60 I. Stand der Schulkinderspeisungen.
Eiweißgehalt für die Dienstagmahlzeit ist fast lediglich durch die
eiweißreichen Bohnen bedingt. Aber auch an den anderen Tagen
der Woche finden wir bei sehr niedrigem Fettgehalte, daß nur 1/10
des Eiweißgehaolts animalischen Nahrungsstoffen entstammte. Andere
Unterschiede finden wir hingegen für die Speisungseinrichtungen
in Eisleben. Fast ganz normale, zum Teile sogar übernormale
Werte für Kohlehydrate, ein gleichmäßiges Minus an Fett, so daß
auch die Wochendurchschnittszahl wie in Brieg nur 22%00 ausmacht,
dagegen für das Eiweiß große Schwankungen, von 24 % Sonnabends
bis zu 124 90 am Donnerstag. Verabreicht wird an allen
Wochentagen mit Ausnahme von Sonnabend auf 100 Portionen
6¼ kg Fleisch, stets jedoch auch in reichlichen Mengen Kartoffeln,
dreimal in der Woche Leguminosen und zweimal Reis. Für das
sonst fast überreichliche Mittagessen am Donnerstag werden für
100 Portionen 12½ kg Linsen, 6¼ kg Fleisch und 20 kg Kartoffeln
verwendet. Nur Sonnabends tritt an Stelle des Fleisches für
100 Portionen 18½ 1 Milch, die mit 10½ kg Reis und 2 kg Zucker
zu einem bekömmlichen Milchreis vereinigt sind.
Die nächste Tafel III zeigt uns die Nährstoffmengen der Mittagsmahlzeiten
in den Städten Colmar i. E., Düsseldorf und Essen.
Für Colmar sind bei den einzelnen drei verschiedenen Gerichten,
die abwechselnd verabreicht werden, große Unterschiede nicht zu finden.
Eiweiß und Kohlehydratgehalt sind günstiger, als nach den mittleren
Anforderungen verlangt werden könnte, dagegen ist auch hier der
Fettgehalt mit 39 noch zu gering. Charakteristisch für die Colmarer
Einrichtung ist der vollständige Mangel an animalischem Eiweiß,
so daß der große Eiweißreichtum des Mittagessens lediglich auf Leguminosen
und Reis zurückzuführen ist, dessen Fettgehalt durch Zusatz
von rund 4 kg Fett für 100 Portionen zustande kommt. Große Abwechsslung
hingegen ist für Düsseldorf zu finden. In der ersten
Säule übernormale Werte an Eiweiß und Kohlehydraten, aber auch
an Fett mit 70 00 verhältnismäßig viel, dagegen in den zwei anderen
Speisungsarten allerdings normale Mengen an Kohlehydraten,
hingegen kaum ½ an Fett und nur für Eiweiß an einem Tage 55 0%,
an den anderen hingegen 26, bezw. 31 00. Die guten Werte der ersten
Säule sind hier durch ein recht reichliches Erbsengericht, dem Speckn nicht
unbeträchtlichen Mengen zugesetzt ist, bedingt, während wir bei den
anderen Mahlzeiten auch animalisches Eiweiß in größerer Menge durch
Zugabe von Bratwurst, bezw. Rindfleisch finden. Ganz eigenartig,
aber in bestimmter Hinsicht sehr gleichmäßig sind die drei verschiedenen
Mittagsmahlzeiten in *Wr en. Geringe Eiweiß= und Kohlehydratwerte
mit 27, bezw. 28 und höhere Zahlen für Fett mit 37 0%.
Dieser Befund läßt ein besonderes Mittagessen erwarten, das hier auch
tatsächlich in Form einer Milchsuppe mit Reis, Gries oder Graupen
verabreicht wird. Mit 250 Kalorien und nach der Zusammensetzung
könnte diese Mittagssuppe eher als für eine Frühstückssuppe geeignet
bezeichnet werden.
In der nächsten Tafel (IV) für Freising und Myslowitz finden
wir auch starke Unterschiede.