Full text: Anschaulich-ausführliches Realienbuch.

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und Fichtensamen, Nüssen u. s. w. Daher ist es gezwungen, sein Leben größten— 
teils auf Bäumen zu verbringen. Dazu ist aber auch sein Körper aufs zweck- 
mäßigste eingerich- 
tet. Der Leib ist 
äußerst schlank und 
geschmeidig. Die 3# 
Vorderfüße haben 
je vier bekrallte 
Zehen und einene 
kurzen, nagelbe- # 
deckten Daume 
stummel. Sie die- t 
nen dem Eichhörn 
chen beim Pflücken W 
der Baumfrüchte 6o 
als Hände und 
verleihen ihm vor- 
zugsweise die Ge- 
schicklichkeit zum 
Klettern. Wie der 
Sturmwind geht's 
den schlanken Tannenbaum hinauf, bald kerzengrade, bald in Schraubenwindungen. 
Man meint, das Tier gleite wie eine Schlange an dem Baume empor, und 
doch merkt man das Einschlagen der langen, scharfen Krallen; denn man ver— 
nimmt ein deutliches Rasseln. — Die fünfzehigen, ebenfalls scharf bekrallien 
Hinterbeine sind Springbeine. Sie sind etwas länger als die Vorderbeine und be— 
fähigen das Tierchen, 3—4 m weite Sprünge auf den Bäumen auszuführen. Durch 
diese Sprünge rettet es sich oft vor seinen Feinden (Marder, Fuchs, Uhn, Habicht). 
In Nadelwäldern wird es auch durch die rotbraune Farbe des Pelzes vor ihnen 
geschützt, da es darin nicht so leicht zu erkennen ist. (Schutzfarbel) 
2. Kampf mit dem Baummarder. Der grimmigste Feind des Eichhörnchens 
ist der Edelmarder. (S. 245.) In der Ausdauer beim Klettern übertrifft er das 
Eichhörnchen noch. Sobald es ihn erblickt, sucht es ihm in blitzschnellen Win- 
dungen um den Baum herum zu entfliehen. Hinter ihm her stürzt der Edel- 
marder. Auf und nieder, kreuz und quer geht die furchtbare Jagd. Hoch durch 
die Luft schießt das Eichhörnchen in Sprüngen von 3—4 m; ihm nach der 
Baummarder. Schon scheint er seiner Beute gewiß zu sein. Da greift das ge- 
hetzte Eichhörnchen zum letzten Mittel. Es breitet die Beine aus, streckt den 
zweizeilig behaarten, buschigen Schwanz, damit es das Genick nicht breche, als 
Fallschirm und Schwebstange gerade aus und wagt den Riesensprung von der 
höchsten Tannenspitze hinunter auf den Erdboden. Das fürchterliche Wagestück 
gelingt. Aber o weh! Auch der Marder wagt den Sprung. In seiner Todes- 
angst saust das Eichhörnchen einen andern Baum hinauf. Aber schnell wie der 
Blitz folgt ihm der Marder. Endlich, fast zu Tode gehetzt, muß sich das Eich- 
hörnchen ergeben und endet unter den Krallen seines Mörders. 
3. Nahrung. Auch zur Erlangung seiner Nahrung ist das Eichhörnchen 
vorzüglich ausgerüstet. Will es den Tannenzapfen plündern, so setzt es sich auf 
die Hinterfüße und hält ihn mit den Vorderfüßen geschickt vor den Mund. 
Dann pflückt es mit den scharfen Nagezähnen eine Schuppe nach der andern ab 
und läßt sich den darunter liegenden Samen trefflich munden. Solche abgenagten 
Tannenzapfen finden sich nicht selten in den Wäldern. Die gespaltenen Lippen