Contents : Dr. J. Milbiller's kurzgefasste Geschichte des Königreichs Bayern.

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0.  2.

Da  das  deutsche  Reich  nach  den  Vorgängen,  die  seit  1705
statt  hatten,  nicht  mehr  bestehen  zu  können  schien,  so  schlossen  die
süddeutschen  Fürsten,  Bavern  an  der  Spitze,  mit  Frankreich  zu
Paris  (am  12.  Juli  1800)  den  rheinischen  Bund.  Nach  den  Bestimmungen
  der  Bundes-Akte  mußte  Bayern  die  Herrschaft  Wiesensteig
  an  Würtemberg  abtreten,  und  empfing  die  Reichsstadt
Nürnberg  mit  ihrem  Gebiete,  die  deutschen  Ordens-Commenden
Nohr  und  Waldstetten,  dann  die  Souveränetäk  über  die  Grafund
  Herrschaften  Schwarzenberg,  Kastell,  Speckseld  und  Wiesentbeid,
  Hohenloh-Schillings-Fürst,  Kirchberg,  Sternstein,  Edelstetten,
  Oettingen,  Neresheim,  über  die  Güter  der  Fugger,  Winterrieden,
  Buxheim,  Thanhausen  und  über  alle  an  der  Heerstraße
von  Memmingen  nach  bindau  liegenden  Ortschaften.  Bapern  übernahm
  dagegen  zum  Schutze  des  Bundes  bei  jedem  Kriege  die
Stellung  eines  Contingents  von  30,000  Mann,  mit  Reiterei  und
U  rtillerie.  —  Ueber  die  Gerechtsame  der  genannten  mediatifirten
Fürsten,  Grafen  und  Herrn  gab  der  König  1807  eine  Deklaration,
welche  1815  in  der  deutschen  Bundesakte  als  Norm  angenommen
wurde.

S.  5.

Schon  im  Jahre  1806  mußte  Bayern,  als  Mitglied  des
rheinischen  Bundes,  sein  Contingent  von  50,000  Mann  in  dem
Krieg  Frankreichs  gegen  Preußen  siellen.  Die  Stellung  dieser
Truppen  wurde  dem  Königreich  Bavern  leicht,  weil  schon  vor
Anfang  des  vorigen  Krieges  für  die  Emporbringung  der  baperischen
Kriegsmacht  viele  Verbesserungen  waren  getroffen  worden.  Im  Jahre
1805  wurde  auch  die  allgemeine  Dienstpflichtigkeit  der  bayerischen
Jünglinge  zu  den  Waffen  mit  einigen  Ausnahmen  bestimmt.  Ihre
Gewandtheit  in  Waffen  mehrte  sich  von  Tag  zu  Tage.  BVald  darauf
  wurden  alle  Bürger  zur  Uniformirung  und  Bewaffnung  ermuntert,
  und  der  Staat  erhielt  eine  Bürgermiliz,  die  oft  schon
gute  Dienste  leistete.

d.  4.

Während  in  dem  preußischen  Kriege  1806  Bayerns  Krieger

nach  der  eingegangenen  Bundespflicht  bei  Breslau,  Brieg,  Kosel,