaats, in dem eine Fabrik be- 
trieben wird, dieser Fabrik erteilte Genehmigung ihrer Nummern- 
chiffern und Billigung ihrer Fabrikbezeichnung hat für den Verkehr 
mit Erzeugnissen dieser Fabrik im ganzen Reiche Geltung. 
(3) In dem gemäß § 1 Abs. 2 des Reichsgesetzes vom 9. Juni 1884 zu führenden 
Register sind Jahreszahl und Nummer der gekauften und abgegebenen Sprengpatronen 
zu vermerken. 
8 25. Wer sich mit der Anfertigung oder dem Verkaufe von Sprengstoffen befaßt, 
welche dem Reichsgesetze vom 9. Juni 1884 nicht unterliegen, ist verpflichtet, über alle 
An= und Verkäufe dieser Stoffe in Mengen von mehr als 1 Kilogramm ein Buch zu 
führen, welches den Namen der Verkäufer und der Abnehmer, den Zeitpunkt des Ankaufs 
und der Abgabe, die Mengen der gekauften und abgegebenen Stoffe sowie bei Spreng- 
patronen deren Jahreszahl und Nummer angibt. Dieses Buch ist auf Verlangen der 
Polizeibehörde zur Einsicht vorzulegen. Hinsichtlich der Buchführung greifen im übrigen 
die auf Grund des Reichsgesetzes vom 9. Juni 1884 erlassenen Vorschriften Platz. 
8 26. (1) Die Abgabe von Sprengstoffen an Personen, von welchen ein Mißbrauch 
derselben zu befürchten ist, insbesondere an Personen unter 16 Jahren ist verboten. Dies 
gilt insbesondere auch von solchen Feuerwerkskörpern, mit deren Ver- 
wendung eine erhebliche Gefahr für Personen oder Eigentum ver- 
bunden ist (Kanonenschläge, Frösche, Schwärmer ü. dergl.). Dagegen 
findet diese Vorschrift keine Anwendung auf Spielwaren, welche ganz 
geringe Mengen von Sprengstoffen enthalten. Zündplättchen (Amorces), 
welche mehr als 7,5 Gramm Sprengmischung (Knallsatz) auf 1000 
Plättchen enthalten, dürfen als Spielwaren nicht in den Verkehr 
gebracht werden. 
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