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Bischof klagte über Landfriedensbruch und brachte die Sache an
den Kaiser. Bis die Sache dort entschieden wurde, konnte es
lange dauern. Friedrich zwang durch drückende Einquartierung den
Bischof das Land Herstall zu dem Preise anzukaufen, welchen der
König ihm setzte.
Hatte er damals, im Sommer 1740, andere, bestimmte Plane?
— Er selbst ist einige Jahre später als Geschichtschreiber seines
Vollbringens für die Nachwelt aufgetreten, und darum ist er selbst
zunächst zu hören, wie er nach dem Gelingen seines Unternehmens
seine Lage vor demselben von der Nachwelt aufgefaßt wissen wollte.)
Vor allen Dingen ist es wichtig, daß er nicht mehr von den einzelnen
Ländern spricht, die er dem Rechte nach unter sehr verschiedenen
Verhältnissen regiert, sondern alle diese einzelnen Theile
zusammenfaßt als einen preußischen Staat. Diese Bezeichnung
ward durch ihn allgemein: damals zuerst war sie ungerechtfertigt.
Denn die Souveränität, die der König in Preußen besaß, erstreckte
sich nicht auf die Reichslande. Vielmehr waren diese ausdrücklich
davon ausgenommen. Aber der neue König ging darin noch erheblich
weiter. Er redet nicht bloß von einem preußischen Staate,
sondern auch von einer nation Prussienne. Das Wort ist ein
Unding, heute wie damals, und war der Natur der Sache nach nur
berechnet auf halb wissende, aber tonangebende Franzosen.
Friedrich selbst faßt seine Lage in folgender Weise auf.2:) „Es
war sehr unangenehm,“ sagt er, „daß der Staat keine regelmäßige
Abrundung hatte. Lang gestreckte, schmale, verstreute Provinzen
dehnten sich von Kurland bis Brabant. Diese Lage mehrte die
Zahl der Nachbaren, ohne Consistenz zu geben.“
Freilich, aber diese Nachbaren waren Reichsfürsten wie der
Kurfürst von Brandenburg selbst, mit ihm verbunden durch die
1) Hist. d. m. t. — 2) Oeuv. II. 46. hist. de mon temps.
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