Full text: Geschichte Bayerns.

124 Kurfürst Maximilian III, der Gute. 
unseres Regentenhauses, sehr liebenswuͤrdig, menschenfreundlich, 
ein Muster von Sittlichkeit, voll zärtlicher Liebe für sein Volk. 
Er erschien vor demselben, wie ein Vater vor seinen Kindern, 
tröstend und hülfreich. Seine Worte kamen aus einem Herzen, 
dessen Güte im offenen, großen Blicke seiner Augen lächelte. 
Bald nach seinem Regierungsantritte schloß er mit Maria 
Theresia in dem Städtchen Füssen am Lech Frieden, ent- 
sagte allen Ansprüchen auf Oesterreich und verwendete seine 
ganze Sorgfalt darauf, seinem durch den Krieg zerrütteten Lande 
die Wohlfahrt und den Segen des Friedens wieder zu geben. 
Sein Herz erschrack, als er den Zustand seines Volkes 
recht erforscht hatte; denn seit mehr als hundert Jahren hatten 
Kriege und großer Aufwand den Reichthum desselben aufge- 
zehrt; Schulden waren angehäuft und Rohheit verbreitet. Er 
ordnete seinen Haushalt strenge, damit alljährlich eine bedeutende 
Summe der Schuldenlast getilgt wurde. Zuvörderst beschränkte 
er seinen Hofstaat. Alle auf Glanz und Wohlleben berechneten 
Ausgaben wurden entweder ganz aufgehoben, oder so tief als 
möglich herabgesetzt. 
Er wirkte aber nicht nur für Erleichterung der Lasten, 
sondern auch für Bildung und Veredlung seines Volkes mit 
redlichem Eifer, verbesserte die Schulen, richtete sein Augenmerk 
auf die Verbesserung der Gerechtigkeitspflege und ließ durch 
Kreitmayr, einen ausgezeichneten, um Bayern sehr ver- 
dienten Staatsmann, von dem in der nächsten Erzählung aus- 
führlicher die Rede sein soll, ein neues Gesetzbuch ver- 
fassen; er war ein Freund und Förderer der Wissenschaften, 
war dem für die Wissenschaft wahrhaft begeisterten Uni- 
versitäts-Professor und späteren Hofrath Johann Georg 
von Lori, von dessen Leben und Wirken ebenfalls eine Er- 
zählung besonders handeln soll, mit wahrer Hochachtung und 
Liebe zugethan, stiftete auf dessen Anregung im Jahre 1759 
die Akademie der Wissenschaften in München, deren Beschützer 
er auch war, und unterstützte und ehrte die Männer, durch 
welche die bürgerlichen Gewerbe gefördert wurden, Mechaniker, 
Metallarbeiter und andere.
	        
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