Aum̃m̃er J
nouc! Viele auch glauben daß sie für die Deut-#n
kämpfen und ihr Blut hergeben müssen.
Aber die „Alleman“ schätzt und achtet er, denn
sie sind immer vorne im Kugelregen bei ihm,
sie sorgen für ihn aufs beste und behandeln
ihn gut. Seit vielen, vielen Jahren steht der
türkische Soldat im Kriege; er hat gegen Griechenland,
Serbien, Bulgarien, Italien, auf dem
Balkan und in Tripolis gekämpft, und meistens
ist die Sache schlecht für ihn verlausen.
In diesem Krieg aber, trotzdem er gegen die
mächtigen Franzosen, Russen uni Engländer
geführt wird, ist es ganz anders. Er siegt und
braucht nicht zu hungern, und wenn er verwundet
oder krank ist, so hat er seine tadellose
Verpflegung; ja sogar Löhnung und Tabak
bekommt er! -
Daersichdasalleznichtfotechtekklåken
lann, so meint er wohl, daß das diejesmal gar
lein Krieg sei! Aber das Selbstver trauen ist
in ihn zurückgekehrt, und so hält er mit seinen
deutschen Freunden fest und zäh aus, wenn auch
noch so wild die schweren Schiffsgranaten auf
seine Stellung niederprasseln und die Gräben
leilweise zerstören. Drum ist es den Hundert.
tausenden von Feinden trotz der vielen, vielen
großen Kriegsschiffe und Geschütze auch nicht
geglückt, in den langen Monaten mehr zu erzielen,
als das kleine, schmale Stückchen Küste
zu besetzen
Telegraphen= und Telephondrähte überziehen
das ganze Gebiet, Flieger, Minen und Handgranaten,
oft aus ganz provisorischem Material
verfertigt, kommen zur Wirkung. Außer Geschützen
neuester Konstruktion werden auch alte
Kanonen, die man in Arsenalen verfteckt aufgefunden
hat, mit Erfolg verwendet und auf
dem Gebiet der Munilionsversorgung war man
dank deutscher Organisationskraft und Zähigteit
so weit gekommen, daß auch diese wichtige
und zeitweise sogar brennend gewesene Frage
vollständig gelöst ist. Eine spätere Zeit erst
lann aber gerade auf diesem Gebiete den großartigen
Leistungen gerecht werden, die deutsche
Off####re im Verein mit den Türken auszuweisen
haben. Man darf aber, ohne die großartigen
türlischen Leistungen in irgendwelcher
Weise verkleinern zu wollen, doch wohl sagen,
daß gerade die deutschen Offiziere das antreibende,
aufmunternde Element gewesen sind.
Dieses hat veranlaßt, daß sich die durch mangelnde
Fürsorge und Ausbildung sowie durch
die Mißerfolge der letzten Kriege unsicher und
cnergielos gewordene und dem Fatalismus zuneigende
Osmanische Armee wieder auf ihren
alten Kriegsruhm und die damit verbundene
Ur' unhmungskraft besann und nicht von vornher
en das Spiel aufgab. Und es wäre zuschade
gewesen, hätte sie das getan! Ein solch prachtvolles
Soldatenmaterial, wie es der türlischen
Armee zur Verfügung steht, besitzt laum eine
zmeile Armec Europas.
Als ich das Hauptaquartier und gleichzeitig
damit die Gallipoli-Front verlief, und das
Geschaute und Erlebte noch einmal ruhig und
gesammelt überdachte, da kam ich als objek.
tiver Beurteiler auf Grund meiner Eindrücke
zu der Ueberzeugung, daß es den Feinden nie
glücken wird, die Dardanellen zu nehmen und
auf diesem Wege sich den Zugang nach Konstantinopel
zu erzwingen. C. W.
Rumänien.
Im rumenischen Senat.
Bularest, 3. Jan. In der gestrigen Sitzung
des Senats entwickelte Toma Joneseu
seine Interpellation gegen Sion, der als Staatsbeamter
in der „Moldava“ einen für die Mitlelmächte
freundlichen Artikel schrieb. Daß
Sion nicht gemaßregelt wurde, zeige, daß die
Regierung die Propaganda für den Eintritt
Rumäniens an der Seite der Mittelmächte billige.
Der Minister des Imnern, Mortzun,
leilte mit, daß er nach der Ankündigung der
Interpellation Toma' Jonescu Sion rufen
ließ, um ihm mitzuteilen, daß er als Beamter
nicht an der Politik teilnehmen dürse. Ebenso
mißbilligte der Ministerpräsident die Haltung
Sions, aber der Minister könne doch nicht einen
anständigen Mann köpfen lassen, um seinen Kopf
Toma Jonescu zu übergeben. Jonescu erklärte,
er sei mit der Antwort des Ministers nicht zufrieden.
Wenn Sion seinen Posten nicht verläßt,
sagte er, so heißt das, daß wir nicht mehr
eine rumänische, sondern eine ungarische Regierung
haben. Diese Aeußerungen riefen einen
großen Lärm hervor. Der Präsident verlangte
die Zurückziehung dieser Worte. Jonescu weigerte
sich, worauf ihn der Präsident zur Ordnung
rief und sagte, daß in Zukunft der Senat
nicht mehr jene Geduld gegenüber Toma Jonesctu
wie bisher haben werde. Mortzun sagte,
die Hestigkeit der Sprache von Toma Jonescu
mache auf niemanden mehr Eindruck. Der Pamigismus
der Regierung werde später festge-I/
& werden. (3.)
Aus der rumänischen Kammer.
Bukarest, 3. Jan. In der gestrigen Kammersitzung
antwortete Carp auf die Rede Tale
Jonescus und sagte: Take Jonescu beruft
sich auf eine meiner Reden, in der ich sagle, daß
wir einer Rückgabe Bessarabiens nicht zustimmen
lönnen und daß wir die Herren der Donau.
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mündung bleiben müssen. Ich bin auch heute
der Ansicht; Jonescu versuchte seine Ueberlegenheit
über seine Gegner zu zeigen, und behauptete,
daß die deutsche Unterdrückung den Krieg
hervorrief und daß das Ergebnis ein Triumph
der Freiheit und der Demokratie sein werde.
Jonescu war nicht immer so hochsinnig, wie
jetzt. Seinerzeit war Jonescu dafür, daß die
rumänische NJatter nicht vorübergehenden Interessen
anderer Rumänen Rechnung tragen
dürfte. Vor einem Jahre war er für die Neutralität,
heute ist er für den Eintritt in den
Krieg und nennt jene Feiglinge, die seine Ansicht
nicht teilen. Hatte er damals recht, oder
hat er heute recht? Weder damals, noch heute;
denn niemals verteidigte er seine wirkiliche
Ueberzeugung. Wie damals wohnen wir auch
heute einer neuen Umwandlung bei. Jonescus
Talent rechtfertigt nicht alle Wandlungen, wie
Schönheit nicht jede Entehrung rechtfertigt. Man
sagt, daß unser Vertrag mit den Mittelmächten
ein Vertrag der Furcht war. Als mich der
verstorbene König wegen der Donaufrage nach
Berlin sandte, sagte ich in meinem Bericht, daß
wir ein Interesse daran haben, mit Oesterreich-Ungarn
zu gehen. Nach Rumänien zurükgekehrt,
studierte ich die Lage Rumäniens und kam zu
der Ueberzeugung, daß sein Schicksal nur durch
Eroberung oder Zugeständnis verbessert werden
könnte. Eine Eroberung war unmöglich, denn
sie setzte die Zertrümmerung der österreichischungarischen
Monarchie voraus. Deshalb hatten
wir als Isolierte die Pflicht, den Weg
der Zugeständnisse zu gehen. Um erobern zu
können, müssen wir stark werden, indem wir
Bessarabien nehmen. Bevor wir an das ganze
Ideal denken, trachten wir zu tun, was möglich
ist. Diese Erwägung brachte den Vertrag zustande.
Auch heute dürfen wir nicht einmal
daran denken, über die Karpathen zu gehen.
Für den Fall eines Sieges des Vierverbandes
wissen wir aus dem Munde des russischen
Ministerpräsidenten, was uns bevorsteht. Rußland
will die Meerengen, die Donaumündungen
und Galizien. Bulgarien verstand, daß dann
Rußland einen Ueberlandweg nach Konstantinopel
braucht. Deshalb trat es in den Krieg
gegen Rußland ein. Deshalb sehe ich es auch
als unsere Pflicht an, gegen Rußland zu sein.
Die rumänische Politik konnte und kann sich
nicht von Vorliebe leiten lassen; sie kann nicht
in der Politik einer Großmacht völlig aufgehen.
Sie wird immer jenem folgen, der in
Europa die Fahne des Widerstandes gegen
die Invasion vom Norden entfaltet. Diese
glorreiche Fahne ist in den Händen der Mittelmächte.
Den Bestand des rumänischen Staates
einem vorübergehenden Interesse Rumäniens
in anderen Ländern unterzuordnen, wäre eine
ganz irrige Politik. Die Karpathenfrage wird
nicht jenseits der Karpathen, sondern jenseits
des Pruth gelöst. Nach der mit großem Beisall
aufgenommenen Rede Carps wurde die
Mdresse mit 82 gegen 2 Stimmen angenommen.
(3.)
B#werische Ehreurafel.
Kr. A. Da unter der Mucht eines zerschmetternden
Granatfeuers während der Kämpfe
bei P. zum Anfang November 1914 einige
ihrer Führer beraubte Truppenteile ins Wanken
gerieten, trat der gerade mit Legung einer
Leitung beschäftigte Unteroffizier der Reserve-Fernsprech-Abteilung
Nr. 6 Georg Fuchs aus
Plattling, zuletzt Elektrotechniker zu Rott a. J.,
aus eigenem Antriebe den zurückflutenden Mannschaften
mit so kraftvoller Bestimmtheit entgegen,
daß er sie zu sammeln und sogar über
stark bestrichenes Gelände einem Offizier zuzuführen
vermochte, worauf er selbst zu seiner
Arbeit zurückkehrte. (Silberne Medaille.)
Als ein sehr umsichtiger und geschickter Patrouillenführer,
der sein Ziel mit der größten
Hartnäckigkeit verfolgt und durch keinerlei Gefahr
alzuschrecken ist, bewährte sich jederzeit Offizierstellvertreter
der 12. Kompanie Reserre-Inf.-Rgts.
Nr. 17 Ludmig Bundschuh aus Neuötting,
ein Tapezierermeister zu München. Auch
im Juni 1915 erbot er sich mit fünf entschlof.
senen Leuten seiner Kompanie zu äußerst schwierigen
Aufklärungen gegen die englische Siellung;
unbeirrt um das Feuer des mit verschärfter
Aufmerksamkeit lauernden Gegners
suchte er vier Nächte hindurch Einblick in dessen
Absichten und Arbeiten zu gewinnen. Unter
vollster Schonung der Kräste seiner Leute rermochte
er wiederholt in die vorderste englische
Linie vorzudringen, wobei er durch geschickte Anordnungen
und chenso ruhige als gewandte Führung
seine Gefährten vor jedem Rerluste bewahrte.
Nur einmal trat rlötzlich der Mond
aus den Wolken hervor und wurde für die bis
auf 25 Meter an den Feind herangeschlichene
Patronille zum Verräter. Das sofort einfetzende
Feuer trug einem Teilnehmer eine schwere Verwundung
ein, aber Bundschuh brachte ihn mit
Hilfe der anderen Leute durch alle Fährlichkeiten
nach dem 250 Meter entfernten eigenen Graben
in Sicherheit. (Silberne Medaille.)
Anfangs Juni erfolgten im Abschnitte der
9. Kompanie des 2. Juf., Rais. zwei feindliche
und eine eigene Sprengung, wobei sich Gefreiter
Alois Faßl aus Pfaffenkirchen, BM.
Mühldorf, landwirtschaftlicher Arbeiter zu Hof
bei Mühldorf, dadurch besonders auszeichnete,
daß er jedesmal als einer der ersten sofort nach
dem Auffliegen der Mine mit Handgranaten
und Gewehrfeuer dem nahen Feinde m Leibe
ging, und, unbekümmert um eigene Dekung,
je nach der Bodengestaltung im Knien oder
Stehen den mit Minen und allen anderen Fernwaffen
äußerst erbittert kämpfenden Gegner
niederringen und die besetzten Sprengtrichter
ausbauen half. Seine unermüdliche Kampflutt,
die ihm schon bei den Gefechten von L. einen
besonderen Ruf als beherzter Mann einirug,
wurde mit der Goldenen Medaille belohnt.
Während des gleichen schweren Ringens reticte
Sanitätsunteroffizier Mathias Laufenböck, ein
Landwirt aus Jiebleiten, BA. Altötting, unter
den größten eigenen Gefahren mit unentwegter
Pflichttreue einem verschütteten Pionier das
Leben. Obdwohl er aber bei Fortsetzung seiner
bilfreichen Tätigkeit durch die aus einem Stollen
ausströmenden Gase betäubt wurde, half
er bald nachher auf dieselbe Weise ohnmächtig
niedergesunkene Kameraden aus einem Minen-Kang
herausschaffen, wmie er auch am 9. Juni
mehrere unter einem zusammenstürzenden Sandsackwall
verschüttete Pioniere befreile und einen
anscheinend bereits leblosen Insanteristen ausgrub,
um ihn alsbald durch künstliche Atmungslewegungen
glücklich zum Bewußtsein zu bringen.
Seine aus eigenem Antriebe sich allen
Gefahren eines mörderischen Kampfes aussetzende
Hilfeleistung fand die verdiente Würdigung
in der Silbernen Medaisle.
Berschieben# Kachuchten.
Hanau. 1. Dez. In Deckenpfronn ereignete
sich ein folgeuchweres Elplosionsunglück. Eit:
Landwehrmann zeigte seiner Familie eine aus
dem Felde mitgebrachte Granate. Das Gescho#z
cBplodierte aus bisher nicht aufgeklärter Ursache.
Frau und Tochter wurden durch Gra
natspliter auf der Stielle getötet und der
5 jahrige Sohn so schmer verlenzt, daß der Tod
nach wenigen Stunden eintrat. Eine im Zimmer
weilende Frau murde leicht verletzt. (JZ.)
Bawerische Nachrichten.
Bamberg. 4. Jan. Die Ortschaften Steinfeld,
Brertendorf und Wiesentiels wurden bei
dem gestrigen Gewiner von einer Windhose
furchthar heimgeĩucht. In Steinfeld wurden 50
Häuser abgededt und zum großen Teil schwer
leschädigt; ein Oelonom erhielt ichwere Verletzungen.
In Brettendorf, einem Juradörfschen
mit 2 11 Einwohnern, üebt nur noch ein Haus,
das weniger Schaden erlinen hat, die übrigen
Läuser wurden teils zernorl. teils schwer beschädigt.
Der Oekonom Taschner wurde unier
den Trummern seines Anmesens begraben und
todlich verlent. Auch in Wiesentfels hat der
Orkan schwmeren Schaden angerichtet. Von dem
ler Stilarten von Mar Reinkardt genellt. Der
das massive Dach rollfiiäneig abgedeckt und das
Schloß selbit schmer beschädigt. Ein Wirtschaftsanwesen
ist vollfständig zerstört; von vielen
Häufern wurden die Dacher abgedeckt, zahlreiche
Bewmohner wurden oddachlos. Die Telegrarhenleitungen
sind unterbrochen. In den
Waldungen hat die Windhofe auf eine Strecke
von 18 Kilometer im Umkreis furchtbaren Schaden
angerichtet. Tausende von Bäumen wurden
entwurzelt und die flärkien Bäume wie Zündbölzer
gelnidt. Der Schaden ist ungeheuer. Die
Dauer der Windhose betrug 11:Minuten. Die
von Nordwes: nach Sudost dahinfegende Windbose
riß mannsdicke Baume samt den Wurzeln
aus und fülrte ihbre Baummipfel hoch in den
Lüften mit fort. Quer durch den Bürgerwald
der Stadt Creusfen in rasender Geschwindigkeit
sich einen Weg bahnend, schmetterte der Wirbelsturm
in ungefähr 100 Meter Breite und 5— 6
Kilometer Länge ein prachtiges Stück Hochwald
wie Spreu zu Boden. Die gefallenen
Bäume sperrten teilweise die Bahngleise in der
Richtung Schnabelwaid-Creussen und Schnabel.
waid--Engelmannsreulb.
Setchce: uc#tarm.
Raubling, 5. Jan. Am Neufahrstag hielt
der Turnverein Naubling einen patriotischen
Familienabend mit Theater und Vorführung
von lebenden Bildern mit Christbaumfeier im
Saale der Rahmschen Gastwirtschaft ab. Der
Saal war vollständig über füllt, sodaß einige
wieder nach Hause gehen mußten. Der Einakter
„Weihnachten im Feindesland“ war vollauf
mit Beifall bedacht, da das Schützengrabenleben
unserer Feldgrauen gegeben wurde. Kriegsfreivilliger
Oto Fubeder, welcher zurzeit in Urlaub
weilt, sorgte dafur, daß die Lachmuskeln
der Zuschauer aufs äußerste gespannt wurden,
zumal er bei diesem Stück als Bader und Koch
fungierte. Frl. Ludwina Bongratz füllte die
Pausen mit ihrem meisterhaften Zitherspiele
aus. Auch die lebenden Bilder verdienen allge
meincs Lob.