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Schleswig-Holstein. . 4, Meccklenburg-Strelittz 06
Hannober 606 Oldenburg . . . . . 15,7
Westfalen 6 Braunschwig 14
Hessen-Nafsau. . 4,8 Sachsen-Koburg-Gotha 0,3
der Rheinprorinz 7917 Anhalt 1,0
Bayern .. . . . 95,0 Schwarzburg- Rudolstadi 0,3
Königreich Sachsen 5,.9 Reuß i. 2. 0,3
Württemberg 28 Lübeck 08
Baden 3,4 Bremien 007
Hessen f. 31 Hamburg 367
Mecklenburg- Schwerin fl 18 Elsaß-Lothringen 14.
Sachsen-Weimer 056
Die Anzahl der in den Heilanstalten der niederdeutschen Staaten ausgenommenen
Kranken übertraf hiernach nicht unerheblich diejenige der den mittel= und namentlich
den süddeutschen Krankenhäusern insgesammt zugegangenen. In sämmtlichen an der
Nord= und Ostsee gelegenen Staaten und preußischen Provinzen, deren Gesammtbevölkerung
annähernd der der 4 süddeutschen Staaten entspricht — rund 10 320000
gegen rund 10 282 000 Einwohner — stellte sich der Krankenzuzug für die Berichtszeit
auf 26,6 % des Zugangs überhaupt, in Bayern, Württemberg, Baden und Hessen dagegen
zusammen auf nur 18,4 .
Besonders auffallend trat dies Verhältniß für den Nordwesten Deutschlands)
hervor; den Krankenanstalten dieses Gebiets allein sind nicht weniger als 25,7 % aller in
den Heilanstalten des Deutschen Reiches ausgenommenen einschlägigen Kranken zugegangen.
Falls aus der Frequenz der Krankenhäuser an Croup= und Dipyhtheriekranken
ein Rückschluß auf die Zahl der Kranken gleicher Art in derselben Gegend und in
demselben Zeitraume überhaupt zulässig ist, was nach dem zu Aufang dieses Abschnittes
Ausgeführten dahin gestellt bleiben muß, so wäre ein Ueberwiegen der genannten
Krankheiten in Niedersachsen gegenüber dem ganzen übrigen Deutschland festzustellen
und dies Verhalten dann vielleicht mit der Lebensweise der dortigen, vorzugsweise
ackerbautreibenden Bevölkerung, sowie der Bauart der niedersächsischen ländlichen Wohnungen
in Verbindung zu bringen. In den letzteren dienen nämlich als Schlasstellen
vorwiegend kastenartig in die Wand eingelassene Kojen, in denen stets mehrere Personen,
und zwar Gesunde und Kranke zusammen zu nächtigen pPflegen; der Verbreitung
ansteckender Krankheiten, nicht nur der Diphtherie, sondern auch besonders der
Lungenschwindsucht, ist dadurch der denkbar beste Boden gegeben.
Zuverlässiger erscheint es, aus einem plötzlichen Anschwellen der Zahl der in
einem Jahre den Krankenhäusern gegenüber den Vor= und Nachjahren zugegangenen
Kranken auf das Bestehen einer verhältnißmäßig ausgedehnten schweren Epidemie in
derselben Gegend und dem gleichen Zeitraum zu schließen. Es wären danach größere
Epidemien aufgetreten in Berlin im Jahre 1890, in welchem die Zugangsziffer von
1831 im Jahre 1889 und 1893 im Jahre 1891 auf 2069, die Zahl der an Diphtherie
Verstorbenen von 701 bezw. 702 in den Jahren 1889 und 1891 auf 903 anstieg?),
1) Westfalen, Hannover, Braunschweig, Oldenburg, Schleswig-Holstein und die Hansestädte.
2) Dementsprechend belief sich die Zahl der überhaupt angemeldeten Sterbefälle an Croup und
Diphtherie in Berlin
im Jahre 1889 auf 1284,
¾ „ 1890 „ 1586,
„ „ 1891 „ 1078.
Vergl. Veröff. aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte 1890, S. 747; Medizinal-statistische Mittheilungen
aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Bd. I, S. 142 u. 234.