Full text: Deutsches Wörterbuch. Dritter Band R-Z. (3)

1163 Zwischenalt — zwitschern. Zwitter — zwölftens. 1164 
je zwei; mhd. zu inzwischen, enzwischen zusammen- a#nsinulal, wic dic alten sungen, so zwyitscherten die 
gerückt, uhd. als inzwischen Is. d.) noch fortlebend; die jungen fprichwörtlich Stein bach: Nebenform aquitschern 
gekürzte Form zwischen hat sich als Adverb und Prä= (s. d.). — Zwitter, m. Zweigeschlechtiger, Mannweib; 
Fosition schon mhd. herausgebildet, anfänglich in dunlem ahd. zwitarn, zwitaran, ein Kebskind, namentlich von 
Sinne: ez ist ein mittel zwuschent uns und in Myst. einer Mutter fremden Stammes, bezeichnend, im Mhd. 
1, 26% ie zwischen zwein fronwen stuont ein ritter als zwitarn, zZwitorn, zwidorn in den heutigen Sinn 
Helmbrecht 97; der sich auch hente noch geltend macht: übergegangen: dermatrodfta czwytor, zwidern, zwi- 
zwischen den beinen, armen; zwischen tür und angel dorn, zwydorn, uls ein mensch der zagel und fotzen 
HSachs Fab. 2, 540; annäberung zwischen den beiden hat, zwedorn, zweitorn, auch zwiddorn.zwickdorn Dief.: 
fursten Ranke Päpste 1,244; aber häufiger sich ver= zwitter, ermaprocktens Schottel; übertragen auf 
wischt hat. Als Adverb in da-, bier-. inzwischen; mit ähnliche Bildungen bei Tieren, Pflanzen, im Bergbau 
Verben, zwischen legen, rofen, schieben, setzen, tragen, unreines Zinnerz, und Wasser= oder Reißblei; frei: 
n. a., auch zusammengerückt geschrieben; als Präp. (folche Leute) sind keine wahre freien, sondern zwitter 
in räumlichem und übertragenem Sinne, mit Dativ bei Möser Phant. 3, 227; diese gravitätischen zwitter von 
Fügungen der Ruhe (der raum zwischen den gemachen schwärmerei und heuchelei Wieland gold. Spieg. 1, 6; 
war funs ellen weit Hes. 40, 7), mit Acc. bei solchen ein zvitter von tasche und mappe Freytag Soll t, 71; 
der Bewegung eete unkraut zwischen den weizen ein wunderlicher zwitter, gemengt aus geistiger armuth 
Matth. 13, 25); auch zeitlich: zwischen morgen und und unerschöpflichem erbndungstriebe CF Meyer Ang. 
mittag; zwischen abends 2. Mos. 29,41; abends zwischen Borgia 107. — zwitterhaft, nach Art eines Zwitters: 
licht Schiller Kab. 5, 1; mit adverbialem dureh: zwitterhaltes geschörf Goethe W. Meister 3, 11; mi- 
(Dinge) die so zwischen durch passirten Keller Seldw. nister dieses zwitterhasten königthums Treitschle 
1, 6; auch zusammengerückt 2wischendurch; ebenso 1, 75. — zwittern, zwitterhaft, unbestimmt sein: es 
zwischencin; 2vischenhin Rückert Liebesfr. 1, 1. — zwittert schon im tbale grau zwischen tag und nacht 
Zusammensetzungen: Zwischenalt, m. der zwischen zwei Lenau 195. 
Akten bei der Aufführung eines Theaterstücks liegende. Zwölf, die Zahl gemeingermanische Bildung, goth. 
Zeitraum. — Zwischendeck, n. Raum zwischen zwei twalik, altnord. toll, altengl. twelf. altsächs. twelis, ahd. 
Verdecken eines Schiffes. — Zwischensall, m. zwischen zwelif, mhd. 2welif, zwelf, gebildet aus dem Stamme 
etwas tretender besonderer Fall: ein unseliger zwischen- tra- der Zweizahl und dem Elemente lif, das bei elt 
fall Häusser d. Gesch. 3, 183. — Zwischenraum, m. (. d.) erörtert ist; die Schreibung 2zwölf seit dem 17. Se 
Raum zwischen zwei Dingen: dreiter zwischenraum in substantiver Stellung vielsach flektiert: (er) erwele: 
Schiller 4,62 zeitlich:seine schuld in langen zwischen- jirer zwelfe Luc. 6, 13; die zwelfe mit jm S, 1; da sprach 
räumen zahlen. — Zwischenrede, f. Unterbrechung einer Uhesus zu den zwelfen Joh. 6, 67;, war der zwelsen 
Rede durch dazwischen geworsene Worte. — Zwischen- einer 71; adjectivisch unftectiert: die zwölf npostel Luc. 
satz, m. etwas dazwischen Gesetztes, z. B. Stück Zeng 22, 14; sitzen auf zwelf stuelen Matth. 19, 28; rech- 
zwischen Oberzeug und Futter; grammatisch, zwischen= nerisch: zwölf zählen, abzichen, zu rechnen; bei Angabe 
geschobener Satz. — Zwischenspiel, o. kurzes Schauspiel, der Stundenzahl: es ist, schlägt zwölf (in gewöhnlicher 
zwischen zwei andern aufgeführt. — Zwischenträger, m.]Rede z2wölfes: mittags, mitternachts um zwölf; als 
Hin= und Widerträger, der Gehörtes einem Andern plurale Verbindung: wie die zwölfe tönen seierlieh 
(meist in böser Absicht) zuträgt. — Zwischenzeit, k. Zeit Freiligrath 2, 156; als Subst. Fem.: die zwölf ist 
zwischen zwei Zeitränmen: die böse zwischenzeit ver einc von den heiligen zahlen; eine römische, arubische 
diesc nur erst überstanden hütte! Lessing an Esönig zwöltk. — Zwölfer, m. Geldstück von zwölf Pfennigen, 
1771. Kreuzern: nin zwelfer zu geben H Sachs Fab. 2, 208; 
Zwist, m. Entzweiung; zuerst niederdeutsches Wort, wer sie (die Frage) nicht beant worten kann, soll dem auf- 
mnd. twist, später im 14. Ih. als zwist ins Hochd. ge= geber ein zwölfkreuzerstüuck bezahlen, wer sie gut be- 
drungen: zwist, discordia Schottel; in diesem zwist antwortet, soll einen zwölfer bekommen Hebel2, 136. 
dien ich zur mittlerinn Hagedorn Fab. 2, 46, 3; den— zwölserlei, von zwölf verschiedenen Arten: holz des 
Zwist beizulegen Treitschke 5, 37. — zwistig, in Zwist ledens, dos trug zwelferlei fruchte Offenb. 22, 2. — 
besangen: zwistig sein. discorda##c Schottel; dasz wir zwölft, Ordinalzahl zu 2 wölf, ahd. 2welilio, mhd. zweift: 
Zwistig uns genagt (gekümmert) Rückert Liebesfr. 5, 58; die zwölfte stunde, Mittags oder Mitternachts; als 
eine zwistige sache: dazu Zwistigkeit, s. Nedensart: etwas in der zwöllien stunde chun, un- 
Zwitschern, leise kurze Laute wie Vögel hören lassen; mittelbar bevor es zu spät ist (vgl. auch unter elkte); 
Bildung auf lautmalendem Grunde, ahd. zwizzirön, Unflectiert: wir kommen zu zwöllft; Plur.: die zwolften, 
mhd. zwitzern; noch jetzt in dieser Form mundartlich die zwölf Nächte nach Weihnachten: in den zwöllten Voß 
bairisch Schmeller; unsere heutige Form seit dem Idyll. 3, 130. — Zwölfkel, n. der zwölfte Teil eines 
18. Ih. allgemein: die schwalbe zwitechert, irtendo] Ganzen. — zwölftens, an zwölfter Stelle, zum zwölsten. 
Nachtrag. 
Vielte, Bildung nach Art der Orbinalzahlwörter 
# zu viel, in fesien Verbindungen: der so und so viclte: 
der wie vielte ist das?; dafür auch: der wie viclste? 
Druck von J. B. Hirschfekt in veipjig.