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(Dan. 7, 25), sitten (Ap. Gesch. 6, 14), gedanken (Weish.
Sal. 12, 10), seinen entschlusz (Wieland Ag. 1,5
u. a. ändern; in den bistorien an jnen selbs wollen
wir niobts endern 2. Macc. 2,29; kleider ändern 1. Mos.
35, 2, andere anlegen; beim Schneider aber = ihnen audere
Form geben. Allgemein das ist nicht zu äAndern; das
ändert nichts an der sache; ich höre die stunden ziehen
.#sie kommen, weiten, flichen — und ändern nichts
Geibel 1,174; sprichwörtlich: der wolf ü#bdert das
haar, der mut bleibt wie er war Lehmann Floril.;
mit unterdrücktem Obj.: die bausfrau ändert nicht gero
(wechselt die Dienstboten). Refl.: wie die zeit des jars
sich endert Weish. Sal. 7,18; er hat sich sehr geandert
(in seinem Verhalten); in volksmäßiger Rede seinen
Wohnort wechseln, auch sich verheiraten (Weist. 4, 492,
v. 1383). Intranf. anders werden: witterung ändert;
sein urtheil baut auf wahn, es ändert jede stuude
Anderung — anderweit.
Haller 70; die menschen könnten ändorn (in ihrer
Meinung) JGotthelf Schuldenb. 156.— Anderung, #
Sal. 28, 2; eine
anderung zu bewirken (in Schriftstücken) Preußen i. B.
1, 48. — anders, adverbialer Gen. von ander, 1) auf
viel enderung der furstenthüme Sp.
andere Art; mit Verben: anders reden, thun, handeln;
er treibt die teufel nicht anders aus, denn durch Beelzebub
Matth. 12, 24; dein that laut anders, denn dein
mundt 2
anders Schiller Picc. 4, 7; es musz an beiderlei orten
anders sein als bei uns Hebel 2, 39; wie anders, Gretchen,
War dirs Goethe Faust I; verhüllend: ich werde
nun anders mit dir reden (derber oder gröber); treuw im
mund, anders im sinn Kirchhof Wendunm. 2) sonst,
außerdem, in Verbindung mit jemand, niemand, wer
u. ähnl. (verschieden von etwas, vichts anders, wo das
letztere neutral, und decliniert wird): kumpt got von
Fmandt anders her Schwarzenberg 1544; er bat viemand
anders geschen; mit Adverbien, wo anders, anders
wo, wie (auch zusammengerückt); nirgend, irgendwo
anders; ich habs wo anders her genommen Goethe
Faust I; in Bedingungssätzen: wenn anders die gewalt
so viel werth ist als ihre zeichen Schiller Kab. 1,7;
im Eingang des Nachsatzes: man fasset auch nicht most,
in alte schleuche, anders die schleuche zureiszen Matth.
9,17; in neuerer Spr. nicht mehr. 4) für anders anderst,
im 16. 17. Ih.: jetzunder ist die natur des königs
anderst Schuppius 753; von niemand auderst Simpl.
1, 205; und noch bei Schiller ich babs anderst gomacht
Räub. 3, 2; für anderswo anderstwo H Sachs
Fastn. Sp. 1, 105. — anderseits, auf der anderen Seite,
egensatz von einerseits; mhd. andersit in örtlichem
Sinnez in genitiver Adverbialform und übertragen (— im
Gegenteil) erst Anfang des 18. Ih. bei Günther 778;
jetzt vielfach umgedeutet andrerseits. — anderthalb, s.
unter ander. — anderwärks, anders wohin: eine partei
anderwerts zuführen Simpl. 1, 21; er ist anderwärts
verzogen; anderswo: er wohnt anderwürts; ich babe
die ware jetzt anderwärts gekauft; ein andres Mal, im
andern Falle: er ist jetzt anderwärts verheiratet; mich
aller gefahr, darinn ich anderwerts gerahten möge, zu
befreien Simpl. 2, 229. Adjective Weiterbildung anderwärtige
thätigkeit (Schiller Ränb. 3, 2), hilfe; auf
seine anderwertige art Simpl. 2, 143. anderweit, aus
dem mhd. anderweide, zum zweiten Male (so noch mehrmal
bei Luther), dann öfter; der zweite Teil des
Wortes mhd. weide Ausfahrt, Weg, Mal) wird später
an das Adv. weit angelehnt, und anderweit empfängt den
Sinn wie anderwarts, schon mhd. si mochten si (Kleinode)
Wol anderweit verkoufen Elis. 3771; jetzt in verblaßtem
Sinne, sonst, auf andere Weise: ich habe das ander-Veit
erlernt, erfahren; in der Kanzleispr. als Adj.: behufs
einholung anderweiter instraktion Preußen i. B.
1, 51. Weiterbildung anderweitige bille, thütigkeit,
nahrung, vortcile.
Sachs Fastn. Sp. 3, 141; vor tische las mans
80
Andenten, deutend bezeichnen, seit 17. Ih. verbreitet;
andenuten — anerbieten.
)#in der Kanzleispr. einem eine strafe andenuten, deutlich,
genau anzeigen; sonst durch Zeichen zu verstehen geben:
noch viel andre sachen 80 (welche) meine treue deuten
an Neumark Lustw. 76; im Gegensatz von ausführlich
geben: einem eive sache, ein gerucht nur andeuten;
alles ist nur angedeutet, und man findet nirgends grund
noch ausbruhrung Goethe W. Meister 8.7; etwas andeutungsweise
zu erkennen geben. — andichten, dichtend,
nur ersinnend, beilegen, einem eine absicht (Wieland
Ag. 8, 2), handlungen; grausame begierden (Goethe
Iph. 1, 3); refl. sich andichten, im Dichten sich ähnlich
machen: wie er sich den Griechen gewissermaszen nur
andichtete Goethe zum And. Wielands. — andonnern,
mit oder wie mit Donner berühren, treffen; er donnerte
an die verschloesene thur an, schlagend; donnerte sie
mit einer entsetzlichen stimme an Wieland Sylv. 6,2;
wie angedonnert dastehen (Kombab. 131. Heyse Par.
3, 109), starr vor Schrecken, wie lat. attonitus. — Andorn,
m. Name einer altbekannten Heilpflanze, marrubium,
Mutterkrant; das dunkle Wort seit dem ahd.
unverändert; Stamm ist and-, und orn Ableitung wie
in aborn. — Andrang, m. Handlung des Andrängens:
andrang des volkes zum palast; des blutes zum kopfe;
selten Plur.: ich gehorchte so vielen wohlgemeinten
andrängen Goethe 27, 27. — andrängen, drängend
zuführen oder gelangen, einen an die wand; sich an
einen. — andringen, dringend herzukommen, nahen:
die flut, der feind dringt an; je näher die gefahr andrang
Wieland gold. Sp. 2, 4; schmeichelnd und andringend
(ein Liebhaber) Goethe W. Meister 4,16; das:
mit gröszeren opfern ihr (einer Insurrektion) andringen
abgewehrt werden musse Bismarck Reden 2, 56;
refl., wie andrungen: sich mit seinen sachen andringen
Stieler. — androhen, drohend nahen: bei androhender
gefahr Goethe 30, 303; droßend ankündigen, einem
eine strafe; angedrohte ewige höllenstrafen Heyse Par.
2, 178. — andrücken, drückend nahe bringen oder fest
machen, einen an die wand, die thur ans schlosz; ich,
an diese wangen angedruckt Schiller Iph. 5, 2.
Anecken, in Ecken anstoßen; beim Kegelspiele, er bat
augeeckt, wenn die Kugel die Bahn streist und wieder
nach den Kegeln abgestoßen wird. Ubertragen in derber
Rede, einen anecken, stoßen, rempeln. — aneignen, als
Eigentum annehmen, sich (Dat.) einen gegenstand; sich
etwas widerrechtlich; die aber ist die beste, die sich
fremdes aneignen kann mit wahl Schiller Pice. 3, 8;
sich (Acc.) aneignen, als eigen hingeben: sie lieszen
mich im augenblick gewähren, jedoch mit hoffnung,
mich ihren gesinnungen völlig anzueignen Goethe
Tagesh. 1794; er fühlt des edlen landes gluck, ihm
eignet er sich an 47, 122. — aneinander, zusammengerückt
aus Präp. an und einander (s. d.), im 16. 17. Ih.
noch getrennt geschrieben; mit Verben der Ruhe und
Bewegung, bhangen, kleben, stehen; binden, fügen,
kommen (auch übertragen, in Streit geraten), stoszen
u. a. — unekeln, Empfindung des Ekels erregen: bier
ekclt ihn cine grämliche empfindung au Schiller Fiesko
2, 2; seine wahrhaftigkeit fuhlte sich angeekelt von
dicser religibösen komödie Treitschke 2,427. — anempfehlen,
verstärktes empsehlen, einem etwas:; Prät. er
empfahl ihm verschwicgenheit an; er anempfahl ihr,
denselben (Verkehr) fleiszig zu suchen Keller Sinnged.
108.— Anerbe, m. Hanpterbe, besonders eines Gutes. —
anerben, als Erbe übertragen, einem etwas; lich) liebe
dereinst auch scherze mit jungfraun, so wie es mir
anerbte mama und die gnüdige pathin Voß Luise 3,2,
671; mir war von meinem vater eine gewisse lehrhafte
redseligkeit angeerbt Goethe 25, 365; die krankheiten
Worden oft angeerbet Stieler, angeerbtes wapen, angeerbte
sunde ebd.; diätfehler, zu denen sie angeerbten
hang haben Bismarck Brief 1862.— anerbieten, stär-