Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

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gefährlichster,  energischiler  und  langatmigsler
Feind  steckt,  dem  gegenuber  der  allergröhle  Fehler
  wäre,  Schwäche.  Nachgiebigleit  und  Nachlassung
  der  Spannung  zu  offenbaren.  England
in  der  Führer  der  gegnerischen  Koalition.  Tref.
#en  wir  das  Haupt,  so  werden  die  Glieder  in
Eritarrung  fallen.  Kut#el  Amara-  ist  ein  solcher
Streich  gegen  das  Haupt.  Es  lommt  nicht  da.
rauf  an,  daß  dort  eine  einzeine  englische  ivision
in  Gefangenschaft  geriet  worauf  es  ankommt,
das  ist  die  ungeheure  Einbuße  an  politischem
Ansehen  der  mohammedanischen  Welt  gegenuber
England,  das  meerumspannende  Weltreich,  in
dessen  Gebieten  die  Sonne  nicht  untergebt,  England,
  der  harte  Tespot  der  farbigen  Menschb  eit
und  zugleich  Diktator  seiner  Dominions,  England
  ist  ron  einer  lleinen  tärlischen  Armee  in
115  schweren  Kampf,  und  Velagerungstagen
auf  die  Knie  gezwungen.  Wer  da  weiß,  wie  im
sernen  Orient  die  Kunde  großer  Ereignisse  von
Mund  zu  Mund  sich  verbreitct,  der  ihnt,  wie
cillg  über  die  Grenze  nach  Inoien  hinüber  dieies
Ereignio  zur  Wirkung  lommen  muß.  (#.1#5

Der  Vierverbaud  in  Persien.

Petersbum.  1.  Mai.  (Petersburger  Telegraphenagenlur.!
  Aus  Teheran  wird  gemel
dei:  Die  türzlich  begonnenen  Unteri,  andlun—
gen  mischen  Persien,  Ruland  und  England
uber  eine  finanzielle  Unter:  nbung  der  perfischen
Negierung  gelangten  zu  einem  gunstigen  Er
gebnio.  Die  zwischen  der  persüchen  Regierung
und  den  Gesandtschaften  Ruklands  und  Englande
  ausgekauschten  Nolen  bestimmen  die  Ein
seung  einer  gemischten  Fi  inanzlommiĩĩion  unter
den  Vorsitgen  des  persichen  Generalichahmei
sters  und  des  Belgiere  Hernien.  DHie  Kom
müsion  wird  die  Geldauellen  um  ersschen.  die
Periien  braucht,  deren  Verwendung  uberwachen
und  das  erite  persische  Budgel  ordentlch  auf
stellen.  Auf  Ersuchen  der  persischen  Regierung
werden  Rußland  und  England  je  emen  finan
ziellen  Berater  ernennen.

Dee  Durcheruchsschlachk  bei  Gorlice-Tarnow.


(2.  Mai  101.)

Der  2.  Mai  1915  wird  gleich  der  Schlacht  bei
Tamenberg  zu  den  ewig  dentmurdigen  Schlach
leu  dieses  Krieges  gehoren  und  zu  den  gewalliniten
  Ereignissen  aller  Zeiten  gerechnet  werden
mussen.  Am  Vormiltag  des  Z.  Mai  1915  hatte
sich  in  ganz  Deutschland  mit  Bligzescile  die  Meldung
  don  einem  ungeheuren  Criolge  rerbreitet.
olmne  das  man  (Henaueres  wunitc.  Die  amtlichen
“Gehbäude  hatten  schon  um  die  Vormulagszeit
Flaggenschmuck  angelegt,  der  die  Erwartungen
sehr  hoch  Unnte.  Als  dam  dei  Generalitabsbericht
  erscheen.  der  meldele,  daß  unter  Fühkung
  des  Generalobersten  ron  Mactenien  die
rerbündeten  Truppen  am  2.  Ma  nach  erbitlerten
  Kämpfen  die  ganze  rulfiche  Front  in  West
Galipen  ron  nahe  der  ungarischen  Grenze  bis  zur
Mündung  des  Dunajsec  in  die  Weichiel  an  zahl.
reichen  Stellen  durchtloßen  und  überall  emgedrückt
  hätten,  schien  der  Erfolg  den  Ho'#fnungen
nicht  zu  entsprechen,  da  man  auf  die  Zahlen  der
Gefangenen  wartele,  von  denen  der  Bericht
nichls  erwähnte.  Es  war  nur  hinzugesügl,  daß
sich  die  Trophäen  des  Sieges  noch  nicht  anannähernd
  übersehen  ließen.  Tatsachlich  war
aber  mit  dieser  kurzen  Meldung  ein  Erfolg  verlundet
  worden,  wie  er  gemwalliger  in  seiner  Art
und  ror  allem  in  seiner  Wirkung  jelbst  von  den
luhniten  Erwartungen  nicht  hätle  erträumt  wer- 



verbindung  mit  dem  alten  und  Kollen  Wegeecte
der  Aldringen  sein  mochte.  r  überaus
zuvorkonimend  und  machte  kein  *  aus  der
lebhaften  Befriedigung.  mit  der  das  getroffene
Arrangement  ihn  eriullte.  Aber  er  demütigte
such  doch  nicht  gleich  Mabel  bis  zu  jener  Unterwursigket.
  die  die  beiden  altadeligen  Gaste  wie
eine  Art  von  höheren  Wesen  behandelte.

,  entzückt  mein  Bruder  sein  wird,
Sie  hier  vorzusishden,  teuerste  Komiesse!“  lagur
Mabel,  als  einmal  ne  tleine  Pause  im
Gespräch  eingetreten  war.

Die  Angeredete  ober  erwiderte  mit  einem
seinen  und,  wie  es  beiahe  scheinen  wollte,
etwas  zwesfelnden  Uächelr

ird  er  es  sein  —  wirkiich  2
werden  eben.

aret  ihr  nicht  recht  gute  Freunde  —
du  und  der  junge  Herr  von  Rominger?“  fragte

er  Graf,  den  Anbefangenen  sprelend.  Und

seine  Tochteren

„Al  cn
inzwischen  vergessen.“

Bßees  in  Wahrheit  nur  ein  Zufall,  dasß
ihre  Augen  in  diesem  Moment  zu  der  Erkernische
  hinüberflogen,  in  der  Herta  noch  immer
bei  ihrer  Handarbeit  saß?  Und  war  es  nicht
beinahe  wie  das  Kreuzen  zweier  Klingen  vor
beginnendem  Zweikampf,  als  alch  die  Blicke

Nun,  wir

Aber  vielleicht  hat  er  mich

der  beidg#  „Frauen  begegneten
wenn  es  so  war,  so  hatten  die
anderen  jedenfalle  nichts  davon  bemerkt.  Als
hätte  Lyodia  mit  ihren  letzten  Worten  einer
ganz  ungeheuerlichen  und  zunsagaren  Vermutung
  Ausdruck  gegeben.  riei  Mabel
„O.  Komtesse,  Sie  sind  leines  von  den

weiblichen  Wesen,  die  ein  Mann  wieder  ver- 



1  deflen  kann.  nachdem  cr  sic  nur  ein  ein#iges

 

Ealischer  28.5  cm  Blindgänger  und  des  Kaisers  kleinter  Gardift,

 

 

den  können.  Denn  ron  diesem  Tage  ging  der
fluchtartige  NRüchug  der  Russen  in  das  Innere
des  Landes  aus,  der  und  nicht  nur  die  Wiedereroberung
  des  größten  Teiles  ron  Galizien,
sondern  auch  ein  beträch  tliches  (hebiel  des  feindlichen
  Landes  in  den  Schoß  wari  und  die  Russen
unreltbar  in  die  Verteidigungostellung  drängte.
Waren  durch  die  gewalligen  Schläge  Hindenburgs
  die  Russen  endgültig  aus  O  stpreußen  rer.
krieben  worden,  so  haule  die  Schlacht  von  Gorlite.
  Tarnow  auch  das  rusiische  Uebergewicht  in
Galizien  endguliig  vernichiet.  Um  die  ganze
Bedeutung  dieses  Sieges  wurdigen  zu  können.
muß;  man  die  Verhäliniĩse  rot  dieser  Schlacht
betrachten.  Co  war  den  Russen  gelungen,  sich
in  den  Karpathen  sestzusetzen  und  in  immer  erneuten
  Sturmen  unler  den  größten  Opfern  langsam
  immer  tieser  in  österreichisch  ungariiches  (Vebiel
  rorzudringen.  In  den  Karpathen  haiten
iie  bejonders  fajt  nneinnehmbare  Stellungen
innc,  die  im  Laufe  der  Monale  furchtbar  beselligt
  worden  waren.  Ein  Durchbruch  schien
ier  unmoglich,  und  der  damals  noch  unerschopfte
  Menschenquell  Rußlands  bot  die  Moglichteil,
  durch  dad  Nachichieben  neuer  Reserren
die  Ueberlegenheit  auch  meilerhin  zu  behaupten.
So  war  die  Kriegolage  auf  dem  sudlichen  Flu

gel  unserer  gemeiniamen  Oitfront  nicht  icher
cosig.  Da  waren  Ende  April,  unbemerkt  rom

Feinde,  großere  deutsche  Truppentranoporte  nach
Westgalizien  rollzogen  worden,  mit  der  Aufgabe,
  die  russische  Front  wisten  Karpaibenlamm
  und  dem  mittleren  Dunajec  im  Berein
mit  den  benachbarten  Armeen  unseres  öllerreiisch-
  ungarischen  Verbundelen  zu  durchbrechen.
Die  Stelle  §  für  dieses  Unlernehmen  gun
stig.  Am  1.  Mai  nachmittags  begann  umere
Artillerie  Aanen  die  wrussiichen  Stellungen,  die
stockuerkartig  auf  lleilen  Vergluppen  bis  zu
sieben  Reihen  hintereinander  sestungeartig  ausgebaut
  waren,  ein  rernichtendes  Trommelseuer.
das  am  2.  Mai,  6  Uhr  morgens,  in  rerstärller
  Form  aus  Geichunen  aller  Kaliber  vier
Stunden  lang  fortgeseczt  wurde.  Die  Wirkung
Mat  gei#ehen

„Und  mein  Sohn  hat  sehr  oft  von  Ihnen
gesprochen,“  mischte  sich  Johannes  Rominger
ein,  „immer  mit  dem  Aucdruck  jicin  es  lehhaften
Bedauerns  darüber,  daß  Sie  die  Frenden  dieses
Aufenthalts  an  der  Rivicra  nicht  mit  uns  genietßen
  könnien.“

„In  der  Tat,  Kind  —  warum  sollie  Herr
Eberhord  dich  vergessen  haben.  da  du  dich  doch
seiner  in  all  dieser  Zeit  recht  gut  erinnert  hast!“
meinte  der  Graf  wieder.  Dic  Komtesse  aber
machte  eine  etwas  ungeduldige  Bewegung.  und
Mabel  becilte  sich,  auf  etwas  anderes  überzuspringen.


„Wann  können  wir  denn  nun  die  Freude
baben,  Komtesse.  Sie  als  unsere  licbe  Hauegenossm
  zu  begrüßen?

ch  sehe  nicht  ein,  warum  es  nicht  schon
beute  sein  sollte,“  nahm  der  Hausherr  stan  der
Geiragten  das  Wort.  .Das  Beste  ist  doch  wohl,
Sie  bleiben  gleich  hien  Ins  geben  brieslich  oder
telegraphisch  den  Besehl.  Ihr  Gepäck  hierberzulenden.
  salle  es  nicht  schon  in  der  Nähe  sein
ollte
Lodia  lachte  schelmisch  über  den  Eiser,  sich
ibrer  Person  Zu  sichern.  Der  Graf  aber  sah  aus
wie  lemand,  der  sich  zu  seiner  Erleichterung
aus  einer  Schwierigkeit  befreit  siecht,  und  er
war  ohne  weileres  damit  einveritanden,  seine
Tochter  gleich  in  der  Villa  zuruck  zulassen,  da
er  jelbst,  wie  er  sagie,  zu  leinem  lebhafstesten
Bedauern  nicht  das  Vergnuugen  habven  konnc,
seinen  Besuch  über  die  Begrüßung  hinaus
ausmdehnen.

Jent  war  en  Magdalene.  die  mit  einem
prüsenden  Sück  zu  #iUrer  lungen  Gesellschafterin
hinüherlah.  Sie  hatte  sich  bisher  an  dem  Wett- 



dieses  Trommelseners  war  ungeheuer.  Als  um
1·  Uhr  die  Feuerschlunde  schwiegen  und  plötzlich
  die  Insanterie  mit  einem  jurchtbaren  Angrif:
  eineßte.  flohen  die  Rusien  in  kopfloser
Fluckt!  jelb  aus  ihren  druten  und  rierten  Stellungen
  oder  ergaben  sich.  Die  Garderegimenler.
  Banern  und  Schlesier  Datten  in  Verbindung
mit  ungarischen  und  galiziichen  Truppen  dieies
gewaltige  Werk  des  Durchbruchs  rollbracht,  der
am  ersten  Tage  bereits  eine  Auesdehnung  von
"“  Kilometern  erreicht  hatte.  .Am  Abend  des
.  Ma  war  der  tattische  Durck,  bruch  rollzogen“.
so  meldete  unsfere  Heeresleitung.  Der  Feind  sah
iich  sogar  genoligt,  uber  die  befefligte  Wisloka-Linie

  zurückzugehen.  Die  Aufrollung  der  ussiichen
  Karrathenfront  war  die  erile  große  Folge
dieses  Sieges.  Die  Rusien  mußten  aus  ihren
uneinnelenbaren  Stellungen  weichen,  wenn  sie
nicht  ron  ihren  ruckwärtigen  Verbindungen  abgeschnitlen
  werden  mollien.  Tallächlich  lrat  der
Zeind  den  Ruckmarsch  nach  Norden  an.  Am  6.
Mai  batte  die  Armee  Macensen  die  Wisloka
uberichritten,  und  die  Turchkruchsichlacht  donnte
als  beendet  angesehen  werden.  Ungeheueres
mar  erreichl.  Nadlo  Dimitriew,  der  rusiische
Oberbe#Llaber,  war  rernichtend  geschlagen,
143.1000  Gefangene  waren  schon  in  den  ersten
Tagen  gemacht  worden.  I#0  Geschutze  und  300
Mäöschinengewehre  waren  erbeutelt  und  der
Erunditock  zu  den  weileren  gewalligen  Erfolgen
war  gelegt  worden,  die  zut  Eroberung  von
Prꝛ  emyol  und  Lemberg  und  eines  großen  Teiles
Ruplands  fubrien.  Auch  die  Zahl  der  Gefangenen,
  die  ossenbar  im  Voll  am  meisten  wirkt.
war  nicht  hinter  den  Erwartungen  zuruckgeblie
ben.  Aber  unendlich  bedeutender  war  die  Lahmlegung
  des  rufsischen  Heeres,  die  auch  fur  die
Enticheidung  des  ganzen  Krieges  auf  allen  Fronlen
  ron  weittragender  Bedenlung  war.

Donnerstag,  4.  Mai  1910

Bousische  Ausoschen.

TDas  Schicsal  des  Gemciudenbeomte
  ngesehes.

Am  letzten  Samstag  ist  das  bayerische  (##
meindebeamtengesen  in  der  Fasffung  des  R
gierungoentwurfes  auch  im  Plenum  der  Neick
ratelammer  abgelek,nt  worden.  Dieser  Beichluß
hat  für  die  Abgeordnelenlammer,  die  in  ihrer
uberwiegenden  Mehrheit  seinerzeit  dem  Re
gierungsentwurf  zustimmie,  eine  überaus  schwie
tige  Lage  geschaffen.  Lehm  jent  die  Abgeordnetenlammer
  die  Beschlusse  des  Reicherates,  der
einen  ganz  neuen  Entwurf  an  Sielle  des  Re
gierungsrt  orĩchlages  gesent  hat,  ab  und  beileht
auf  der  Neuregelung  der  gesamten  Malerie  de-(Gesetzes,
  so  dürste  dadurch  das  ganze  (besehh
gefährdet  sein;  auf  der  anderen  Seilte  läßt  der
Entwurf  der  Reichsratslammer  manche  Lucke
ubrig  und  dürfte  inebeiondere  einseiliger  Partei
trink  Tur  und  Tor  of#inen.  Der  Gesetzentwur:
nach  dem  Beicklusse  der  Reichsratslammer  sicher:
den  Gemeindebeamten  vor  allem  eine  angemesse
une  Besoldung.  Schun  gegen  willkürliche  Enllassung,
  die  Gewährung  einer  Ruhestands-  und
Hinterbliebnenfürsorge,  weiler  auch  verftärkten
Rechtssckun  im  Difziplinarversahren.  Die  itachlichilen
  Beilimmungen  des  Regierungsentwurfe:
fanden  dagegen  in  diesem  Entwur'  leine  Auf
nahme,  ebenio  iit  der  Gellungsbereich  des  neuc
Gesetzes  auf  Gemeinden  mil  mehr  als  1170/#
Einwohnern  beschränkt.  Es  frägt  sich,  ob  die
Abgeordnetenkammer  nun  den  Beschlussen  der
Reichsratskammer  zunimmen  soll.
wenigstens  die  Hauptsache  zu  relten.
eine  Einigung  nicht  zutanee  kommt  und  das  Be
amiengesen  neucrding-  auj  unabiehbare  Jeit
rereitelt  wird.  Die  „A.  P.“  meinl  zur  jetzigen
Lage:  Die  Schuld  an  diesen  Zustanden  tragen
nicht  zum  wenigsien  Leute,  die  mit  ihrem  unge
itümen  Auftreten  mehr  den  Bedürinissen  der
Agitation  als  den  walren  Inlereisen  des  Be
amtenstandes  Rechnung  trugen  und  vermuntlic
auch  die  nun  berorftehende  Neuregelung  dazu
benunen  werden,  diesem  Agilanonsbedürfui.
(Henüge  zu  kun.  Ob  den  Beamien  ader  damit
gedient  i#t,  mogen  sie  selbil  enlicheiden.“

„Zum  Reichserereinsgesc  h.

Die  Norvelle  zum  Reichsvereinegeset.  die  der
Bundesral.  am  Montagadend  reratschiedet  l#.Q
ist  dem  Reichostag  zugegangen.  Zic  beschrautt
sich  im  wesentlicle#n#  aui  die  Bellimmung,  daß
die  Paragraphen  3  und  17  des  Reichsvereine
gesenes  (Verpflichtung  zur  Elmeichung  der  Sai
zungen.  Aueschluf  der  Jugendlichen  unter  16
Jahren:  iunfstig  nicht  mel,r  auf  solche  Vereine
(Gewertschaften,  anzuwenden  imd.  die  sich  le
diglich  die  Verdesserung  der  Arteils  und  Lohn
rerhaltnisse  ihrer  Mitglieder  zur  Aufgabe  ge
macht  haben.  Rein  polttische  Belätigung  bleibt
den  Gewerlschaften  zumeersagl=  auch  das  Koa

rbot  ltlickhe  Arbeile:
wird.  soweit  es  better-i  nicht  auigehoben.

Peischledene  Nachrichten.

Budapest,  2.  Mai.  Einem  verbrecherichen
Mißbrauch  der  Kregomauung  in  man  hier  auf
die  Spur  gekommen.  Ein  junger  Mann  hat  es
sertig  gebracht,  iick  nacheinander  mitl  nicht  we
niger  ale  sechs  Frauen  kriegstlauen  zu  lasser
Es  iĩt  dabei  noch  nicht  feugenellt.  ob  ichan  alle
Falle  dieser  Ausbenlung  unerfahrener  Frauer
ans  Tageslicht  gekommen  ##no.  Der  Gang  der

 

 

rerbrecherischen  Handlung  war  boch'l  einfach.
Nach  lurzer  Belanntichaft  mit  cinem  Mädchen

 

eper  um  ole  Gunn  der  Besucher  nur  muu  seyr
gerungem  Maße  beteiliqn  und  die  Heiterten  der
anderen  hate  den  tiesen  Ernst  nicht  aus  ihren
#„zugen  verscheuchen  konnen.  Cs  war,  als  ob
ire  von  einer  bangen  Sorge  bedrückt  wurde,
von  einer  Sorge,  die  mit  der  Person  Herlas  in
Veromdung  ltand.  Wenn  sie  etwa  gebofft
jeßt  nus  dem  Gesichtsausdruck  des  lungen
W  Beruhigung  schöpfen  zu  konnen,  io
lane  sie  sich  damit  einer  Tauschung  bingegeben,
denn  Hertas  Kopf  war  so  tief  auf  die  Arben
geienh.  daß  man  nuchts  sehen  konnte.  als  die
heirliche  Vulle  ihrer  schimmernden  Haariluten.
In  der  Tat  hatte  die  Gesellschafterm  das
Geinbl,  daß  sie  ihr  Gesicht  den  Blicken  der
ndrren  entziehen  musse.  wenn  sie  nicht  Gefahr
lausen  wollte.  etwas  von  verraten,
warz  in  ihrer  Scele  vorging.  Die  fürchterliche
Frage,  was  nun  weiter  gescheben  würde,  wühlte
sa  wie  mit  scharien  Messern  im  ihrem  Herzen.
Sie  hatte  sich  des  geheimnisvollen  Erpresfsers
  erinnert,  und  lie  hatte  sich  gesagt,  daß
auch  die  von  dieser  Seite  drobende  Gesahr
durch  das  Erscheinen  der  Komtesse  eine  noch
gronzere  geworden  war.  Wer  auck  immer  der
Mann  sein  mochte.  darüber,  daß  er  ieine
Heliersheljer  hier  im  Hause  hatte  und  daß  er
uver  alle  Aorgunge  in  der  Familie  auf  dar  Ge.-naucile
  untemichtet  war,  konne  ite  nach  dem,
ias,  geschehen  mar.  nicht  den  mindesten  Zwoela
hegen.  Gewis,  wurde  er  jehr  schnell  daruber
onennert  sein,  das  die  heimlch  Vermahlten
jem  noch  vin  viel  groizeres  Intereise  daran
htaben  mußten.  ihr  Gehenums  bewahrt  zu  sehen,
und  er  hane  sich  jehr  schlecht  ani  sem  Gewerbe
uelchen  minen.  wenn  e#i  diele  Nrumme  ulast
d  #nn-denitu  hatte,  ine  nolrinnurt  zu

 

stelgern  und  mu  ungenum  am  löre  rasche  Crfüllung
  zu  dringen.

l  wenniiireTnionder-summieiveniiJohanneskkloinniqerdknmneissnli:·,i"o

langeiielidaSMnddiciLdaseiClierliiirdlie-  



liiiiiiiitliiit:e.isiittiiii::e-."deiii;iiriiIiiiic
hause-:-besond,ioiirdedrrssnisindarinnnoch
  iürchterlicher  losbrechen.  als  es  un

anderen  limitanden  der  Fall  geweien  ware
Wahrend  nih  ##re  arme.  gemarterte  Seele

mu  jiolchen  Voritellungen  und  Fragen
au„  die  uu#s  unmioglich  andere  als  dtrostlosesten
  Antworten  ünden  konnte,  vernalim
sie  draußen  un  Vorzimmer  den  mohlbetannien

 

   
 

Schritt  de  Gelicb:2en  und  jah  eine  Sekunde
spater  jeine  hone  Gestalt  in  der  ofenen  Tür
des  Salone  erschemen.

Cin  ine:  laschi  Bück  auf  sein  Gesicht
belehmte  ste  dariulel,  daß  ihu  der  Aundick  der
Besucher  nicht  unvorbereuel  lraf.  fdondern  daß
er  schon  draußen  von  ehrem  Hierlein  gebhor:
haben  mußte.  Er  war  jer  blaß,  und  das

Lachein,  due  um  sjeine  Lippen  ltclte,  #½
er  sich  der  Komteme  naherte.  war  i1  w7
sam  er  zmungen.  daß  es  sjeinem  Gesicht  einen
ganz  fremden  Ausdiuck  gab  Aber  er  bann
sich  außerlich  volltommen  un  der  Gewalt.  un
ein  nicht  allzu  scharfinnige:r  Beobachter  mochte
sein  Venehmen  nicht  weiemlich  anders  ##mden
als  gerwohnlich.  Mil  Heita  wechselte  ei  weder
ein  Wort  noch  einen  Vlick.  abei  c#zmar  zuischen
ihnen  notgdem  ein  gemitser  gebenumisvaller
Napport,  der  jedes  von  innen  mitsublen  lien.
mas  in  der  Seele  des  andern  vorgina  Und
Vverin  konule  sich  nnbl  eimnern.  je  in  inrem
Leben  eine  —m*-  Vien.  eliunde  verlebt  zu
#mhhen.  il  .

 

(Fortsegung  folgt.1