darauf bedacht sein, bei aller Kritik am Bestehenden, die Pflicht, die wir
gegen das Dolk haben, zu dem wir gehören, und gegen die Klasse, in
die wir geboren sind, die Pflicht, die den faulen Egoismus überwindet,
beständig zu pflegen und zu wecken.
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VI. Demokratie als Majoritätsprinzip.
Wir haben gesagt, daß die Demokratie einen doppelten Weg geht,
wenn sie die Persönlichkeit vor der Vernichtung durch den großen Betrieb
des Staates und anderer großer Gesellschaftsgebilde sichern will. Sie
versucht, die Staatsleitung durch die Menge der Beteiligten zu beeinflussen,
und sie versucht, ihr Grenzen zu ziehen. Der erste dieser zwei Wege
führt zur Aufstellung des Majoritätsprinzipes. Man gibt jeder Einzel—
person ein Stück von der allgemeinen Souveränität und sammelt dann
die kleinen Stücke wieder zu Massen. Das Recht der Person taucht auf,
verschwindet aber sofort wieder in der Fahl, die nötig ist, um etwas zu
erreichen. Man mag es eine Jronie nennen, daß die Droklamierung
der Rechte das Ich in die Formel der freiwilligen Massenbildung umschlägt,
aber es gibt in der Tat keinen anderen Weg, das Einzel-Jch
politisch wirksam zu machen. In welcher Weise dies geschieht, zeigen
die Drogramme der verschiedenen demokratischen Harteien, die meist selbst
wieder älteren ähnlichen Urkunden nachgebildet sind. Wir beginnen mit
bürgerlich liberalen Formulierungen.
Am klarsten tritt der ältere demokratische Grundgedanke im Droramm
der deutschen Dolkspartei zutage. Dort beißt es:
Die Deutsche Dolkspartei ist eine Hartei des politischen Fortschrittes. Sie
bekennt sich zu den demokratischen Grundsätzen der Freiheit und Gleichheit
und verlangt die gleichartige Mitwirkung aller Staatsbürger bei
Gesetzgebung, Derwaltung und Rechtsprechung, die Durchführung
der Selbstregierung des Dolkes im Staate . . Kraft dieser Grundsätze
verlangt die Deutsche Volkspartei zur Derwirklichung des demokratischen
Staates das Eintreten ihrer Mitglieder für: Bestimmung
der staatlichen Holitik durch den Mehrbeitswillen der parlamentarisch
vertretenen Aation — volle Dereins-, VDersammlungs= und preßfreibeit
— allgemeines, gleiches, direktes und geheimes Wahlrecht für