Volltext : Schlawer Kreisblatt. 72. Jahrgang 1914. (72)

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Gemeindebezirke  Sydow  a  und  Sydow  b  zu  einer  Landgemeinde  Sydow  vereinigt  worden.  Ferner  ist  der  Varbelower
Wald  und  das  Vorwerk  Marienhütte  dem  Stadtbezirk  Pollnow  einverleibt  worden.

An  Zuschlägen  zur  Einkommensteuer  für  Gemeindezwecke  erheben  unter  100  5%  =  keine  Gemeinde,  100—
150  %  —  31,  151—200  %  =  59,  über  201—  300  %  =  35  Gemeinden.

XIII.  Kreiskommunalkasse.

Die  Rechnung  der  Kreiskommunalkasse  für  das  Rechnungsjahr  1913  ist  vom  Kreistag  entlastet  worden.  Der
Abschluß  ist  gleichwie  im  Vorjahre  ein  günstiger.  Als  Überschuß  konnte  dem  Ausgleichssonds  die  Summe  von  60  198,44  4%
zugeführt  werden,  so  daß  dieser  heute  auf  rd.  150  000  (46  angewachsen  ist.  Der  große  Überschuß  ist  in  der  Hauptsache
auf  die  hohen  Ergebnisse  der  Kreisumsatzsteuer  mit  104  400  (K  zurückzuführen.  Die  Kreishundesteuer  hat  19  818  A,  die
Schanksteuer  4150  A,  die  Zuwachssteuer  (Kreisanteil  22  936,36  HA0)  eingebracht.

Die  Schulden  des  Kreises  betragen  3  630  839,81  6,  darunter  für  Grundstücke  70  821,41  4  Verkehrsanlagen
2710  018,40  %,  für  Beteiligung  an  der  Stolper  Überlandzentrale  850  000  A,  das  Vermögen  beläuft  sich  auf  1952  621,36  ¼%
neben  dem  Anteil  an  der  Kreisbahn.

Die  Kommunalkasse  ist  regelmäßig  monatlich  einmal  ordentlich,  außerdem  durch  den  Kreisausschuß  einmal  außerordentlich
  geprüft  worden.

XIV.  Kreissparkasse.

Am  Jahresschluß  1913  war  ein  Einlagebestand  von  112174471  4∆%  vorhanden,  der  sich  auf  9901  Bücher  verteilte.
Der  Reservefonds  beträgt  487978  A.  Angelegt  sind  in  Hypotheken  6  864  812  (46,  in  Papieren  2700  263  .

Außer  einer  Revision  durch  den  Sparkassenverband  ist  die  Kasse  regelmäßig  monatlich  und  einmal  außerordentlich
geprüft  worden.  Die  Rechnung  für  1912  ist  entlastet.

XV.  Kreisverwaltung.

An  der  Spitze  des  Kreises  steht  Landrat  von  Scheliha,  dem  zu  seiner  Unterstützung  der  Regierungs-Assessor
von  Baumbach  überwiesen  ist.
In  der  Zusammensetzung  des  Kreisausschusses  und  des  Kreistages  ist  keine  Anderung  eingetreten.

Im  Laufe  des  Geschäftsjahres  hat  der  Kreisausschuß  12  Sitzungen  abgehalten  und  in  ihnen  18  Verwaltungsstreitsachen
  und  1454  Beschlußfachen  erledigt.

Der  Kreistag  ist  dreimal  zusammenberufen  worden  und  hat  27  Vorlagen  beraten  und  erledigt.  Die  wichtigsten
betrasen:  Feststellung  der  Satzung  für  die  Allgemeine  Ortskrankenkasse  und  die  Landkrankenkasse  für  den  Kreis  Schlawe.

Festlegung  des  Steilufers  bei  Jershöft,  Altersversorgung  der  Straßenwärter  und  Beschaffung  eines  Kreisautos.

Schlawe,  im  Mai  1914.

Der  Kreisausschuß.

Schriftleitung:  Königliches  Landratsamt  in  Schlawe.  —  Druck  von  H.  Moldenhauer  &  Sohn  in  Schlawe.