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3, 1; noeh staunst du dich, noch staunrt du alles an
Goethe nat. Tocht. 1, 5; dasz sie sich viel zu vornehm
hält, um sich anstaunen zu lassen Heyfe Par. 1, 65;
anstaunung, maulaufsperre Klopstock 12, 85.
Anstechen, stechend heften, ein stuck fieisch an die
gabel; stechend verletzen: der apfel ist von einer wespe
angestochen; stechend berühren, namentlich anspornen,
das pferd, in älterer Spr.: stach damit sein pferd an
Garg. 456; davon später noch angestochen kommen,
eigentlich angeritten, aber übertragen auf jedes Ankommen,
auch selbst mit Worten: als sie sahe, dasz ich nicht
mit leerer hand angestochen kam Simpl. 3, 50; kommt
Ciner mit etwas angestochen, als etwa vom wetter
(im Gespräche) Wieland Liebe um L. 1, 77; stechend
eröffnen, anbrechen: alsdann mag man wein. anstechen
Nürnb. Pol. 243 (15. Jh.); wirt hast nit ein
volles faaz, dasselb anstechen lasz Garg. 183; eine
flasche wein um die andere wurde angestochen; auch
die butter, einc tonne heringe anstechen; bildlich: einen
anstechen, ihn wie mit Stichen zum Zorne reizen: er
sticht viele leute an Steinbach; der bei jeder gelegenheit
hämisch angestochene Aristipp Wieland Arist.
3,2; aber auch zur Lust: sticht Sie das mädehen an7
Goethe Jahrm. — anstecken, steckend besestigen, heften,
schleifen an ein kleid, den schmetterling an die nadel,
einen ring an den finger; ergreift ihre hand um ihr
den ring anzustecken Leffing Minna 5, 5; Zündstoffe
auhesten, feuer anstecken (mhd. anstechen: als man daz
vür darane stach Herbort): so wil ieb ein fewer unter
jren thoren austecken Jer. 17, 27; begrifftauschend daher
holz, licht, pfeife, ofen, haus, stadt: und lif Rome an
vir enden anstecken zu burnende Myst. 1, 148; ich wil
die mauren zu Damasco mit fewr anstecken Jer. 49,27;
er uberfie! unversebens stedte und flecken, und stecket
sie an 2. Macc. d, 6; wenn wir ihm das haus über dem
kopf ansteckten? Lessing Minna 1, 12; Krankheitsstoffe
übertragen, einen mit einer seuche; für sich ist
ein schaf nicht allcin grindig, sondern pflegt gern,
wann es bei der undern herde bleibet, sie anzustecken
Kirchhof Wendunm. 3325; intrans. die krankheit,
stecket an Stieler; in diesem orte herrschen ansteckende
krankheiten; freier: der die seelen der muselmannen
mit diesem gift ansteckt Wieland gold. Sp.
; ja der groszäugigte verdacht steekte zuletzt auch
die häusliche eintracht an Schiller Fiesko 1, 11; angesteckt
von den irrthumern dieser schule. — anstehen,
1) stchend berühren oder nahe sein, austehende jeiter;
das bett steht an der wand an; von den anstchenden
Römern (die dabei standen) Goethe ital. Reise; im
anstechen — anstehen.
Bergbau, zu Tage stchen, anstehendes gestein, gänge.
anbruche stehen an; zeitlich, angesetzt sein, von Ter= aus der Säwen
S
minen: es steht termin in der sache auf nüchsten montag
an. 2) bereit stehen, etwas antreten, füddeutsch
zum tanze anstehen; ein Verhältnis antreten, die magdist
gestern angestanden (in den Dienst) Schmeller;
neuangestandener lehrjung Simpl. 3, 194; bereit stehen,
zu teil werden: ob mir wielleicht alldorten ein besser
gluck anstehen möchte 19; ob wir etwas von wildpret
zu sehlieszen anstehen müchte 1, 219. 3) still stchen,
zögern, Ausschub haben, in älterer Spr. von Streit:
dasz alle fehde anstehen soll Haltaus (von 1190);
neuer von Sachen überhaupt: das musz vorläußg noch
anstchen; es kann anstehen bis morgen Schiller 4,
185; es stund nur an eine kleine weil, Klein Roland
kehrt in den saal Uhland Ged. 335; gern in der Verbindung
anstehen lassen: wir wollen das noch anstehen
lassen; gefelt dirs aber nicht mit mir gen Babel zu
zihen, so las anstehen Jer. 10, 4; ein jglicher lies das
baden anstehen Neh. 4, 23. 5 still stehen, siocken, ein
Thun hemmen, von einer Person: ich stehe nicht an,
ihn für einen braven mann zu erklären; er stehet bei
sich an, haesitat, dubitat Steinbach; ich habe lange
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angestanden, ehe ich das werk unternahm; dafür: wir
sind bei uns angestanden, ob wir diesz gesetz mit anführen
wollten Klopstock 12, 60. 5) von Kleidern, gut
am Leibe stehen, passen und gemäß sein: werden mir meine
kleider seheuslich anstehen Hiob 9, 31; schuh . . dic
mir glat austunden Simpl. 3, 383; in deutlichem Bilde:
sun, wilt du kleiden dine jugent, suit an dich
zuht und reine tugent: ich weiz niht waz dir bag
an ste Winsbecke 22; verblaßt: dem narren stchet nicht.
wol an, gute tage haben Spr. Sal. 19, 10; auszerlesene
stuücklein, die ihm wol anstunden Garg. 95; den göttern
kaum anstchende und geziemliche reden Weckherlin
Vorr.; das trotzen hütte ihm übel angestanden; oder:
wie würe es einem solchen manne angestanden, ein
solches leben .. zu entehren Wieland Arist. 2, 9.
Auch einer, etwas steht einem an, ist ihm genehm: so
aber stund mir, deutsch zu sagen, sein ganzes wesen
gar nicht an Günther 432; was steht dir von meinen
sachen an? was hättest du gern7 Lessing Minna 2, 3;
ich zwinge meine tochter nicht. stehen Sie ihr an
(zur Heirat) Schiller Kab. 1, 2; eine solche stelle
bätte ober wäre ihm angestanden. — ansteigen, steigend
sich nähern; in derber Rede überhaupt sich nähern: da
kommt sebon so ein hetzhund der gerechtigkeit angestiegen
Schiller 2, 261; steigend höher werden: der
berg, pfad steigt an; das wasser ist schon beträchtlich
angestiegen. — austellen, stellend nähern oder besestigen,
leiter an die mauer, stuhl dicht an den tisch, einen
mit dem rucken an die wand; übertragen treider zur
jagd, arbeiter zur abwehr des wassers; einen anstellen,
eine Stelle übertragen, als beamten, lehrer; auch einen
anstellen zu etwas, wie anstiften, dingen; wer sie angestellt
habe, konnte er nicht aus ihnen herausbringen
Schiller 4, 331; von Dingen, einrichten, und dann
auch ausführen: einem einen possen (Günther 624),
einen betrug, verräterei; wenn ich nur was anstellen
könnte was sie recht verdrösse! Goethe Fischerin;
etwas fein, listig, schlau anstellen; in Bezug auf Einrichtung
und Anordnung, feste, bälle, schmausereien;
gasterel anstellen Stieler; früher auch gericht anstellen
ebd., selbst das leben: ein heiliges gott wolgelälliges
leben anzustellen Simpl. 1, 35; bei Dingen
der Uberlegung: beobachtungen, betrachtungen, versuche;
er stellte vrergleiche an, die nicht zu seinen
Zunsteu auslielen; eine untersuchung ward angestellt.
rest sich gut, sehlecht anstellen zu etwas, sich schicken:
solt jhr euch weiszlich wissen anzustellen Garg. 33;
von Herdern konnte man niemals eine billigung erwarten,
man mochte sich anstellen wic man wollte
Goethe DuW. 10. — austellig, der sich gut anstellt;
durch Lavater in die Schriftspr. gelommen,
vgl. Stalder 2, 397; ein schlechtes volk,
zu nichts anstellig, als das vich zu melken Schiller
Tell 1, 3. — Anstelligkeit, fk. das Anstelligsein Lavater;
die anstelligkeit dieser Franzosen HHeine 10, 108. —
Anstellung, f. Handlung des Anstellens, namentlich einer
anzabl von arbeitern, eines beamten, lehrers, auch das
Amt felbst: er hat eine gute anstellung; austellung
eines gastmahls, einer jagd; früher auch wie Einrichtung:
von anstellung meines kunftigen lebens Simpl.
2, 31; verstündige anstellung der wirtshäuser Schuppius
740. — austemmen, stemmend hesten, den rucken
an die wand, die arme fest an den leib; das anstemmen
des ellenbogens Schiller 2, 346; bildlich: sich gegen
alle neucrungen. — ansterben, durch Todesfall, Erbschaft
auf einen kommen, Rechtswort des Mittelalters,
im 18. Ih. noch nicht vergessen: cs sturben ihm vielc
güther an Steinbach; der tummelplatz des seligen
Ziegra musz ihm nicht vergebens nun ganz augestorben
sein Lessing 10, 131.
Austich, m. das Anstechen, gewöhnlich anstich des
fasses, weines, bieres; was so zuerst eutnommen wird,
ansteigen — Anstich.
—