Contents : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

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Nosenheimer  Tagblalt

Amtliches  Publikations-Organ.

 

Nummer  47  Katholisch:  Leander.

5

Dienstag,  27  Februar  1917

Brs#testantisch:  ##  ander.  6.  Jahrgang

Neue  Schritte  Amerikas  auf  dem  Kriegswege.

Bei  Saargemünd  ein  französisches  Lenkluftschiff  abgeschossen.  —  Im

Januar  über  400.000  Tonnen  vernichtet.  —  Regelung  der

Kohlenversorgung  durch  das  Reich.  —  Die  englische  Niederlage  am  Tigris.

Admiral  von  Capelle
Staatosekretär  des  NReichsmarineamts.

Di  eisage.

WIB.  Großes  Hauptgquartier,  den
.Februar,  vormittago.  Amtlich.
Westlicher  Kriegsschauplatz.

Sudlich  von  Mpern,  sowie  zwischen  Armen
cres  und  Arras  wurden  mehrete,  teilweise  nach

arlem  Feuer  einsetzende  Vorstöße  der  Englän
abgewiesen.

Erkundungsauftraäge  fährten  unsere  Stoß

nps  westlich  von  Lievin  bis  tief  in  die  feind
**  Stellung,  in  der  Gefangene  gemacht  und

eistorungen  vorgenommen  wurden.

Im  Somme-Gebiet  war  zeitweilig  der  Ge.
unlampf  lebhaft,  vornehmlich  zwischen  Sailly

d  Bouchavesnes.

Oestlich  oon  St.  Mihiel  blieb  cine  franzöfi.

Ulnterrehmung  erfolglos;  eine  eigene  im
elͤr  der  Mosel  zugelegenen  Waldgebiet  brach

12  Gefangene  ein.

Bei  Lusse  an  den  Westhängen  der  Vogesen
lien  unsere  Sturmtruppen  30  Mann  aus  der
v1nzösischen  Stellung.

In  der  Nacht  vom  23.  auf  24.  Februar
ein  sranzösisches  Flugschiff  durch  Abwehr
Hier  am  Walde  von  Saaralben  bremend  zum
nilturz  gebracht  worden.

Oestlicher  Kriegsschauplat
Heeresfront
es  Generalfeldmarschalls
rinzen  Leopold  von  Bayer

Keine  besonderen  Ereignisse.

weeresfront  des  Generalobersten
Erzherzog  Joseph.
Am  Tartarenpaß  im  Nordteil  der  Waloarpathen
  schlug  ein  russischer  Angriff  fehl.
An  der  !
Leeresgruppe  des  General-Feldmarschalls
  v.  Mackensen.

d  an  der
Mazedonischen  Front
.  die  Lage  bei  geringer  Vorfeldtätigkeit  unverürdert.


Der  erste  Generalquartiermeister
Ludendorff.

#  □N1

1.  Großes  Hauptauartier,  den
z.  Februar,  vormittags.  Amtlich.

Westlicher  Kriegsschauplatz.

In  mehreren  Abschnitten  zwischen  Armentieres

d  der  Avre  scheiterten  englische  Erkundungsteilungen,

  die  teils  nach  Feuervorbereitung,

ils  überraschend  einsetzten.  Südlich  von  Cer-'y

  in  der  Champagne  griffen  die  Franzosen

bfrgeblich  an.  Zwischen  Maas  und  Mosel  genoen

  nternchmungen  eigener  Aufllärungscilun



In  tiwen  Luftkämpfen  verlor  der  Gegk

  gestern  acht  Flugzeuge,  darunter  zwei  aus

icm  Flugzeuggeschwader,  das  erfolglos  im
zuar-Gebiek  Bomben  abwarf.

Oestlicher  Kriegsschauplatz
Front  den  Henersfelars##alle
LIIIIIIIIIIL
Westlich  der  Agn  wurden  rusfsische  Jagdtrupps
'gewiesen.  An  der  Bahn  No  a  gelang

 

der

 

 

 

 

 

unseren  Erkundern  die  Aufhebung  einer  seind
lichen  Feldwache.  Südlich  von  Brzezany  schlug
ein  Teilvorstoß  der  Russen  fehl.
Heeresfront  des  Generafobersten

Erzherzoßg  Joseph.

Wie  an  den  Vortagen  mißlang  ein  mit  starken

  Kräften  geführter  russiscker  Angriff  nörd
lich  des  Tatarenpasses.

Von  der  ·
HeekcggtuppedcsGeneral-Feldmarschalls
  v.  Mackensen.

und  bei  der

Mazedonischen  Front.
sind  keine  wesentlichen  Ereignisse  gemeldet.
Der  erste  Generalquartiermeiste::
Ludendorff.

"  *  #K
Der  amtliche  österreichische  Bericht.
VITb.  Wien,  25.  Februar.  Amtlich  wird
verlautbart:
Oestlicher  Kriegsschauplatz.
Nordwestlich  des  Tartarenpasses  griff  der
Feind  nach  siebenstündiger  Artillerievorbereilung
  an,  drang  vorübergehend  in  unsere  Gräben
  ein,  wurde  aber  durch  Gegenangriff  völlig
zurückgeworfen.  Sonst  nichts  von  Belang.
talienischer  Kriegsschauplatz.
An  der  küstenländischen  Front  ist  die  Artillerietätigkeit
  nummehr  bei  guter  Sicht  wieder  alltäglich
  recht  lebhaft.  Im  Görzischen  hatte  sich

vorgestern  im  Abschnitt  von  Vertoiba  ein  beson- 



derd  hefliger  Ceschutz=  und  Minenwerferkampf
entwickelt,  der  auch  nachts  fortdauerte  und  morgens
  zu  höchster  Kraft  anwuchs.  Unter  dem
Schutze  starken  Sperrfeuers  griffen  sodann  einige
  italienische  Kompagnien  unsere  Stellungen
an.  Dem  Feind  gelang  es,  in  unfsere  vorderste
Linie  einzudringen.  Abteilungen  des  bewährlen
  k.  u.  k.  Landsturm-Infanterie  Regiments
Nr.  2  warfen  ihn  jedoch  vollständig  heraus,  füg.
ten  ihm  schwere  Verluste  zu  und  verfolgten  ihr
bis  in  seine  Sa;  pe.
Süssstlicher  Kriegsschauplatz.
Unverändert.

Dei  Stellvertreter  des  Chess  des  Grnerasstobe
v.  Höfer,  Feldmarschalleutnant  «

 

claicsazäsiichnresuumlsi
abseichosses.

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der  Nacht  vom  23.  zum  24.  Februar  wurde  durch
unser  Abwehrfeuer  ein  franz.  Lenkluftschiff  in
Brand  geschossen.  Es  stürzte  in  Flammen  gehüllt
  bei  Wölferdingen,  westlich  Saargemünd,
zur  Erde  nieder.  Beim  Aufschlagen  auf  den
Erdboden  explodierte  die  mitgeführte  Abwurf.
munition.  Die  gesamte  14  Mann  betragende
Besatzung  ist  lo#l.  Die  im  übrigen  gut  erhaltenen
  Ueberreste  der  Schiffes  lassen  die
Konstruktionseinzelheiten  gut  erkennen.

 

Ameriks  in  engllscher  Gesolaschafl.

Washington,  25.  Februar.  Das  amerikanische
  Staaledeparlemem  leill  den  Empfang  der
neuen  brizischen  „Order  in  Louncil“  mit  u.  erklärt,
  daß  sie  nicht  zur  Erundlage  eines  amtlichen
  Schrities  der  emnerifanischen  Regierung
gemacht  wird.

England  hat  bekanmilich  erliärt,  daß  alle
Schiffe,  die  nach  oder  von  einem  Hafen  fahren,
  von  wo  aus  es  möglich  ist,  feindliches  Gebiet
  zu  erreichen,  ohne  einen  englischen  oder  (i#-nen
  anderen  Hafen  cines  verbündeten
Landes  a  zulaufen.  so  behandelt  werden,
als  beförderten  sie  Güter  des  Feindes  oder  Güter
  mil  seindlicher  Beitimmung,  und  werden  daher
  aufgebracht  und  gegeben#enalls  vor  ein  Prisengerickt
  gestell:.  M#  befonderem  Unteresse
dachte  man  an  Ameriko  un  d  wartete.  ob  sich  Wilson
  der  neuen  Vorscherift  Englands  fügen  werde,
  die  die  fremde  Sohffah  t  völlig  unter  englischlen
  Veeil  ĩtellt.  Run  in  die  Frage  nach
Amerils  Haltung  gelost.  Amerila  unterwirft
fu  rne  ut  oder  besser,  c  ist  Lon  einer
Umerwerfung  uberl  aurt  iuch  mehr  zu  reden,
vielmehr  ron  Einnernandui  und  Uebereinstimmung.
  Es  sei  daran  erinnert,  dan  Amerita
bisber  immer  darant  beflanden  hatte,  daß  das
Recht  der  Unter'uchung  neutraler  Schiffe  auf
hoher  Sce  durch  die  Kriegfubrenden  keineswegs
dae  Neckl  einschließe.  das  di  en  caglische  Ueberwachung
  bceanspruckt,  namlich  Schifte  in  Häfen
von  Kriegführenden  zur  Untersuchung  aufzubringen.
  Doch  das  find  vergangene  Zeiten.  Zetzt
ist  Amerika  England  und  England  Anmerita.
Und  dieser  Vasal!  Englands  hat  einmal  gewagt,
mit  Friedenonoten  um  sich  zu  werfen!  Aus
seinen  Händen,  die  von  dem  Blute  zahlreicher
deutscher  Manner  gerotet  sind,  soliten  wir  einen
Frieden  entgegemehmen!

Amerika  aui  dem  Kriegsweg.

Berlin,  25.  Februar.  Nach  einer  Reutermeldung
  pen  der  amerilanische  Senal  den  Präsidenten
  Wilson  einbimmig  ermächtigt  haben,  von
der  bewaffneten  Madtt  der  Vereinigten  Staaten
zum  Schune  amerikanischen  Handels,  Eigentums
und  amerikanischen  Menschenlebens  Gebrauch
zu  machen.  Nach  einer  anderen  Meldung  hat
der  amerikanische  Senat  samtliche  Teile  der  Ta-Hevordnung
  des  republikanischen  Adg.  Fall  angenommen.
  durch  die  der  Prasident  ermächtigt
wird,  die  Streitkrafte  der  Vereimigten  Staaten
  zu  gebrauchen,  um  Handel,  Leben  und  Besit
  der  Burger  der  Vereinigten  Staaten  zu  beschützen.


Amerila  int  also  wieder  einen  Schritt  weiter
gegangen.  Von  einer  Zuftimmung  auch  des
Mehpdsetanen  hauses  ist  indessen  noch  nichts  bekan


 

Der  Tod  in  der  Seesperre.

Berlin.  25.  Februar.  Nach  Telegrammen,
die  aus  Holian?  hier  eingegangen  sind,  sind  am
22.  Februar,  5  Uhr  nachm.,  mehrere  holländische
Schiffe,  die  mit  deutschem  Einverständnis  aus
Falmouth  und  Dammouth  in  westlicher  Richlung
  das  Sperrgebiel  verlassen  wollten,  vernichtet
  worden.

Von  amtlicher  Sielle  eifaührt  W.  B.  dazu.
daß  nach  der  Sperrgebietreillärung  die  vollan
dischen  Reedereien  darum  gediiten  haben,  33  in