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und Tausende, die vielleicht nicht geringere geistige und materielle Kräfte
besitzen, in der Sicherheit oder gemächlichen Ruhe ihres Erwerbs gestoͤrt
und beeinträchtigt werden. Der Staat ist in Verlegenheit; er fürchtet,
dem bis jetzt protegirten und gehätschelten „Mittelstande“ Unruhe
zu bereiten und möchte durch momentane Vorschläge und Aushilfsmittel
versöhnen, beruhigen und vermitteln. Die Gemeinden sind in der
Furcht befangen und werden durch Einflüsse darin bestärkt, daß sie durch
die damit nothwendig bedungene Aenderung der Heimathsgesetze 2c. an
ihren Corporationsrechten und ihrer Selbstständigkeit leiden würden.
Die Gegner und Angriffe gegen die Gewerbefreiheit sind deshalb nicht
gering.
Wir wollen der Hauptsache nach untersuchen, was man gegen
die Gewerbefreiheit ausspricht.
Man wendet gegen sie ein, und das natürlich von Seite der bis
jetzt Geschützten und Privilegirten, daß durch volle Freigebung des
Erwerbs die ganze große Klasse von selbstständigen Bürgern, die bis
jetzt als der wohlhabendere „Mittelstand die, Stütze“" und den „Kern“
des Staates bildeten, plötzlich unsicher gemacht würde. Der Staat
entziehe sich damit einen vorzüglichen Faktor in seinem politischen und
wirthschaftlichen Leben. — Allein wir können uns aus der Tagsgeschichte
und statistischen Nachweisen überzeugen, daß unser Handwerkerstand
trotz des behördlichen Schutzes von Jahr zu Jahr mehr aus dem
„Mittelstande“ heraustritt und zum sogenannten „Proletariat“ übergeht.
Die „Meisterrechte“ bringen ihm wohl eine Menge Verpflichtungen
mit, aber sie schützen in Wirklichkeit nicht den Meister gegen die
Concurrenz der Fabrikanten und freien Erwerbsarten; der wohlhabende
Gewerbsmeister in den Städten arbeitet schon jetzt nicht mehr, er verkauft
fremde Erzeugnisse durch Handel. Der selbstarbeitende Schneider
oder Schuster genießt trotz seines Schutzes, trotz so vieler erfüllter
Pflichten nicht die vollen Rechte des „Meisters“. Einen eigentlichen
Vortheil und wirklichen Schutz können die gegenwärtigen künstlich gemachten
Zustände nicht sichern.
Die Macht des Kapitals, sagt man ferner, werde mit der
Gewerbefreiheit in wahrhaft erschreckender Weise auftreten, die Armen
werden dann durch die Reichen ausgebeutet 2c. Mit phantastisch gemüthlicher
Furcht malt man damit die Schrecknisse aus, die nothwendig
im Gefolge der Gewerbefreiheit auftreten müßten.
Das Kapital wird immer und überall sein Recht behaupten, das
ist unbestreitbar und nach Lage der Zeitverhälmisse einmal nicht zu
ändern. Trotz künstlichen Systems wird diese Macht auch jetzt nicht
verkürzt oder beseitigt. Wer kein Bäcker werden will, kann ja auch
jetzt eine Concession zu einer Brodfabrik erhalten, ohne gelernt und