Dieser Lauf der Dinge in der großen Kriegführung gab den letzten
Anstoß zur Ernennung des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg zum
Chef des Generalstabs des Feldheeres und des Generals Ludendorff
zum Ersten General-Quartiermeister. Im Zusammenhang damit wurde
die schon begonnene Neueinteilung des Westheeres in zwei Heeresgruppen
durchgeführt. Dem Kronprinzen von Bayern unterstand der rechte Flügel
mit der 6., I., 2., 7. Armee und mir wurde neben Beibehalt des Rommandos
über die J. Armee durch Neuunterstellung der 3. Armee der linke
Heeree flügel von der Champagne bie zur Schweizer Grenze anvertraut.
Die 4. Armee auf dem äußersten rechten Flügel der Westfront unter
Zerzog Albrecht von Württemberg blieb selbständlg.
Ich habe den zurückgetretenen Chef des Generalstabes des Feldheeres,
General v. Jalkenhapn, in oleler Zinsicht bewundert und hochgeschätzt.
Er hat in schwerster Rriegsnot mit größter Derantwortungefreudigkelt und
Entschlußbraft die Leitung der Operationen übernommen und die Amter
des Generalstabschefs und Ariegeministers in seiner Herson als überschwere
Bürde verelntgt. Meine Armee durfte der Erfüllung der an die G. S. L.
gestellten Anträge auf Rampfmittel und Bedürfnisse der Truppenfürsorge,
wo irgend angängig, in hohem Maße sicher sein. Ich habe darzulegen
versucht, daß und warum ich in der Derdun--Operation so, wie sie Falkenhayn
vorschwebte, nicht freudlg habe mitschwingen können. Die Idee, von
der er sich leiten ließ, stand meines Wrachtene auch nicht im Linklang mit
der weisen Mäßigung, dem Spstem des ZSaushaltens mit den Rräften
und Mitteln, das gerade er verschiedentlich als den elnzigen, für die deutsche
Strategie gangbaren Weg bezeichnet hat. Aue diesem Grunde habe ich
mir von einem Thefwechsel in der O. S. K. auch elnen Spstemwechsel in
der Führung der Cperationen versprochen und den schon damals ales
Nationalheld allgemein gepriesenen Feldmarschall v. Zindenburg mit
General Kudendorff herbeigewünscht.
Nach den bieherigen #E#rgebnissen der Kriegführung Zindenburge und
Ludendorffs im Osten war dae Vertrauen berechtigt, daß sie als Leiter
der Gesamtoperationen dem Zriege eine günstige militärische Wendung
geben würden, indem sie operative PL#utscheidungen nur dort anstrebten,
wo sie aussichtsvoll waren, hingegen dem eigenen Kräfteverbrauch überall
Einhalt taten, wo, wie vor Verdun, eln durchschlagender Prfolg nicht
mehr zu erhoffen stand. Diese meine Erwartung verwirklichte sich inso-231