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Apparat ausgekocht. Blieb das Durchfchnittsergebnis der Ernten auch etwas hinter dem
Vorjahre zurück, so lag das zum Teil daran, daß absichtlich die Impfschnitte nicht mehr
so dicht nebeneinander gemacht wurden, um dem einzelnen Schnitt mehr Entwicklungsfeld
zu lassen. Die Verreibung erfolgte wie bisber in großen Porzellanmörsern ohne irgend
welche sonstigen Apparate, durchschnittlich wurden 2 Teile Wasser und 5 Teile Glyzerin
zugesetzt. Meist wurde die Lymphe in dieser Zusammensetzung auch zum Kälberimpfen
verwandt, nur einzelne gleich bei der Verreibung zu Stammlymphe bestimmte Ernten waren
dicker hergestellt, die Retrovaccine erster Generation von Kalb 7 sogar 1: 1/3 4 2, da dieselbe
unter Umständen 1 Jahr und länger sich halten muß.
In München hatte die Tierimpfung nicht unerhebliche Ausfälle zu verzeichnen. So
wurde 1 Tier ohne jeden Erfolg geimpft, während sich auf einem Tiere nur Abortivpusteln
entwickelten, welche nicht abgeerntet wurden. Die Lymphe von 2 Tieren wurde vernichtet,
weil sie sich bei der Probeimpfung als nicht genügend wirksam erwiesen hatte. Desgleichen
wurde eine Lymphesorte, welche, in frischem Zustande verimpft, eine ganz gute Wirkung
gezeigt hatte, von der Versendung ausgeschlossen, weil ihre Wirksamkeit auffallend rasch
abnahm. Endlich scheint auf die Pustelentwicklung in zwei Fällen im Laufe des Monats
Juni die außergewöhnliche Wärme ungünstig eingewirkt zu haben, so daß auch von der
Austeilung dieser beiden Lymphesorten abgesehen werden mußte. Die gesamte nicht zur
Abgabe gelangte Lymphe betrug im Berichtsjahre 31868 Portionen Emulsion. Die Gesamtmenge
des gewonnenen Rohertrages betrug 609,25 g und zwar wurden von 48 Tieren,
welche mit Menschenlymphe geimpft worden waren, 489,90 g, von den 25 Tieren, welche
mit Tierlymphe und Blatternstoff geimpft waren, 119,35 g Rohertrag geerntet. Die Durchschnittsausbeute
betrug im ganzen 8,34 g für jedes Impftier. Auf ein mit Menschenlymphe
geimpftes Tier entfiel ein Durchschnittsrohertrag von 10,20 g, auf ein mit Tierlymphe
geimpftes Tier hingegen nur ein solcher von 4,49 g. Als Grenzwerte der Rohstoffausbeute
ergaben sich 0,5 g einer — und 19,21 g andererseits. Die kleinste Rohstoffmenge entsprach
einer Emulsion von 100 Einzelgaben, die größte einer solchen von 14900 Einzelgaben.
Im ganzen wurden 477 650 Einzelgaben Lymphe-Emulsion bereitet. Die Verarbeitung des
Rohstoffes geschah fast in allen Fällen mittels der Reibemaschine von Chalybäus.
Wenn sehr geringe Mengen gewonnen wurden, so trat Handverreibung ein.
Die Erfahrung, daß bei der Impfung der Tiere mit animaler Lymphe die Entwicklung
und Reifung der Pusteln langsamer vor sich geht, als bei Verimpfung von Menschenlymphe,
fand im Berichtsjahre wieder ihre volle Bestätigung. Am Ende des 4. Tages
wurde die Lymphe abgenommen in 8 Fällen, im Laufe des 5. Tages in 32 Fällen (3)
am Ende des 5. Tages in 11 Fällen (4), im Laufe des 6. Tages in 16 Fällen (12), am
Ende des 6. Tages 4 mal (4), im Laufe des 7. Tages 1 mal (1). Die in Klammern eingeschlossenen
Ziffern bedeuten die Anzahl der mit Tierlymphe sowie mit Blatternstoff geimpften
Tiere. Die Gesamtzahl von 24 Tieren ergibt sich hier deshalb, weil ein Tier
wegen erfolgloser Impfung nicht zur Abnahme kam.
In Dresden betrug die Menge des gewonnenen Impfstoffes 1 bis 15/1 g von einem
Kalbe, im Durchschnitt 6,/ g. Zwei Kälber gaben keine abimpfbaren Pocken. Die Abnahme der
Lymphe wurde 7 2mal am lebenden, 65 mal am eben getöteten Tiere vorgenommen. Es wurde
dazu ein scharfer Löffel benutzt. Die Abimpfung erfolgte 30 mal 5 Tage 25mal 4½ Tage,
82 mal 4 Tage nach der Impfung. Die Pocken brauchten längere Zeit zur Reifung, wenn die
Stammlymphe (über 3 Monate) alt war, und in der kalten Jahreszeit (Januar bis Mitte März).
Die Zubereitung des Impfstoffes geschah wie bisher mit verdünntem Glhyzerin
(1 Teil Wasser auf 3 bis 4 Teile Glyzerin). Dem in der Lymphereibmaschine verriebenen