Kumfter 33
Vizepräses H. H. Sladtkaplan Se Sed. Schönlinner
als numnehrigen Präses des Vereines
vor; diese Mitteilung wurde allseits freudig aufgenommen.
Hat es doch der neue Präses schon
als Vizepräses rerstanden, sich durch seine nimmermüde,
ausopfernde Tätigkeit für den Verein
das. Vertrauen und die Sympathie der Mitglieder
zu erwerben. Dem scheidenden H. F. Ehrenpräses
sei auch an dieser Stelle der innigste
Dank ausgesprochen für all das, was er für den
Verein getan. e er in seinem neuen Wirkungskreise
recht segensreich tätig sein und nicht
ganz vergessen den „Maria-Stella“-Verein Rosenheim,
der siets in dankbarer Erinnerung seines
Gründungspräses gedenken wird.
Vom Bayer. Postverband. Der Verband
des bayerischen Post- und Telegraphenpersonals
hielt gestern in Straubing eine außerordentliche
Generalversammlung und beison
die Gründung einer Krankenkasse, sowie die Erwerbung
eines Erholungeheimes für seine Mitglieder.
Genannte Kasse tritt ab 1. Juni
in Kraft. Mitglieder, die sich bereits in statusmeßiger
Anstellung besinden, zahlen für völlig
lostenlose Behandlung im Krankheitsfalle
bei freier Urztwahl einen Monatsbeitrag von
2 Mk. Noch im Arbeitsverhältnis zur Verwultung
stehende Mitglieder, die die kostenlose Behandlung
durch die Wohlfahrtskasse der Verwaltung
(Rosenheim) erhalten, beziehen für
einen Monatsbeitrag von 1.50 Mk. ein Kranbengeld
von täglich 1.25 Mk. Die Erwerbung
eines Erholungeheimes lonnte noch nicht erledigt
werden. Es siehen zwar mehrere Proiekte in
Aussicht, jedoch müssen vorerst noch weitere Mittel
gesammelt merden. Im letzten Jahre it belanntlich
auch das Kaiserbad in Rosenheim für
diesen Zweck besichtigt worden.
Das Schlittenrennen in Grabenstätt
sand gestern statt. Dabei holte sich Kirmaiers
„Tasso“ den zumeiten Preis.
Die Eisfläche auf dem Chiemsee war
gestern das Ziel gar vieler. Niemand wollte
sich das herrliche, überaus seltene Naturschauspiel
enrgehen lassen. Vormittags schon trasen
zahlreiche Winkersportler aus München ein; mehrere
hundert waren es, die den Zug bis Vr en
benutzten. Mittags solgte dann Rosenheim nach,
in stattlicher Jahl. Prien war ganz überschwemmt
von Menschenmassen, die sich alle auf
den Chiemsee begaben. Ueber das Leben und
Treiben dort berichten wir an anderer Stelle.
Abends nahm der Zustrom zum Bahnhof Prien
fast beängstigende Formen an, so daß ein Vorzug
vor dem fahrplanmäßigen Zuge abgelassen
wurde, der nur in Endorf, aber dort sehr lange,
anhielt. Auch die verschiedenen Skigelände im
Inntal waren stark belebt
Abgestürztes Holzfuhrwerk. Amt-Samstag
ist beim Wildbarrn ein Holzfuhrwerk
infolge der schlimmen Eisverharlbhife ins Rutschen
gekommen und abgestürzt. Das Pferd wurde
dabei getötet. Das Fuhrwerk war aus Unterflintsbach.
Todesfall auf dem Wendelsiein.
Einem Schleaganfalle i## oeltern ein Befucher
des Wendelsteines erlegen. Ein Polizeikommissär
traf am Sonntag mit der Bahn auf dem
Wendelstein an. Er machte dann noch eine
Tour auf den Gipfel, wo er, vielleicht infolge
der Anstrengung beim Aufstieg, von einem Schlage
gerührt murde, dem er alsbald erlegen ist.
Wie der Verlebte heißt und woher er ist, konnten
wir noch nicht 'u Erfahrung bringen. Die
Leiche wurde vorerst im Bahnhofsgebäude auf
dem Wendelstein untergebracht.
Pelerauen- und Rriegerverein
Rofenheim.
Rosenheim, 9. Febr.
Der Veteranen= und Krieger-Verein Rosenbeim
bielt gestern seine statutengemäße ordentliche
Generalverfammlung mit Berichterstaitung,
Zeckzungeadlae und Neurahl des Au: zschusits
de: sehr zabireicher Beteiliaung im .„Bréu am
Anger“ ab. Der ersie Vorstand, Kaufmann uno
Magistratsrat Herr Franz Groß, eröffnete um
125 Uhr die Versammlung und begrükte die
erschienenen Herren Ehrenmitglieder und Mitglieder
aufs kameraoschaftlichste.
Vor Eintritt in die Versammlung richtete der
Vorstand an die Erschienenen eimige Worte
Dankes für das im abgelaufenen Vereinsohre
bekundete große Interesse, dankte auch dem
Pesamtausschuß wie der Mitglieoschaft für die
lalträftige treue Unterstützung bei Erledigung
von Vereinsangelegenheiten, für die zahlreiche
Weete iligung bei den patriotischen Festen und
Erwetsung der letzten Ehren für die verstorbenen
Kameraden und gedachte dann des Protektors
der Bayer. Veteranen= und Krieger-Vereine,
des Köntgs Ludwig III. von Bayern, auf welchen
ein dretfaches Hoch ausgebracht wurde, in
wesches die Anwesenden voll Begeisterung einstimmten.
"
Nach Erledigung interner Vereinsangelegen.
beiten und nach Bekanntgabe der einzelnen auf
die ereralrersammla Bezug habenden Paragraphen
wurde vom 1. Sekretär Herrn Reff
der sehr S Jahresbericht verlesen.
Zur Erledigung der Vereinsangelegenheiten haden
eine ordemliche Generalbersammlung, vier
Monatsversammlungen und sieben Ausschußlitzungen
stattgefunden. An Unterstübungen er-——
dielten aus der Vereinsunterstützungskasse 19
bilfsbedürftige Kameraden und Witwen den
Betrag von 165. ., aus der Bundesunterstützungskasse
fünf Kameraden und Witwen 85
Mk., durchreisende Krieger 18.20 Mk. und vom
Stadtmagistrat 20 bedürstige Kameraden (Felo-1ugssteilnehmer).
welche hier beheimatet sind,
40 An Schenkungen erbielt der Verei#n
von einem Ehrenmitglied und einer Witwe den
Betrag von 15 Mk. An dieser Stelle sei den Betrefsenden
nochmals herzlichst gedankt. Gelegentlich
des Jamilienfestes, welches am 21.
Dezember stattfand, erhielt der Senior des Vereins,
Herr Christian Fischer, pens. Wagenmeister,
das Ehrenzeichen für 50jährige treue Milgliedschaft,
aus diesem Anlasse wurde er auch
mum Ehrenmitglied ernannt; ferner wurden sechs
altive und ein passiver Kamerad mit dem Ehrenzeichen
lür 25jähr. treue Mitgliedschaft bedacht.
Durch den Tod verlor der Verein im abgelaufenen
Vereinsjahr drei hochgeschätzte Ehrenmitglieder,
11 aktive und 4 passive Mitglieder, von
welchen sieben der Sterbekasse angehörten, an
deren Hinterbliebene der Betrag von 700 Mik.
ausbezahlt wurde. Auch an dieser Stelle sei
der Verstorbenen nochmals ehrend edact, Zum
Zeichen der Pietät erhoben sich die Anwesenden
von den Sitzen. Der Gesamtmitgliederstand
bezisferte sich am Schlusie des Jahres auf 29
Ehrenmitglieder, 510 ordentliche Mitglieder und
94 anbero#dentliche Mitglieder, insgesamt auf
633 Mitglieder, wovon 91 Feldzüge mitgemacht
haben und 11 Nichtkombattanten von 1870/71
sind. Die Sterbelasse weist einen Mitgliedersiand
von 166 auf. Der Bericht fand allseitige
Anerkennung. Der Vorstand sprach
Herrn Neff für die mit Eifer und Fleiß für den
Verein eleisteten Arbeiten und Bemühungen
den besten Dank aus.
Im zweiten Teil der Versammlung gab der
1. Kassier Herr Metzger den sehr umfangreichen
Rechenschaftsbericht über die Einnahmen und
Ausgaben der Haupt= und Unterstützungslasse
bekannt. Erstere weist bei einer Ausgabe von
1980.01 Mk. und 2113.50 Mk. Einnahmen
einen Aktiorest von 133.49 Mk. auf. Die Unterstützungskasse
schließt ab mit einem Kassastand
von 3959.17 Mk., movon 3600 Ml.
in Wertpapieren und 151. 60 Mk. auf Kontokorrent
bei der Bayer. Handelsbank-Filiale Roler
heim verzinelich deponiert bezw. angelegt sind.
Das Gutochten des Kassenreoisors, Herrn Gerichtsvollzieher
Prell, lautete äußersl günstig;
er sprach auch namens der Mitgliedschaft dem
1. Kassier für die mühevollen Arbeiten und die
lorrelte Kassenführung den wärmsten Donk aus.
Sodann erstattete der 2. Kassier Herr Staber
den Rechenschaftsbericht über die Sterbelasse,
welche einen Kassenstand von 8799.65 Mk. aufweist,
wonon 8000 Mk. in
349.02 Mk. auf Kontokorrent bei der Bayer.
Handelsbank-Filiogle Rosenheim rentierlich angeue
sind; bar In der Kasse befinden aich
3 Mk. Das Gesamtvermögen des Ver-*§5r
Sn#nt äm Jahresschlusse 12 368.38 Ml.:
er besitzt außerdem noch ein Inventar im Werte
von 3037 Mk. Der Nevifor der Sterbekarse
Herr Polizeioberwachtmeister Windisch, war
dienstlich abwesend, der Revisionsvermerk lautete
günstig. Kassenbücher und Belege sind also?
musterhaft und ohne Erinnerungen befunden
worden, worauf Herr Vorstand Groß den beiden
Kassieren Metzger und Staber für die mustergültige
Kassenführung # und die mühevollen .
deiten den herzlichsten Donk zum Ausdruck brachte
und jedem Decharge erteilte. Herr Inventarverwalter
Walter brachte noch den Bericht des
Inventars, wogegen ebenfalls keine Einwendung
bestand.
Heir Gefängnisverwalter Schreiner siattete
namens der Mitgliedschaft den Dank an die
beiden Vorstände für ühre Tätigkeit und das
schöne Zusammenarbeiten aus und schloß mit
dem Wunsche, die Kameraden möchten durch
eine einstimmige Wiederwahl der beiden Herren
Vorstände ihrer Anerkennung Ausdruk verleihen.
Es murde nun zur Wahl des 1. und 2.
Vorstandes, sowie von sechs Ausschuhmitgliedern,
welche heuer satzungsgemäß auszuscheiden
benen geschritten, die folgendes Nesultat ergab:
Als 1. Vorstand werde Herr F Franz Groß,
Kaufmamn und Magistratsrat, und als 2. Vorsland
Herr Christoph Heiserer, Steinmegmeister
und Gemeindebevollmächtigter, einstimmig wiedergewählt.
Herr Groß wie auch Herr Heiserer
nahmen zur Freude aller die auf sie gefallene
Wahl mit dem Ausdrucke des Denkes wieder
an. Als Ausschußmitglieder wurden mit großer
Majorität wiedergewählt die Herren Neff Haus,
Antretter Josef, Schinn Friedrich, Walter Hanund
Kreuzer Ludwig; neu in den Ausschuß gewählt
wurde für den durch Domizilwechsel ausgeschiedenen
Herrn Ostermaier Herr Kontrolleur
Aigner Martin. Sämtliche nahmen die auf sie
gesallene Wahl mit Dank an.
Zum Schlusse wurde nohh einstimmig beschlossen,
am Faschingssonntag wieder ein maskiertes
Karnevalskränzchen nur für Mitglieder und
deren Angehörigen zu veranstalten. Nochdem
die Tagesordnung erschöpft war, sprach V
stand Groß allen herzlichsten Dank aus —
schloß mit einem allgemeinen Umtrunk um 7
Uhr die diesjährige Hauptoersammlung.
Wertpapieren,
4— —
#1.— dem Bezirksamisblalte.
etreff: #egipoegen über die Veschäfligung von
bellerinnen und sugendlichen Arbellern in
Akbeteriur nd Anlagen zur Herstellung von
Deburseinen, Schamottesteinen und anderen
Schamotlceerz zeugnissen. Iom S. Dezember 1913.
Auf Grund des 8 120e der Gewerbeoronung
hat der Bundesrat die nachstehenden Bestimmungen
über die Beschäftigung von Arbeiterinnen
und jugendlichen Arbeitern in Ziegeleien
und Anlagen zur Herstellung von Dinassteinen,
Schamottesteinen und anderen Schamotteerzeugnissen
erlassen.
In Ziegeleien und Anlagen zur Herstellung
von Dinassteinen, Schamottesteinen und anderen
Schamotteerzeugnissen dürfen Arleriterinnen
und jugendliche Arbeiter nicht beschäftigt
werden:
a) bei den Abraumarbeiten, bei der Gewinnung,
der Verladung und der Beförderung
der Nohstosse einschließlich des eingesumpften
Lehmes,
#p) bei der Hanoformerei (dem Streichen oder
Schlagen) der Steine mit Ausnahme von
Dachziegeln (Dachpfannen) und von Bimssandsteinen
(Schwemmsteinen),
JD0) bei der Beförderung von Kohlen in Schieblarren
auf die Oefen, beim Befeuern der
Oesen und bei allen Arbeiten in Oefen einschließlich
der Eroringösen, jedoch mit Ausnahme
des Füllens und Entleerens der
oben offenen Schmauchöfen,
d) bei der Beförderung gesormter (auch
getrockneter und gebrannter) Steine, soweit
diese nicht durch Abtragen von Hand oder
mittels Tragbrettern, oder in Nollwagen,
die auf einem -estverlegten, wagerechten
Gleis oder auf einer Hängebahn laufen,
erfolgt.
II.
Unberührt durch die vorstehenden Bestimmungen
bleibt die Besugnis der zuständigen
Behörden, im Wege der Versügung für einzelne
Anlagen gemäß § 120 d4, § 1204 Abs. 2 der
Gewerbeordnung weitergehende Anordnungen
zum Schutze des Lebens und der Gesundheit der
Arbeiter, besonders der Arbeiterinnen und der
iugendlichen Arbeiter, - treffen.
II
In den unter 1 bezeichneten Anlagen muß
an einer in die Augen fallenden Stelle ein
dentlicher Abdruck dieser Belanntmachung aushängen.
Diese Bestimmungen treten am 1. Jannar
1914 in Kraft und an bie Stelle der durch die
Bekanntmachung des Neich-kanzlers vom 15.
November 1903 (Reichs-Gesetzbl. S. 286) verkündeten
Bestimmungen.
Die Bundesratsbestimmungen vom 15. November
1903, betreffend die Beschäftigung von
Arbeiterinnen und wugendlichen Arbeitern in Ziegeleien
(RGBl. S. 266) werden vom 1. Januar
1914 ab durch die Bestimmungen des
Bundesrates über die Beschäftigung von Arbeiterinnen
und jugendlichen Arbeitern in Jiegeleien
und Anlagen zur Herstellung von Dinassteinen,
Schamottesteinen und anderen Scha.
motteerzeugissen vom 8. Dezember 1913 (N.,
.Bl. S. 777) ersetzt.
Zu den Aenderungen der bieherigen Bestimrungen
erscheinen folgende Bemerlungen veranlaßt:
1. Im Abschnitt I wurden an Stelle der
Worte „einschließlich der Schamottefabriken“
die Worke Tgessetzt „und Anlagen zur Hersteellung
von Dinassteinen, Schamottesteinen und
anderen Schamotteerzeugnissen“ „ weil der
Fabrikbegrisf durch die Novelle zur Gewerbeordnung
vom 28. Dezember 1909 aus der Arbeiterschutgesetzgebung
beseitigt worden ist; die
Anlagen zur Hersiellung der Dina#osteine wurden
einbezogen, weil sie den Ziegeleien und Anlagen
zur Herstellung von Schamottesleinen sehr
nahestehen.
2. Im Eingang von I wurde das Wort „ver.
wendet“ durch das Wort „beschäftigt“ ersetzt,
um zum Ausdruck zu bringen, daß die unter
la bis # genannten Beschäftigungen für Arbeiterinnen
und jugendliche Arbeiter gängzlich
verboten sein sollen.
n La sind unter die für Arbeiterinnen und
suen Arbeiter verbotenen Beschäftigungsatten
auch die „Abraumarbeiten“ ausgenom.
men werden. Sie gekören eigentlich mit zu der
in Ia erwähnten „Hewimung der Nohslofse“.
Da sie jedoch im § 10 der Betanntmachung,
betreffend die #n 3 10 und den Betrieb von
Steinbrüchen und Steinhauereien vom 31. Mai
1909,20. November 1911 (Röl. 1909 S. 471,
1911°'S. 965) neben der Steingewinnung gesondert
genannt sind, so erschien es zweckmäßig,
um jeden Zweifel auszuschließen, sie auch hier
besonert auszuführen. ·
alt-wurdendie,,Erdringoken«aiigdrucks
lich genannt, da versucht worden sein soll, für
die Erdringösen, weil sie oben offen sind, die
gleichen Ausnahmen wie für „oben offene
Schmauchöfen“ zu beanspruchen. Der Betrieb
dieser Erdringöfen (System Bock u. dgl.) bringt
die Abdichtung der abzubrennenden Steine mit
einer ziemlich dichten Schicht von Sand, Ziegelmehl
und dergleichen staubenden Stoffe mit 18 ;
beim Entleeren des warmen Brennkanals findet
eine erhebliche Staubentwiclung statt: es wurde