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erfüllten die Ausfallsgeiechte ihren Zweck, die jungen Mannschaften au den Feind zu gewöhnen und kriegerlsch
zu erziehen, nebenbei auch den, die Stadtvevölkerung mit aufregenden Nachrichten zu unterhalten. Aber durch
diese zersplitterten Gefechte ging kein einbritlicher Gedanke. Obwohl meist gahlreiche Truppen vorgeflihrt wurden,
unterblieb regelmäßig der Versuch, die anfänglich erlangten Vorteile durch Verstärkungen von den Seiten her festzuhalten.
Daher folgte der Freude, welche die ersten Nachrichten beim Beginn der Gefechte erregten, stets schwere
Enttäuschung nach. Am meisten schlug der unerwartete Ansgang bei Le Bourget, dessen Wegnahme die Pariser
als großen Sieg gefeiert hatten, die Gemüter nieder. Gleichzeitig erfuhr die Stadt die Kapitulation von
Metz. „Trahi, vendn # („Verraten, verkauft!“") wurde nun auch in Paris das Stichwort derer, welche die
gegenwärtige Regierung haßten und beneideten. Ein Beweis dafür schien zu sein, daß soeben Thiers, der unter
feindlichem Geleit nach Paris gekommen war, von dem Gonvernement Vollmacht für den Abschluß eines Waffenstillstandes
erhielt.
Paris stand eigentlich zwischen zwei Feuern, dem offenen draußen und dem verborgenen drinnen, das gelegentlich
durch lautes Kuistern sein Dasein reich würden. Am 31. Oktober
verriet. Die obern Klassen wußten brach wilder Tumult aus. Nakaum,
vor welchem sie sich mehr tionalgarden bemächtigten sich
fürchteten. Schon am S. Oktober des Stadthauses; eine Liste der
hatten Flourens, ein sozialdemo- Kommune, auf der Flourens
kratischer Schriftsteller, der sich seinen eigenen Namen obenan
eigenmächtig einen höhern Posten setzte, wurde aufgestellt; doch die
ertrotzte, und andere Führer der Mitglieder der bisherigen Regie-Aufrührer
an der Spitze von Na- rung, obgleich sie wie Gefangene
tionalgarden aus der Arbeitervor- in eine Fensternische gestoßen
stadt Belleville ungestüm ihre waren, verweigerten mutig ihre
Forderungen erhoben. Sie ver- Abdankung. Erst in der Nacht
langten vor allem die Einsetzung verjagten der gutgesinnte Teil
einer Kommune, eines Gemeinde- der Nationalgarden und entrates,
der allein oder neben der schlossene Mobile die Meuterer,
Regierung alle Geschäfte führen . . deren Rädelsführer später versollte,
so daß diese Gewählten der .Budriht. haftet wurden; leider wagte
Stadt auch die Herren von Frank- man nicht, den strafwürdigen
Nationalgarden die Waffen zu nehmen. Um einen bessern Rechtsboden zu gewinnen, ließ das Gouvernement
am 3. November eine allgemeine Abstimmung vornehmen, ob die Pariser Bevölkerung die Regierung der nationalen
Verteidigung aufrecht erhalten wolle. Die 20 Stabdtbezirke erteilten 321,000 Ja, 53,000 Nein, die Armee
entschied sich mit 236,000 gegen 9000 Stimmen für die bestehende Gewalt. Auch die angeordneten Wahlen
der Maires und ihrer Adjunkten ergaben eine große Mehrheit für die Ordnungspartei. Vorläufig hatte noch die
gemäßigte Richtung den Sieg behalten.
Diese Vorgänge in der Stadt konnten den Verhandlungen in Versailles nicht förderlich sein. Thiers
hatte eine europäische Rundreise von einem Hofe zum andern gemacht, nach London, Wien, Petersburg, Florenz.
Nirgends fand er die gesuchte Unterstützung für Frankreich. England lehnte die Einmischung in festländische Angelegenheiten
ab, Ssterreich konnte ebenfalls nicht über die Neutralität hinausgehen, Rußland wünschte bei dieser guten
Gelegenheit die ihm unbequemen Bestimmungen des Pariser Orientfriedens von 1856 abzustreifen, Italien richtete
sich eben häuslich in Rom ein, das es am 20. September in Besitz genommen hatte. Der einzige Erfolg war, daß
die Großmächte auf Österreichs Betreiben unter Englands Vortritt gemeinsam einen Waffenstillstand befürworteten,
damit eine französische Nationalversammlung gewählt werden könne.