Full text: Der Weltkrieg. I. Band. (1)

Der Ausbruch des Weltkrieges 
  
der es jetzt in Worten, die jedem zu Herzen gingen, aufrietf 
zum Kampf um Hof und Herd, um das Recht auf Leben 
und Arbeit. 
Wenige Wochen später, am 28. August, sah ich den 
Kaiser im Schloß zu Koblenz. Der Aufmarsch unsrer 
Heere war in glänzender Weise durchgeführt; die fran- 
zösischen Armeen und das britische Hilfskorps waren ge- 
schlagen; unsere Truppen waren überall im Westen ın 
siegreichem Vormarsch; aus dem Osten kamen die ersten 
Nachrichten von Hindenburgs gewaltigem Sieg bei Tannen- 
berg. Es schien alles über Erwarten gut zu gehen, und die 
Hoffnungsfreudigen glaubten an ein rasches und glück- 
liches Ende des Krieges. 
Der Kaiser ging nach dem Frühstück länger als eine 
Stunde mit mir im Park auf und ab und sprach sich über 
die gewaltigen Ereignisse der letzten Wochen in der rück- 
haltlosesten Weise aus. Ich hatte von ihm den Eindruck 
eines Mannes, der, trotzdem das Glück seiner Sache günstig 
zu sein schien, innerlich auf das tiefste erschüttert war und 
schwer an der Verantwortung für seine Entschlüsse trug. 
Er schilderte mir in der ihm eigenen Lebhaftigkeit die Vor- 
gänge, die zum Krieg geführt hatten, und seine persönlichen 
Bemühungen, den Krieg abzuwenden. Er rief Gott zum 
Zeugen dafür an, daß er in seiner ganzen Regierungszeit 
keinen höheren und heiligeren Wunsch gekannt habe, als 
seinem Volke den Frieden zu erhalten und es durch friedliche 
Arbeit zu besseren und glücklicheren Lebensbedingungen 
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