Edward Greys gewesen sein sollte, welcher Teufel hat ihn geritten,
dem französischen Botschafter am Vormittag des 29. Juli zu sagen,
dass er den deutschen Botschafter zu sich bestellen und ihm diese
„durchaus private und freundschaftliche“ Eröffnung machen werde!
Sir Edward Grey selbst berichtet an den englischen Botschafter
in Paris, dass er also gehandelt hat (Blaubuch No. 87):
"After telling M. Cambon to-day how grave the situation seemed
to be, I told him that Imeant to tell the German Ambassador
to-day that he must not be misled by the friendly
tone of our conversations Into any sense of false security
that we should stand aside if all the efforts to preserve the
peace, which we were now making in common with Germany,
failed.“ (Nachdem ich heute Herrn Cambon gesagt hatte,
wie erns' die Lage zu sein scheine, sagte ich ihm, dass ich die
Absicht habe, dem deutschen Botschafter zu sagen, dass er
sich durch den freundschaftlichen Ton unserer Unterhaltung
nicht irre führen lassen dürfe in irgend ein Gefühl
falscher Sicherheit, dass wir beiseite stehen würden, wenn
alle Anstrengungen, den Frieden zu erhalten, die wir jetzt
in Gemeinschaft mit Deutschland machten, scheitern
sollten.)
Nun musste Frankreich sicher sein, dass es auf die aktive
Waffenhilfe Englands zählen dürfte, falls es selbst unter irgend
welchen Umständen in den Konflikt hineingezogen würde. In dem
französischen Gelbbuch sucht man bezeichnenderweise vergeblich
nach einem Bericht Paul Cambons über diese wichtigste Unterhaltung
während der ganzen kritischen Woche; man sucht eben dort
auch vergeblich nach den daraufhin von Paris nach Petersburg gegebenen
Instruktionen. Aber die Kugel, die am Vormittag des
29. Juli in London den Lauf verlassen hatte, kommt am Abend desselben
Tages in Petersburg zum Vorschein: in dem Telegramm, in
dem Sasonoff Iswolsky beauftragt, der französischen Regierung
die aufrichtige Erkenntlichkeit der russischen Regierung
für die Erklärung der unbedingten Waffenhilfe
auszudrücken (Orangebuch No. 58). |
Jetzt waren die Würfel zugunsten des Krieges gefailen. Sasonoff
hatte schon am 25. Juli dem englischen Botschafter erklärt: