Full text : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

Aum̃m̃er  J
nouc!  Viele  auch  glauben  daß  sie  für  die  Deut-#n
  kämpfen  und  ihr  Blut  hergeben  müssen.
Aber  die  „Alleman“  schätzt  und  achtet  er,  denn
sie  sind  immer  vorne  im  Kugelregen  bei  ihm,
sie  sorgen  für  ihn  aufs  beste  und  behandeln
ihn  gut.  Seit  vielen,  vielen  Jahren  steht  der
türkische  Soldat  im  Kriege;  er  hat  gegen  Griechenland,
  Serbien,  Bulgarien,  Italien,  auf  dem
Balkan  und  in  Tripolis  gekämpft,  und  meistens
  ist  die  Sache  schlecht  für  ihn  verlausen.
In  diesem  Krieg  aber,  trotzdem  er  gegen  die
mächtigen  Franzosen,  Russen  uni  Engländer
geführt  wird,  ist  es  ganz  anders.  Er  siegt  und
braucht  nicht  zu  hungern,  und  wenn  er  verwundet
  oder  krank  ist,  so  hat  er  seine  tadellose
Verpflegung;  ja  sogar  Löhnung  und  Tabak
bekommt  er!  -
Daersichdasalleznichtfotechtekklåken
lann,  so  meint  er  wohl,  daß  das  diejesmal  gar
lein  Krieg  sei!  Aber  das  Selbstver  trauen  ist
in  ihn  zurückgekehrt,  und  so  hält  er  mit  seinen
deutschen  Freunden  fest  und  zäh  aus,  wenn  auch
noch  so  wild  die  schweren  Schiffsgranaten  auf
seine  Stellung  niederprasseln  und  die  Gräben
leilweise  zerstören.  Drum  ist  es  den  Hundert.
tausenden  von  Feinden  trotz  der  vielen,  vielen
großen  Kriegsschiffe  und  Geschütze  auch  nicht
geglückt,  in  den  langen  Monaten  mehr  zu  erzielen,
  als  das  kleine,  schmale  Stückchen  Küste
zu  besetzen

Telegraphen=  und  Telephondrähte  überziehen
das  ganze  Gebiet,  Flieger,  Minen  und  Handgranaten,
  oft  aus  ganz  provisorischem  Material
verfertigt,  kommen  zur  Wirkung.  Außer  Geschützen
  neuester  Konstruktion  werden  auch  alte
Kanonen,  die  man  in  Arsenalen  verfteckt  aufgefunden
  hat,  mit  Erfolg  verwendet  und  auf
dem  Gebiet  der  Munilionsversorgung  war  man
dank  deutscher  Organisationskraft  und  Zähigteit
  so  weit  gekommen,  daß  auch  diese  wichtige
und  zeitweise  sogar  brennend  gewesene  Frage
vollständig  gelöst  ist.  Eine  spätere  Zeit  erst
lann  aber  gerade  auf  diesem  Gebiete  den  großartigen
  Leistungen  gerecht  werden,  die  deutsche
Off####re  im  Verein  mit  den  Türken  auszuweisen
  haben.  Man  darf  aber,  ohne  die  großartigen
  türlischen  Leistungen  in  irgendwelcher
Weise  verkleinern  zu  wollen,  doch  wohl  sagen,
daß  gerade  die  deutschen  Offiziere  das  antreibende,
  aufmunternde  Element  gewesen  sind.
Dieses  hat  veranlaßt,  daß  sich  die  durch  mangelnde
  Fürsorge  und  Ausbildung  sowie  durch
die  Mißerfolge  der  letzten  Kriege  unsicher  und
cnergielos  gewordene  und  dem  Fatalismus  zuneigende
  Osmanische  Armee  wieder  auf  ihren
alten  Kriegsruhm  und  die  damit  verbundene
Ur'  unhmungskraft  besann  und  nicht  von  vornher
  en  das  Spiel  aufgab.  Und  es  wäre  zuschade
gewesen,  hätte  sie  das  getan!  Ein  solch  prachtvolles
  Soldatenmaterial,  wie  es  der  türlischen
Armee  zur  Verfügung  steht,  besitzt  laum  eine
zmeile  Armec  Europas.

Als  ich  das  Hauptaquartier  und  gleichzeitig
damit  die  Gallipoli-Front  verlief,  und  das
Geschaute  und  Erlebte  noch  einmal  ruhig  und
gesammelt  überdachte,  da  kam  ich  als  objek.
tiver  Beurteiler  auf  Grund  meiner  Eindrücke
zu  der  Ueberzeugung,  daß  es  den  Feinden  nie
glücken  wird,  die  Dardanellen  zu  nehmen  und
auf  diesem  Wege  sich  den  Zugang  nach  Konstantinopel
  zu  erzwingen.  C.  W.

 

Rumänien.

Im  rumenischen  Senat.

Bularest,  3.  Jan.  In  der  gestrigen  Sitzung
  des  Senats  entwickelte  Toma  Joneseu
seine  Interpellation  gegen  Sion,  der  als  Staatsbeamter
  in  der  „Moldava“  einen  für  die  Mitlelmächte
  freundlichen  Artikel  schrieb.  Daß
Sion  nicht  gemaßregelt  wurde,  zeige,  daß  die
Regierung  die  Propaganda  für  den  Eintritt
Rumäniens  an  der  Seite  der  Mittelmächte  billige.
  Der  Minister  des  Imnern,  Mortzun,
leilte  mit,  daß  er  nach  der  Ankündigung  der
Interpellation  Toma'  Jonescu  Sion  rufen
ließ,  um  ihm  mitzuteilen,  daß  er  als  Beamter
nicht  an  der  Politik  teilnehmen  dürse.  Ebenso
mißbilligte  der  Ministerpräsident  die  Haltung
Sions,  aber  der  Minister  könne  doch  nicht  einen
anständigen  Mann  köpfen  lassen,  um  seinen  Kopf
Toma  Jonescu  zu  übergeben.  Jonescu  erklärte,
er  sei  mit  der  Antwort  des  Ministers  nicht  zufrieden.
  Wenn  Sion  seinen  Posten  nicht  verläßt,
  sagte  er,  so  heißt  das,  daß  wir  nicht  mehr
eine  rumänische,  sondern  eine  ungarische  Regierung
  haben.  Diese  Aeußerungen  riefen  einen
großen  Lärm  hervor.  Der  Präsident  verlangte
die  Zurückziehung  dieser  Worte.  Jonescu  weigerte
  sich,  worauf  ihn  der  Präsident  zur  Ordnung
  rief  und  sagte,  daß  in  Zukunft  der  Senat
nicht  mehr  jene  Geduld  gegenüber  Toma  Jonesctu
  wie  bisher  haben  werde.  Mortzun  sagte,
die  Hestigkeit  der  Sprache  von  Toma  Jonescu
mache  auf  niemanden  mehr  Eindruck.  Der  Pamigismus
  der  Regierung  werde  später  festge-I/
  &  werden.  (3.)

Aus  der  rumänischen  Kammer.

Bukarest,  3.  Jan.  In  der  gestrigen  Kammersitzung
  antwortete  Carp  auf  die  Rede  Tale
Jonescus  und  sagte:  Take  Jonescu  beruft
sich  auf  eine  meiner  Reden,  in  der  ich  sagle,  daß
wir  einer  Rückgabe  Bessarabiens  nicht  zustimmen

lönnen  und  daß  wir  die  Herren  der  Donau.

 

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mündung  bleiben  müssen.  Ich  bin  auch  heute
der  Ansicht;  Jonescu  versuchte  seine  Ueberlegenheit
  über  seine  Gegner  zu  zeigen,  und  behauptete,
  daß  die  deutsche  Unterdrückung  den  Krieg
hervorrief  und  daß  das  Ergebnis  ein  Triumph
der  Freiheit  und  der  Demokratie  sein  werde.
Jonescu  war  nicht  immer  so  hochsinnig,  wie
jetzt.  Seinerzeit  war  Jonescu  dafür,  daß  die
rumänische  NJatter  nicht  vorübergehenden  Interessen
  anderer  Rumänen  Rechnung  tragen
dürfte.  Vor  einem  Jahre  war  er  für  die  Neutralität,
  heute  ist  er  für  den  Eintritt  in  den
Krieg  und  nennt  jene  Feiglinge,  die  seine  Ansicht
  nicht  teilen.  Hatte  er  damals  recht,  oder
hat  er  heute  recht?  Weder  damals,  noch  heute;
denn  niemals  verteidigte  er  seine  wirkiliche
Ueberzeugung.  Wie  damals  wohnen  wir  auch
heute  einer  neuen  Umwandlung  bei.  Jonescus
Talent  rechtfertigt  nicht  alle  Wandlungen,  wie
Schönheit  nicht  jede  Entehrung  rechtfertigt.  Man
sagt,  daß  unser  Vertrag  mit  den  Mittelmächten
ein  Vertrag  der  Furcht  war.  Als  mich  der
verstorbene  König  wegen  der  Donaufrage  nach
Berlin  sandte,  sagte  ich  in  meinem  Bericht,  daß
wir  ein  Interesse  daran  haben,  mit  Oesterreich-Ungarn
  zu  gehen.  Nach  Rumänien  zurükgekehrt,
studierte  ich  die  Lage  Rumäniens  und  kam  zu
der  Ueberzeugung,  daß  sein  Schicksal  nur  durch
Eroberung  oder  Zugeständnis  verbessert  werden
könnte.  Eine  Eroberung  war  unmöglich,  denn
sie  setzte  die  Zertrümmerung  der  österreichischungarischen
  Monarchie  voraus.  Deshalb  hatten
  wir  als  Isolierte  die  Pflicht,  den  Weg
der  Zugeständnisse  zu  gehen.  Um  erobern  zu
können,  müssen  wir  stark  werden,  indem  wir
Bessarabien  nehmen.  Bevor  wir  an  das  ganze
Ideal  denken,  trachten  wir  zu  tun,  was  möglich
ist.  Diese  Erwägung  brachte  den  Vertrag  zustande.
  Auch  heute  dürfen  wir  nicht  einmal
daran  denken,  über  die  Karpathen  zu  gehen.
Für  den  Fall  eines  Sieges  des  Vierverbandes
wissen  wir  aus  dem  Munde  des  russischen
Ministerpräsidenten,  was  uns  bevorsteht.  Rußland
  will  die  Meerengen,  die  Donaumündungen
und  Galizien.  Bulgarien  verstand,  daß  dann
Rußland  einen  Ueberlandweg  nach  Konstantinopel
  braucht.  Deshalb  trat  es  in  den  Krieg
gegen  Rußland  ein.  Deshalb  sehe  ich  es  auch
als  unsere  Pflicht  an,  gegen  Rußland  zu  sein.
Die  rumänische  Politik  konnte  und  kann  sich
nicht  von  Vorliebe  leiten  lassen;  sie  kann  nicht
in  der  Politik  einer  Großmacht  völlig  aufgehen.
  Sie  wird  immer  jenem  folgen,  der  in
Europa  die  Fahne  des  Widerstandes  gegen
die  Invasion  vom  Norden  entfaltet.  Diese
glorreiche  Fahne  ist  in  den  Händen  der  Mittelmächte.
  Den  Bestand  des  rumänischen  Staates
einem  vorübergehenden  Interesse  Rumäniens
in  anderen  Ländern  unterzuordnen,  wäre  eine
ganz  irrige  Politik.  Die  Karpathenfrage  wird
nicht  jenseits  der  Karpathen,  sondern  jenseits
des  Pruth  gelöst.  Nach  der  mit  großem  Beisall
  aufgenommenen  Rede  Carps  wurde  die
Mdresse  mit  82  gegen  2  Stimmen  angenommen.

(3.)
B#werische  Ehreurafel.

Kr.  A.  Da  unter  der  Mucht  eines  zerschmetternden
  Granatfeuers  während  der  Kämpfe
bei  P.  zum  Anfang  November  1914  einige
ihrer  Führer  beraubte  Truppenteile  ins  Wanken
  gerieten,  trat  der  gerade  mit  Legung  einer
Leitung  beschäftigte  Unteroffizier  der  Reserve-Fernsprech-Abteilung
  Nr.  6  Georg  Fuchs  aus

 

Plattling,  zuletzt  Elektrotechniker  zu  Rott  a.  J.,
aus  eigenem  Antriebe  den  zurückflutenden  Mannschaften
  mit  so  kraftvoller  Bestimmtheit  entgegen,
  daß  er  sie  zu  sammeln  und  sogar  über
stark  bestrichenes  Gelände  einem  Offizier  zuzuführen
  vermochte,  worauf  er  selbst  zu  seiner
Arbeit  zurückkehrte.  (Silberne  Medaille.)

Als  ein  sehr  umsichtiger  und  geschickter  Patrouillenführer,
  der  sein  Ziel  mit  der  größten
Hartnäckigkeit  verfolgt  und  durch  keinerlei  Gefahr
  alzuschrecken  ist,  bewährte  sich  jederzeit  Offizierstellvertreter
  der  12.  Kompanie  Reserre-Inf.-Rgts.
  Nr.  17  Ludmig  Bundschuh  aus  Neuötting,
  ein  Tapezierermeister  zu  München.  Auch
im  Juni  1915  erbot  er  sich  mit  fünf  entschlof.
senen  Leuten  seiner  Kompanie  zu  äußerst  schwierigen
  Aufklärungen  gegen  die  englische  Siellung;
  unbeirrt  um  das  Feuer  des  mit  verschärfter
  Aufmerksamkeit  lauernden  Gegners
suchte  er  vier  Nächte  hindurch  Einblick  in  dessen
Absichten  und  Arbeiten  zu  gewinnen.  Unter
vollster  Schonung  der  Kräste  seiner  Leute  rermochte
  er  wiederholt  in  die  vorderste  englische
Linie  vorzudringen,  wobei  er  durch  geschickte  Anordnungen
  und  chenso  ruhige  als  gewandte  Führung
  seine  Gefährten  vor  jedem  Rerluste  bewahrte.
  Nur  einmal  trat  rlötzlich  der  Mond
aus  den  Wolken  hervor  und  wurde  für  die  bis
auf  25  Meter  an  den  Feind  herangeschlichene
Patronille  zum  Verräter.  Das  sofort  einfetzende
Feuer  trug  einem  Teilnehmer  eine  schwere  Verwundung
  ein,  aber  Bundschuh  brachte  ihn  mit
Hilfe  der  anderen  Leute  durch  alle  Fährlichkeiten
nach  dem  250  Meter  entfernten  eigenen  Graben
in  Sicherheit.  (Silberne  Medaille.)

Anfangs  Juni  erfolgten  im  Abschnitte  der
9.  Kompanie  des  2.  Juf.,  Rais.  zwei  feindliche
und  eine  eigene  Sprengung,  wobei  sich  Gefreiter
  Alois  Faßl  aus  Pfaffenkirchen,  BM.
Mühldorf,  landwirtschaftlicher  Arbeiter  zu  Hof
bei  Mühldorf,  dadurch  besonders  auszeichnete,
daß  er  jedesmal  als  einer  der  ersten  sofort  nach
dem  Auffliegen  der  Mine  mit  Handgranaten
und  Gewehrfeuer  dem  nahen  Feinde  m  Leibe
ging,  und,  unbekümmert  um  eigene  Dekung,
je  nach  der  Bodengestaltung  im  Knien  oder
Stehen  den  mit  Minen  und  allen  anderen  Fernwaffen
  äußerst  erbittert  kämpfenden  Gegner
niederringen  und  die  besetzten  Sprengtrichter
ausbauen  half.  Seine  unermüdliche  Kampflutt,
die  ihm  schon  bei  den  Gefechten  von  L.  einen
besonderen  Ruf  als  beherzter  Mann  einirug,
wurde  mit  der  Goldenen  Medaille  belohnt.
Während  des  gleichen  schweren  Ringens  reticte
Sanitätsunteroffizier  Mathias  Laufenböck,  ein
Landwirt  aus  Jiebleiten,  BA.  Altötting,  unter
den  größten  eigenen  Gefahren  mit  unentwegter
Pflichttreue  einem  verschütteten  Pionier  das
Leben.  Obdwohl  er  aber  bei  Fortsetzung  seiner
bilfreichen  Tätigkeit  durch  die  aus  einem  Stollen
  ausströmenden  Gase  betäubt  wurde,  half
er  bald  nachher  auf  dieselbe  Weise  ohnmächtig
niedergesunkene  Kameraden  aus  einem  Minen-Kang
  herausschaffen,  wmie  er  auch  am  9.  Juni
mehrere  unter  einem  zusammenstürzenden  Sandsackwall
  verschüttete  Pioniere  befreile  und  einen
anscheinend  bereits  leblosen  Insanteristen  ausgrub,
  um  ihn  alsbald  durch  künstliche  Atmungslewegungen
  glücklich  zum  Bewußtsein  zu  bringen.
  Seine  aus  eigenem  Antriebe  sich  allen
Gefahren  eines  mörderischen  Kampfes  aussetzende
  Hilfeleistung  fand  die  verdiente  Würdigung
  in  der  Silbernen  Medaisle.

 

Berschieben#  Kachuchten.

Hanau.  1.  Dez.  In  Deckenpfronn  ereignete
sich  ein  folgeuchweres  Elplosionsunglück.  Eit:
Landwehrmann  zeigte  seiner  Familie  eine  aus
dem  Felde  mitgebrachte  Granate.  Das  Gescho#z
cBplodierte  aus  bisher  nicht  aufgeklärter  Ursache.
  Frau  und  Tochter  wurden  durch  Gra
natspliter  auf  der  Stielle  getötet  und  der
5  jahrige  Sohn  so  schmer  verlenzt,  daß  der  Tod
nach  wenigen  Stunden  eintrat.  Eine  im  Zimmer
weilende  Frau  murde  leicht  verletzt.  (JZ.)

Bawerische  Nachrichten.

Bamberg.  4.  Jan.  Die  Ortschaften  Steinfeld,
  Brertendorf  und  Wiesentiels  wurden  bei
dem  gestrigen  Gewiner  von  einer  Windhose
furchthar  heimgeĩucht.  In  Steinfeld  wurden  50
Häuser  abgededt  und  zum  großen  Teil  schwer
leschädigt;  ein  Oelonom  erhielt  ichwere  Verletzungen.
  In  Brettendorf,  einem  Juradörfschen
mit  2  11  Einwohnern,  üebt  nur  noch  ein  Haus,
das  weniger  Schaden  erlinen  hat,  die  übrigen
Läuser  wurden  teils  zernorl.  teils  schwer  beschädigt.
  Der  Oekonom  Taschner  wurde  unier
den  Trummern  seines  Anmesens  begraben  und
todlich  verlent.  Auch  in  Wiesentfels  hat  der
Orkan  schwmeren  Schaden  angerichtet.  Von  dem
ler  Stilarten  von  Mar  Reinkardt  genellt.  Der
das  massive  Dach  rollfiiäneig  abgedeckt  und  das
Schloß  selbit  schmer  beschädigt.  Ein  Wirtschaftsanwesen
  ist  vollfständig  zerstört;  von  vielen
Häufern  wurden  die  Dacher  abgedeckt,  zahlreiche
  Bewmohner  wurden  oddachlos.  Die  Telegrarhenleitungen
  sind  unterbrochen.  In  den
Waldungen  hat  die  Windhofe  auf  eine  Strecke
von  18  Kilometer  im  Umkreis  furchtbaren  Schaden
  angerichtet.  Tausende  von  Bäumen  wurden
entwurzelt  und  die  flärkien  Bäume  wie  Zündbölzer
  gelnidt.  Der  Schaden  ist  ungeheuer.  Die
Dauer  der  Windhose  betrug  11:Minuten.  Die
von  Nordwes:  nach  Sudost  dahinfegende  Windbose
  riß  mannsdicke  Baume  samt  den  Wurzeln
aus  und  fülrte  ihbre  Baummipfel  hoch  in  den
Lüften  mit  fort.  Quer  durch  den  Bürgerwald
der  Stadt  Creusfen  in  rasender  Geschwindigkeit
sich  einen  Weg  bahnend,  schmetterte  der  Wirbelsturm
  in  ungefähr  100  Meter  Breite  und  5—  6
Kilometer  Länge  ein  prachtiges  Stück  Hochwald
  wie  Spreu  zu  Boden.  Die  gefallenen
Bäume  sperrten  teilweise  die  Bahngleise  in  der
Richtung  Schnabelwaid-Creussen  und  Schnabel.
waid--Engelmannsreulb.

Setchce:  uc#tarm.

Raubling,  5.  Jan.  Am  Neufahrstag  hielt
der  Turnverein  Naubling  einen  patriotischen
Familienabend  mit  Theater  und  Vorführung
von  lebenden  Bildern  mit  Christbaumfeier  im
Saale  der  Rahmschen  Gastwirtschaft  ab.  Der
Saal  war  vollständig  über  füllt,  sodaß  einige
wieder  nach  Hause  gehen  mußten.  Der  Einakter
„Weihnachten  im  Feindesland“  war  vollauf
mit  Beifall  bedacht,  da  das  Schützengrabenleben
unserer  Feldgrauen  gegeben  wurde.  Kriegsfreivilliger
  Oto  Fubeder,  welcher  zurzeit  in  Urlaub
  weilt,  sorgte  dafur,  daß  die  Lachmuskeln
der  Zuschauer  aufs  äußerste  gespannt  wurden,
zumal  er  bei  diesem  Stück  als  Bader  und  Koch
fungierte.  Frl.  Ludwina  Bongratz  füllte  die
Pausen  mit  ihrem  meisterhaften  Zitherspiele
aus.  Auch  die  lebenden  Bilder  verdienen  allge
meincs  Lob.