Nahrungsmittel. 65
Werden sie nicht sorgfältig gekaut, so bleiben die harten Sorten fast
unverdaulich und werden von den Verdannngssäften nicht gelöst, daher ihr
berechtigter Ruf der „Schwerverdaulichkeit". Bei mäßigem Genusse jedoch
und guter Wahl sind sie ein vorzügliches Nahrungsmittel für Gesunde und
stellen jedenfalls die beste Form der Milchverwertung dar.
Der pikante Geschmack gewisser Käsearten kommt von der Zersetzung
des Kaseins und der Fette her, welche gleichfalls durch eingedrungene Pilze
entsteht. Bekanntlich müssen die Käselaibe monatelang bestimmten Einflüssen
ausgesetzt sein, um gewisse Umwandlungen zu erfahren. Schimmelbildung,
Würmerkolonien, häßliche Geruchsstoffe, die allen mit ihnen in Berührung
kommenden Körpern anhaften, sind Zeichen ihrer „Reife“. (Siehe Fig. 37:
„Alter Käse mit seinen Bewohnern“.) Nicht abgestumpfte Sinne werden uns
vor dem Genuß solcher Käsearten warnen. Quark, Schweizerkäse, Holländer-=käse,
auch einzelne Rahmkäse sind frei von ekelerregenden Beigaben und können
daher zu mäßigem Genusse empfohlen werden. Da die Salze der Milch in
der Molke aufgelöst zurückbleiben, ist Käse übrigens kein vollkommenes
Nahrungsmittel, sondern bedarf anderweitiger Ergänzung.
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Das Ei.
Die Reihe der tierischen eiweißhaltigen Nahrungsmittel beschließen wir
mit dem Ei, jenem Fortpflanzungsprodukt der Vogelwelt, welches so hohes
Ansehen als Nahrungsmittel besitzt.
Wie die Milch das Junge des Säugetieres erhält, so ernährt das Ei,
Dotter und Eiweiß, das Junge des Vogels, bis es den räumlichen Verhältnissen
des Eies entwachsen ist und seine Schale durchbricht.
Da es auch den Keim enthält, aus dem sich unter Einwirkung der
Wärme das Tier entwickelt, so ist das Ei an sich gleich dem ungeborenen Tier.
Es wiegt 50 gr und enthält etwa 6 gr Eiweiß, 6 gr Fett, 32 gr Wasser,
½/ gr Salze. Das Eiweiß des Vogeleies stellt den reinsten Eiweißkörper
dar und enthält am meisten Schwefel.
Das Fett befindet sich im Eidotter, das auch einen Farbstoff enthält,
daher der Geschmacks= und Farbunterschied zwischen Eiweiß und Dotter. Das
Eiweiß ist sehr wasserreich, farblos und leicht verdaulich.
Für die Küche werden vorwiegend nur Hühnereier verwendet, welche
man dadurch frisch erhält, daß man sie vor dem Einfluß der Luft bewahrt,
welche durch die Poren der Kalkschale eindringt. Das Zeichen der Frische
eines Eies ist, daß es, gegen ein Licht gehalten, durchschimmernd ist, im
Wasser untersinkt und außerdem an seinen beiden Enden sich kalt anfühlt.
Bei beginnender Fäulnis (Zersetzung des Eiweißes, wobei neue Schwefelverbindungen
entstehen) bilden sich Gase, welche bewirken, daß das Ei auf dem
Die Frau als Hausärztin.