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bewahrten Borken, ferner ein von Medizinalrat Klose in Oppeln eingeschicktes Fläschchen mit
einer sehr verdünnten frischen Pocken borkenemulsion.
Die Flensburger Pockenborken wurden mit Glyzerin und physiologischer Kochsalzlösung
zu einem dicklichen Brei verrieben, der wie oben berichtet, zunächst auf Kaninchen und von
diesen, sowie auch unmittelbar auf die zu diesem Versuche eingestellten Kälber Nr. 26 und 27
übertragen wurde. Während die Lapine Erfolg hatte, schlug die unmitttelbar auf Kälber
übertragene Emulsion fehl. Dagegen schlug die aus Oppeln eingesandte Pockenborkenemulsion,
die aus 1 Teil Rohstoff, 2 T. Wasser und 7 T. Elyzerin bestand, sowohl bei den
Kaninchen wie bei den beiden Kälbern Nr. 26 und 27 gleich gut an. Es waren somit 2 kräftige
Variolavakzinestämme entstanden; von ihnen wurde aber nur der Flensburger Stamm weiter
fortgepflanzt. Die neue Lymphe wurde den Kälbern Nr. 28 und 30 verimpft und nach
einigen Probeimpfungen auf Kaninchen auf je ein unter ärztlicher Aufsicht befindliches Kind
übertragen. Die an den Kindern gesetzten 2 Pusteln verliefen durchaus normal. Das Gleiche
geschah mit der Lymphe des Oppelner Stammes; sie wurde auf die Kälber Nr. 29 und 31
und auf ein Kind übertragen. Als alle Beobachtungen befriedigt hatten, konnte die neue
Lymphe um Ende August zunächst zu den Revakzinationen, später auch zu Erstimpfungen
benutzt werden. Der vorzügliche Erfolg entsprach den im Jahre 1881 mit der damals neu
entstandenen Hamburger Variolavakzine gemachten Erfahrungen.
C. Tierversuche mit Vakzine, Variola und Ovine.
Es wurde die Wirkung der Valzine und der Variola auf das Lamm und die Wirkung
der Ovine auf das Lamm, das Kalb, das Kaninchen und das Schwein, sowie auf ein durch
Variola immunisiertes Lamm beobachtet; zufällig gesellte sich noch eine Übertragung der
Ovine auf den Menschen hinzu.
1. Vakzine am Hammel. Ein ausgewachsener Hammel wurde am 11. Mai durch
Schnitte mit dem mäßig virulenten Impfstoffe der Kälber Nr. 13 und 14 vakziniert. Einige
der an der Flanke angebrachten Schnittlinien schwollen am 5. Tage weißlich an, alle trockneten
mit Borken ein, die sich langsam abstießen, am 14. Tage zum Teil noch festsaßen. Nirgends
zeigte sich an dem Tiere ein Ausschlag. Die Hammel haben eine Normaltemperatur von 89,2.
Die Temperatur dieses Tieres stieg 3 mal 24 Stunden nach der Impfung auf 40,,0, fiel am
folgenden Tage auf 39,,, dann auf 39,7, am 6. Tage auf 39,6 und alsdann zur Norm.
Die Vakzine verursachte also an dem Tiere keine erhebliche Temperatursteigerung, ebenso
wenig wesentliches Unwohlsein.
2. Variola am Hammel. Ein junger Hammel wurde am 4. Juli mit Menschenpockenstoff
geimpft und zwar mit Flensburger und mit Oppelner Pockenborkenemulsion und
mit 2 Sorten Variolalapine 1. Generation. 3 der getrennt angelegten 4 Impffelder
zeigten an den Impfschnitten so gut wie gar keine Reaktion, nur an dem Oppelner Felde
bildeten sich am 3. Tage mehrere Knötchen, die im Laufe einer Woche wieder verschwanden.
Die Temperatur stieg am 8. Juli auf 39,6 blieb so am 9. und 10. Juli, betrug an den
folgenden Tagen 39,, 39,7, 39,,, 39,7, 39,, 39,6, 39/6 39, und am 19. Juli 39,0. Es
entstand keinerlei allgemeiner Ausschlag, und das Tier befand sich abgesehen von der geringen
Erhöhung seiner Temperatur, die etwa 14 Tage anhielt, wohl und munter. Die örtlich
auf einigen Impfschnitten sichtbaren Knötchen und die Temperatursteigerung erwiesen die
Wirkung des Pockenkontagiums. Der Hammel verhielt sich also gegen das Menschenpockengift
fast ebenso unempfänglich wie das Rind.
Wahrscheinlich ist es, daß dieser Hammel, ebenso wie ein geimpftes Rind eine gewisse
Immunität von dieser Variolisation davontrug, denn die dem Tiere nach Ablauf von 4 Monaten