96 Markgraf Albrecht, genannt Alcibiades.
Sohn Albrecht nur fünf Jahre alt war, so trat Georg als
Vormund desselben auch die Regierung über das Fürstenthum
Bayreuth an. Unter ihm erhielt sein Vater, Markgraf Fried-
rich die so lange entbehrte Freiheit wieder; Friedrich begab
sich nach Ansbach, nahm sich aber der Regierung nicht weiter
an und starb 9 Jahre darauf.
Auf dem Reichstage zu Augsburg vertheidigte Markgraf
Georg die Lehre der Evangelischen mit großer Standhaftigkeit.
Im Jahre 1541 trat er das Fürstenthum Bayreuth an
seinen nun mündig gewordenen Neffen Albrecht ab, und zwei
Jahre darauf starb er.
e#) Markgraf Albrecht, genannt Alcibiades.
Der hinterlassene Sohn Kasimirs, Albrecht, war der
Pflege seines Oheims, des Markgrafen Georg übergeben.
Dieser vernachlässigte indessen Albrechts Erziehung ganz und
gar, und so wuchs der Erbfürst auf, wie ein wilder Baum,
ohne Unterricht und Lehre. Seine Jünglingsjahre verlebte er
in Lust und Spiel. Schon im 19. Jahre trat er 1541 die
Regierung über das Fürstenthum Bayreuth an und zwar ohne
alle Erfahrung in den Geschäften, ohne höhere Bildung, ohne
einen wahren Freund, und dabei mit einer zerrütteten Gesundheit.
Zwei Jahre später starb sein Oheim Georg in Ansbach
und sogleich begehrte Albrecht die Vormundschaft über dessen
minderjährigen Sohn Georg Friedrich, wodurch ein Zwist
mit Ansbach entstand. Schon vorher zog er für den Kaiser
Carl gegen Frankreich, kam aber wieder zurück, ohne etwas
Wichtiges ausgeführt zu haben. Da er sich in seinem Lande
nichk heimisch fühlte, zog er mit dem Kaiser gegen die evange-
lischen Fürsten; während seiner Abwesenheit kamen aber die
Sachsen in sein Land und plünderten es. Er kam in Sachsen
in Gefangenschaft und erhielt erst 11 Monat später wieder seine
Freiheit. Da er Alles zur Herstellung der katholischen Lehre
vorbereitete und eine neue Kirchenordnung einführen wollte, so
erklärte die evangelische Geistlichkeit in großer Mehrzahl, sie
wolle diese Kirchenordnung unter keiner Bedingung annehmen,