Volltext: Bismarck Die gesammelten Werke. Band 2. (2)

214 Der Schlüfsel bel der Gräfin Danner. Walewskl. Dle Nastatter Frage. 
der dänischen Monarchie übernommenen Sarantien, sowie die Interessen Frankreichs auf- 
erlegten. Er wolle mir auch glauben, daß die Gesamtverfassung den dänischen Staat nicht 
konsolidiere, und hege selbst den Wunsch, daß der Herrschaft der Demokratie in Kopen- 
hagen ein Ende gemacht werde; nur scheine es ihm nach seinen Nachrichten aus Kopen- 
hagen kaum glaublich, daß der König von Dänemark, Sriedrich VII., der Mann sei, zu 
solchem Unternehmen die Hand zu bieten. Der Schlüssel der Position scheine jedenfalls in 
den Händen der Gräfin Danner zu liegen. 
Meine Besprechungen mit Graf Walewski über den Gegenstand waren in der Haupt- 
lache ganz analog und charakteristisch für seine Auffassung namentlich die Bemerkung 
in betreff des Themas, ob die Frage eine deutsche sei: daß in politischen Diskussionen 
sehr viel mehr vom Recht die Rede sei, bei den Handlungen in letzter Linie aber nur 
das Interesse eines jeden entscheide, und es eine Aufgabe diplomatischer Oeschicklichkeit 
sei, die eigenen Interessen als mit dem Rechte zusammenfallend darzustellen oder doch mit 
Rechtsgründen zu unterstützen. 
228. Bericht vom 2. Mai 1857 an Minister v. Manteuffel, betr. 
das Abkommen zwischen Osterreich und Baden in betreff der künftigen Be- 
atzung von Rastatt. — Bgl. Poschinger III Ar. 86. 
239. Bericht vom 6. Mai 1857 an Minister v. Manteuffel, betr. 
die Revision der Geschäftsordnung der Militärkommission. VRastatter Be- 
beit Deren Bedeutung für Preuhen. — Bgl. Poschin- 
ger M, Ar. 77. 
240. Bericht vom 8. Mai 1857 an König Sriedrich Wilbelm W 
betr. die Beseitigung von Mißbräuchen in der Bund 
Bgl. Poschinger III, Ar. 58. Dor“ ist S. 102 Zeile 8 des Berichts für naãm- 
sich“ ru lesen „namentlich"“. 
241. Bericht vom 12. Mai 1857 an Minister v. Manteuffel, betr. 
die Rastatter Besatzungsfrage. Ihre Beurteilung je nach dem Standpunkte 
der Bundespolitik oder dem Ipe#ifisch preußischen Interesse. Beurteilung des 
Verbaltens Badens beim Abschlusse der Konvention mit Österreich und in der 
Bundespolitik überbaupt. Motwendigkeit der Wahrung der Parität Öster- 
reichs und Dreußens auf dem Gebiete der Bundesfestungen. Winke für die 
taktische Behandlung der Srage. — Vgl. Poschinger III, Ar.### 
242. Drivatschrelben an Minister v. Manteuffei. 
[Cigenböndig.) 
12. und 13. Mai 18857. 
C. E. wollen mir gen. gestatten, meiner Berichterstattung über Rastatt noch einige 
Worte privatim binuzusfügen. 
Ich möchte wohl hören, was Oestreich sagte und thäte, wenn wir ein äbnliches Ab- 
kommen über die Besatzung von NRastatt mit Baden geschlossen, oder wenn wir uns etwa