Otto (Kaiser und Könige).
die Empörung seines jüngern Bruders,
Heinrich, der sich mit Eberhard, dem Herzog
Giselbert von Lothringen und dem Erzfo
Friedrich von Mainz verbunden
hatte. Eberhard und Giselbert fanden bei
Andernach ihren Untergang. Heinrich erhielt,
nachdem er durch einen neuen Mordversuch
die Langmut des Bruders fast erschöpft
hatte, Verzeihung und wurde mit
dem Herzogtum Bayern belehnt. O. vergab
Lothringen an seinen Eidam Konrad
den Roten E Konrad 2), Schwaben an
seinen Sohn Liudolf, während er Franken
und Sachsen zunächst mit der Krone vereinigte
und i 961 Hermann Billing in
Sachsen einsetzte. Ottos Bruder Bruno
erhielt das Erzbistum Köln. Nachdem O.
fiegreiche Feldzüge gegen Slawen und Dänen
unternommen und in den unterworfenen
Gegenden mehrere Bistümer angelegt
hatte, zog er 951 nach Italien. Hier vermählte
er sich, da seine erste Gattin, Edith,
gestorben war, mit der Witwe König Lothars
von Italien, Adelheid, die ihn zu
Hlfe gerufen hatte, und nahm den Titel
önig von Italien an. Nachdem er (953
bis 954) eine Empörung seines Sohns
Liudolf und des Herzogs Konrad des Roten
unterdrückt und beide ihrer Herzogtümer
tutsegt hatte, errang er 10. August 955 auf
dem Lechfeld bei Augsburg einen glänzenden
Sieg über die Ungarn, deren Raubügen
nach Deutschland er ein Ende machte.
61 zog er von neuem nach Italien, wurde
2. Febr. 962 in Rom zum Kaiser gekrönt
und stiftete damit das heilige römische
Reich deutscher Nation. Er entsetzte die
Päpste Johann XII. und Benedikt V., vermochte
aber nicht Unteritalien den byzantinischen
Griechen zu entreißen. Nachdem
er noch das Erzbistum Masdeburg 968
errichtet hatte, starb er 7. Mai 973 zu
Memleben in Thüringen und ward in dem
von ihm gegründeten Dom zu Magdeburg
beigesetzt. Vgl. Köpke und Dümmler,
Kaiser O. d. Gr. (1876).
2) O. II., der Rote, Sohn des vorien
und seiner zweiten Gemahlin, Adelgrio,
geb. 955, ward schon 961 zum deutschen
König und 967 zum Kaiser gekrönt
und folgte seinem Vater 973 in der Regierung.
Zunächst mußte er seinen Vetter
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einrich den 4 von Bayern, der von
änemark, Polen und Böhmen unterstützt
wurde, unterwerfen; dann zog er
egen König Lothar von Frankreich, der
in Lothringen eingefallen war. Er verfolgte
ihn bis Paris und zwang ihn im
Frieden von Chiers (980) zum Verzicht
auf Lothringen. 980 unternahm er einen
Zug nach Italien, stellte in Rom das kaiferliche
Ansehen wieder her und wandte
sich dann der Eroberung von Unteritalien.
zu. Er eroberte auch Apulien und drang
nach Kalabrien vor, wurde aber 13. Juli
982 bei Sauillace von den Griechen geschlagen
und rettete sich kaum auf einem
griechischen Schiff nach Rossano. Zwar
ward auf dem Reichstag zu Verona ein
neuer Feldzug gegen die in Unteritalien
und Sizilien angesiedelten Griechen und
Araber beschlossen, aber O. starb schon
7. Dez. 983 zu Rom und wurde in der
Vorhalle der Peterskirche beigesetzt. Er
war seit 972 mit der griechischen Prinzessin
Theophanovermählt. Vgl. Giesebrecht,
Jahrbücher des Deutschen Reichs unter
der Herrschaft Kaiser Ottos II. (1840).
3) O. III., »das Wunderder Welt- (mirabilia
mundi) genannt, einziger Sohn
des vorigen und der Prinzessin Theophano,
geb. 980, war schon auf dem Reichstag
von Verona zum Nachfolger bestimmt und
wurde 25. Dez. 983 zum König gewählt.
einrich der Zänker von Bayern bemächtigte
sich als Oheim und Vormund des junen
Königs, wurde aber von Theophano,
für die sich der Erzbischof Adalbert von
Reims, der gelehrte Gerbert und endlich
auch die anfangs zweifelhaften Sachsen
erklärten, zum Veriict auf die Vormundschaft
und zur Auslieferung Ottos
veranlaßt. Fortan leiteten Theophano
und Ottos Großmutter Adelheid unter
dem Beistand des Erzbischofs Willigis
von Rom die Reichsgeschäfte und ließen
den jungen König durch den spätern
Bischof Bernward von Hildesheim (s. d.)
und den Abt Gerbert sorgfältig erziehen.
Wohl gingen Ottos d. Gr. Eroberungen
im Slawenland verloren, aber die Elbgrenze
wurde wenisiens gewahrt und
ein Angriff König Lothars auf Lothringen
abgewiesen. 996 zog O. nach Ita-